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Kampagnenstart beim Jurapark Aargau mit Regierungsrat Dieter Egli (Mitte). Foto: Andreas Häusler
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«Licht aus – Leben an!» – Kampagnenstart im Jurapark Aargau

(sk) Der Jurapark Aargau lädt zur Nacht der Sterne: Am Samstag, 19. September, schalten 29 Gemeinden im Parkgebiet die öffentliche Beleuchtung aus und ermöglichen damit einen klaren Blick aufs Himmelszelt – oft begleitet von attraktiven lokalen Rahmenprogrammen. Diese Aktion bildet den spektakulären Startschuss zur einjährigen Kampagne «Licht aus – Leben an», die an einer Medienorientierung in Wittnau präsentiert wurde. Diese zeigt den Wert und die Wichtigkeit möglichst ungetrübter Nachtdunkelheit sowohl für uns Menschen als auch für Flora und Fauna auf.

Helene Bigler Brogle (rechts). Foto: Andreas HäuslerWer einen ungetrübten Sternenhimmel erleben will, muss dafür nicht mehr in eine abgelegene Bergregion fahren: Am 19. September findet die erste «Nacht der Sterne» im Jurapark Aargau statt. 29 Parkgemeinden schalten in dieser Nacht ihre öffentliche Beleuchtung aus und sorgen damit für einen klaren Blick aufs nächtliche Himmelszelt. In den meisten Gemeinden wird die Nacht der Sterne von attraktiven Rahmenprogrammen begleitet; dazu gehören Nachtwanderungen, Lesungen und astronomische Führungen. Aber auch Privatpersonen und Gewerbebetriebe sind in dieser Nacht gefragt: Der Jurapark Aargau ruft dazu auf, alle Gartenbeleuchtungen abzuschalten und grosse, hell erleuchtete Fensterfronten abzudunkeln, damit diese Nacht zum besonderen Erlebnis wird.

Christine Neff (links). Foto: Andreas HäuslerDiese spektakuläre Aktion ist der Startschuss zur einjährigen Kampagne «Licht aus – Leben an» des Jurapark Aargau, die gestern Donnerstag an einer Medienorientierung in Wittnau vorgestellt wurde. «Es geht dabei um die Sensibilisierung der Bevölkerung für die Nachtdunkelheit und den Erhalt der dunklen Lebensräume im Park», erklärte Christine Neff, Co-Geschäftsleiterin des Jurapark Aargau. Für viele Tiere wie Insekten, Fledermäuse, den Glögglifrosch und das Glühwürmchen ist die Dunkelheit überlebenswichtig, weil sie ihnen unter anderem die Nahrungssuche, die Orientierung und die Fortpflanzung ermöglicht. Wir Menschen profitieren insbesondere durch ein höheres Wohlbefinden und eine bessere Schlafqualität. Im Verlauf des kommenden Jahres finden verschiedene Aktivitäten und Veranstaltungen zur Nachtdunkelheit im Park statt. So ist auch eine zweiteilige Plakatkampagne im Winter und Frühling geplant.

Ulla Philipps. Foto: Andreas HäuslerGrosses Potenzial im Jurapark Aargau
Ulla Philipps, Projektleiterin Abteilung Landschaft und Gewässer des Kantons Aargau, hob folgenden Grundsatz hervor: «Nur so viel Licht wie nötig und so wenig wie möglich». Danach richten sich die Tätigkeiten des Kantons, zum Beispiel bei der Prüfung von Beleuchtungsanlagen in Baubewilligungsverfahren ausserhalb der Bauzone oder bei der Beleuchtung von kantonseigenen Liegenschaften. Die sanften Hügelzüge des Jurapark Aargau schirmen die Lichtemissionen der Agglomerationen von Basel und Zürich weitgehend ab, im Parkgebiet selbst verursachen die eher kleinen Ortschaften relativ wenig Lichtverschmutzung. Diesem Schatz wolle der Kanton Rechnung tragen, um die Lichtverschmutzung zu verringern, so Philipps. Einen Beitrag hierzu leistet die kantonsinterne, interdisziplinäre Arbeitsgruppe «Beleuchtung», in der sich die Beteiligten über die neusten Erkenntnisse und Projekte austauschen.

Eine Karte der Lichtemissionen (März 2026) zeigt eindrücklich, dass der Jurapark Aargau weit weniger von Lichtemissionen betroffen ist als die umliegenden Ballungsgebiete. (zVg Kanton Aargau, ALG)Der Jurapark Aargau nehme in diesem Prozess eine Vorreiterrolle ein, sagte Regierungsrat Dieter Egli in seinem Grusswort. Die Kampagne des Jurapark Aargau bringe das Thema «Reduzierung von Lichtverschmutzung» aus der Verwaltung und aus den Fachkreisen direkt zu den Menschen. Und sie mache das Thema auf eine positive Art sichtbar. «Wir erhoffen uns, dass die Aktivitäten und Erfahrungen des Jurapark Aargau über seine Grenzen hinaus eine Wirkung erzielen und zu einem verantwortungsvollen Umgang mit künstlichem Licht führen.»

Foto: Andreas HäuslerWittnau, Gastgebergemeinde der Medienorientierung, hat im Rahmen der Sanierung der Kantonsstrassen die Strassenbeleuchtung auf moderne und energieeffiziente LED-Technologie umgestellt. Gemeinderätin Martina Roth wies auf die Vorteile der neuen Leuchten hin. «Sie leuchten fokussierter mit einer insektenverträglichen Lichttemperatur und führen zu einem geringeren Energieverbrauch. Eine halbe Stunde nach Mitternacht bis 5 Uhr morgens werden sie völlig ausgeschaltet.» In der Gemeinde sei dies positiv aufgenommen worden, die Bevölkerung fühle sich dadurch nicht unsicherer.

Foto: Andreas HäuslerZiel des Jurapark Aargau ist es, nicht nur die Gemeinden für eine umweltfreundlichere Beleuchtung zu sensibilisieren. Auch Private, insbesondere Hausbesitzer, werden mit konkreten Empfehlungen angesprochen, wie die Beleuchtung von Haus und Umgebung möglichst umweltverträglich gestaltet werden kann. Dazu ist nun, zusammen mit der aktuellen Jurapark-Zytig, ein Merkblatt in alle Haushalte des Jurapark Aargau verteilt worden. Die Kernbotschaft ist folgende: Nachtdunkelheit ist kein Mangel an Licht, sondern eine wertvolle Ressource, die wir nur gemeinsam schützen können.

Infos zur Kampagne und Download des Merkblatts:
www.jurapark-aargau.ch/nachtdunkelheit 

Bilder
Erstes Bild: Kampagnenstart beim Jurapark Aargau mit Regierungsrat Dieter Egli (Mitte). Foto: Andreas Häusler
Zweites Bild: Helene Bigler Brogle (rechts). Foto: Andreas Häusler
Drittes Bild: Christine Neff (links). Foto: Andreas Häusler
Viertes Bild: Ulla Philipps. Foto: Andreas Häusler
Weitere Impressionen. Fotos: Andreas Häusler

Vorbildlich: Kunstlicht leuchtet nur, wo nötig. Die Nacht kann sich entfalten, ohne dass unsere Sicherheit beeinträchtigt wird. Illustration: Girod GründischNicht nachahmenswert: Menschen und Tiere werden durch Lichtverschmutzung beeinträchtigt. Illustration: Girod Gründisch