(pd) Alle vier Jahre findet im Rahmen der interkantonalen Walddauerbeobachtung eine Gipfeltriebernte aus der Luft statt. Im Kanton Aargau ist der Helikoptereinsatz für die Ernte der Äste aus dem obersten Kronenbereich zwischen 27. Juli und 2. August geplant. Angeflogen werden im Aargau 18 Standorte in zehn Gemeinden, unter anderem in Olsberg, Möhlin, Herznach und Ittenthal.
Die interkantonale Walddauerbeobachtung ist ein Programm, das von elf Kantonen gemeinsam mit dem Bund seit mehr als vierzig Jahren betrieben wird. Der Kanton Aargau ist mit 18 Flächen daran beteiligt. Alle vier Jahre werden auf den schweizweit fast 200 Beobachtungsflächen des Programms die Gipfeltriebe geerntet. Die eingesammelten Äste werden anschliessend umfassend vermessen und intensiv untersucht. Die Resultate geben Auskunft über beispielsweise das Wachstum sowie den Grad und den Zustand der Belaubung. Sie leisten damit einen wesentlichen Beitrag an die Beurteilung der Waldgesundheit und deren Entwicklung.
Flüge vom 27. Juli bis 2. August
Die 18 Beobachtungsflächen im Kanton Aargau werden voraussichtlich vom 27. Juli bis 2. August angeflogen. Änderungen des Flugplans aufgrund des Wetters sind möglich. Die Ernte dauert pro Fläche etwa zwanzig Minuten. Zusammen mit dem An- und Abflug und der notwendigen Zwischenlandung für das Umladen der geernteten Äste dauert der Helikoptereinsatz rund eine halbe Stunde.
In dieser Zeit ist in der Umgebung der Flächen mit entsprechendem Fluglärm zu rechnen. Das Departement für Bau, Verkehr und Umwelt bittet die Bevölkerung in den betroffenen Gebieten um Verständnis.
Die Helikoptereinsätze in den Aargauer Standortsgemeinden der Walddauerbeobachtung sind wie folgt geplant:
• 27. Juli: Olsberg; Möhlin Unterforst
• 28. Juli: Möhlin Sunneberg, Herznach, Ittenthal, Habsburg, Birmenstorf und Zofingen
• 31. Juli: Muri
• 2. August: Mellikon; Schneisingen
Das Waldbaum-Monitoring
Seit 42 Jahren erforscht das Institut für Angewandte Pflanzenbiologie (IAP) aus Witterswil im Auftrag mehrerer Kantone und des Bundes den Zustand und die Entwicklung der Waldbäume und liefert wichtige Ergebnisse für die Praxis. Bei der Gipfeltriebernte, die alle vier Jahre stattfindet, werden aus dem obersten Kronenbereich pro Baum sechs Äste geerntet. Die Proben dienen dazu, das Wachstum der Triebe zu messen, den Fruchtbehang zu bestimmen, Laubproben für Nährstoffanalysen zu nehmen und allfällige Krankheiten und Parasiten festzustellen. Bei früheren Gipfeltriebernten konnte so beispielweise festgestellt werden, dass die Sterblichkeit der Buchen und Fichten zunimmt, wenn die Versorgung mit Nährstoffen wie Phosphor und Kalium unausgeglichen oder ungenügend ist.
Mehr Informationen zur Walddauerbeobachtung findet man unter Institut für Angewandte Pflanzenbiologie: www.iap.ch