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Gesamtverkehrskonzept (GVK) Raum Frick-Stein-Laufenburg: Seilbahn und Autobahn-Halbanschluss verworfen

(pd) Das Steuerungsgremium des Gesamtverkehrskonzepts (GVK) Raum Frick-Stein-Laufenburg hat an seiner Sitzung vom 12. Mai  auf der Basis der im September 2025 verabschiedeten Ziele Massnahmen festgelegt. Die 25 Massnahmen basieren auf den drei Handlungsfeldern Mobilitätslenkung, Verkehrsmanagement sowie Verkehrsangebot. Ein neuer Halbanschluss der Autobahn in Richtung Basel sowie ein öV-System in Hochlage zur Erschliessung des Sisslerfelds wurden als Massnahmen vertieft geprüft und verworfen. 

Das Steuerungsgremium* des Gesamtverkehrskonzepts (GVK) Raum Frick-Stein-Laufenburg hat bereits in den vorangehenden Sitzungen die Ziele verabschiedet sowie die Stossrichtungen und Handlungsfelder definiert. Auf dieser Basis wurden in der Sitzung vom 12. Mai in drei Handlungsfelder insgesamt 25 Massnahmen festgelegt. 

Handlungsfeld Mobilitätslenkung
Die Massnahmen dienen der Beeinflussung der Verkehrsmittelwahl und der Steuerung des Mobilitätsverhaltens. Die Voraussetzung dafür wird durch die Instrumente der Siedlungs- und Landschaftsplanung in Abstimmung mit der Verkehrsplanung geschaffen. Dieses Handlungsfeld umfasst zehn Massnahmen, unter anderem: Aufwerten der Ortsdurchfahrten, Attraktive Verkehrsdrehscheiben schaffen und Anpassung der Bau- und Nutzungsordnungen betreffend Parkierung und Mobilitätskonzepten.

Handlungsfeld Verkehrsmanagement
Die Massnahmen dienen der Optimierung des Betriebs des Strassennetzes im Bestand. Dieses Handlungsfeld umfasst zwei Massnahmen: Steuerung der Verkehrsflüsse auf den Hauptachsen und Dosierung sowie Erweitern des Zählstellennetzes für den motorisierten Verkehr und den Veloverkehr Handlungsfeld Verkehrsangebot.

Die Massnahmen zielen auf die Optimierung der Infrastruktur und des Angebots für alle Verkehrsmittel ab. Dieses Handlungsfeld umfasst neun Massnahmen, unter anderem: Prüfung neue Rheinquerung (Rheinquerung Sisseln, Eintrag als Vororientierung im Kantonalen Richtplan), Prüfung einer Rheinquerung für Busse, Fuss- und Veloverkehr (Stein – Bad Säckingen), Regionales Buskonzept mit Fokus grenzüberschreitende Angebote und Weiterentwicklung sicheres, attraktives und durchgängiges Velonetz.

Vertieft geprüfte Massnahmen: Halbanschluss Autobahn und öV-System in Hochlage
Im Rahmen des GVK wurden ein öV-System in Hochlage (Seilbahnsystem) zur Erschliessung des Sisslerfelds und der Nutzen eines neuen Halbanschlusses der Autobahn in Richtung Basel vertieft untersucht. Beide Massnahmen werden nicht weiterverfolgt. Ein neuer Halbanschluss bringt keine Entlastung der heute belasteten Strecken, sondern führt lediglich zu einer Verschiebung der belasteten Ortsdurchfahrten. Die Erschliessung des Sisslerfelds durch ein öV-System in Hochlage wurde umfassend geprüft und mit einem konventionellen öV-System verglichen. Der Entscheid fiel zu Gunsten des flexibleren Bussystems aus.

Ausblick
Das GVK wurde an der Sitzung vom 12. Mai  durch das politische Steuerungsgremium inhaltlich beschlossen. Der Inhalt wird nun im Synthesebericht festgehalten, welcher Anfang September 2026 vorliegen wird. Das politische Steuerungsgremium wird das Konzept voraussichtlich Ende Oktober 2026 zur Behördenvernehmlassung freigeben. 

*Das Steuerungsgremium des Gesamtverkehrskonzepts (GVK) Raum Frick-Stein-Laufenburg setzt sich aus Vertreterinnen und Vertreter des Kantons Aargau, des Regionalplanungsverbands Fricktal Regio, des Regionalverbands Hochrhein-Bodensee sowie der folgenden Gemeinden im engeren Bearbeitungsperimeter der Planungen zusammen: Eiken, Frick, Gipf-Oberfrick, Kaisten, Laufenburg, Oeschgen, Mumpf, Münchwilen, Sisseln, Stein und Wallbach.

Abklärung öV-System in Hochlage
Angestossen durch die bisherige Planung und ein Postulat im Grossen Rat wurde ein öV-System in Hochlage (Seilbahnsystem) im Vergleich zu einem konventionellen Bussystem zur Erschliessung des Sisslerfelds untersucht. Beide Systeme haben Vorteile. Die Gegenüberstellung zeigt jedoch klar, dass ein Bussystem die wirtschaftlich und strategisch sinnvollste Lösung darstellt. Im Vergleich dazu weist das Seilbahnsystem trotz hoher Leistungsfähigkeit erhebliche Nachteile auf: sehr hohe Investitionskosten, lange Planungs‑ und Umsetzungszeiten, geringe Flexibilität der Linienführung und das Risiko, dass die Kapazitäten aufgrund unklarer Arbeitsplatz‑ und Mobilitätsentwicklung kaum ausgelastet wären. Das Bussystem dagegen lässt sich stufenweise ausbauen und ist flexibel an die noch nicht definitiv geklärte räumliche Entwicklung anpassbar. Durch Busbevorzugungsmassnahmen kann die Zuverlässigkeit effektiv verbessert werden. Die Empfehlungen umfassen daher den Verzicht auf ein Seilbahnsystem, die etappierte Weiterentwicklung des Busnetzes sowie die Integration der Anforderungen des öffentlichen Verkehrs in die Prüfung einer zusätzlichen Rheinquerung.