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Fehlende Zeitung - fehlgeleitete Zustellung

FRICKTAL. Aufgrund eines Logistikfehlers bei der Post wurde ein Sammelbehälter mit den Donnerstagsausgaben der Neuen Fricktaler Zeitung/Fricktaler Woche/fricktal.info leider fehlgeleitet. Statt in Laufenburg landeten die darin enthaltenen Zeitungen in Lenzburg. Dies führte dazu, dass viele Leserinnen und Leser im Bezirk Laufenburg am Donnerstag keine Zeitung erhielten. Die Post entschuldigt sich für diesen Fehler, die Zeitungen werden am Freitag zugestellt.

Verlagsleitung

Die Abgeordneten von Fricktal Regio auf dem Lindenhof in Bözen. Foto: Jörg Wägli

Gemeinsam auftreten, Stärke zeigen – Planungsverband Fricktal Regio tagte in Bözen – Berufsfachschule Gesundheit und Soziales im Fricktal in Gefahr

Mit der Genehmigung setzten die Abgeordneten des Planungsverbandes Fricktal Regio gestern einen formellen Schlusspunkt unter die Projekte Regionales Siedlungsgebietsmanagement (Prozessdesign und Räumliches Zielbild) sowie die Mobilitätsstrategie, welche die Fricktaler Gemeinden die letzten Jahre intensiv beschäftigt hatten. Weitere Themen waren die Jahresziele und das Budget 2025 sowie eine Ersatzwahl in den Vorstand. Unter Verschiedenes erfuhren die Abgeordneten, dass die (teilweise) Ansiedlung der Berufsfachschule Gesundheit und Soziales in Rheinfelden in Gefahr ist.

JÖRG WÄGLI

«Ich habe zwar mein Navi programmieren müssen – finde es aber eine coole Idee der Gemeinde Böztal, die Abgeordnetenversammlung auf dem Lindenhof der Familie Pfister in Bözen durchzuführen», stellte Françoise Moser, die Präsidentin des Planungsverbandes Fricktal Regio, einleitend fest. Auf dem ausserhalb des Dorfes gelegenen Hof konnte sie Vertreter von 26 der insgesamt 32 dem Planungsverband angeschlossenen Gemeinden begrüssen, dazu mehrere Grossräte sowie Kreisplaner Christian Brodmann als Vertreter des Kantons.
Der Gemeindeammann der Gemeinde Böztal, Robert Schmid, welcher auch Fricktal-Regio-Vorstands­mitglied ist, nutzte die Gelegenheit, in einer kurzen Begrüssung in erster Linie die innovativen Landwirte und Rebbauern der Gemeinde Böztal in den Fokus zu stellen.
Bevor die Anwesenden die Behandlung der traktandierten Geschäfte an die Hand nahmen, gedachten sie in einer Schweigeminute dem am 10. Oktober überraschend verstorbenen Gemeindeammann von Kaisten, Arpad Major.

Jahresziele 2025
Bei den Jahreszielen 2025 erwähnte Präsidentin Francoise Moser das Regionale Entwicklungskonzept, das – nach Vorliegen wichtiger Grundlagen und der Erarbeitung wesentlicher Inhalte – 2025 nun überarbeitet und verabschiedet werden soll.
Nach der Erarbeitung und Vertiefung einer Wohnstudie in den Jahren 2022 bis 2024 soll nächstes Jahr das attraktive Wohnen weiterhin gefördert werden. Wie die Präsidentin mitteilte, arbeitet Fricktal Regio mit in der «Pilotstudie Wohnraumentwicklung am Beispiel Fricktal Regio» des Kantons Aargau und im Modellvorhaben «Wohnraumschaffen durch interkommunale adaptive Entwicklungsplanung» (Regionalverband Hochrhein-Bodensee). An die Gemeindevertreter gerichtet sagte sie, dass der Kanton im Fricktal nun auf der Suche nach Schlüsselarealen für zukunftsorientiertes Wohnen sei und nächstes Jahr auf erste potenzielle Standortgemeinden zugehen werde.
Im Themengebiet Standortförderung werden die bestehenden Massnahmen 2025 weitergeführt. Auf dem Programm stehen etwa das Fricktaler Wirtschaftsforum, die Fricktaler Werkgespräche, die IG Kommunikation Life Sciences oder die Mitarbeit in Areal- und Gebietsentwicklungen wie dem Sisslerfeld.
Der naturnahen Landschaft kommt gemäss Vision und Leitbild eine zunehmend wichtige Bedeutung für die Entwicklung des Fricktals zu. Fricktal Regio nimmt deshalb auch wichtige Entwicklungstrends auf wie den Klimawandel und den zunehmenden Druck auf die naturnahe Landschaft. 2025 ist in Zusammenarbeit mit dem Naturama und dem Jurapark die Veranstaltung «Naturnahes Grün in Aargauer Gemeinden» geplant. Zudem steht die Überarbeitung des Landschaftsentwicklungskonzept an.
Eine Überarbeitung ist auch im Bereich «Langzeitpflege» beziehungsweise bei der Pflegeheimplanung nötig, welche angeben soll, wann und wo bis 2040 ein Pflegeheim gebaut werden soll.

Budget 2025
Das Budget 2025 basiert nochmals auf einem unveränderten Mitgliederbeitrag von Fr. 3.50 pro Einwohnendem. Es sieht einen Aufwand­überschuss von 23 700 Franken vor. Sobald etwas mehr Klarheit über künftige Kantonbeträge herrsche, werde sich dann auch zeigen, welche Mitgliederbeiträge ab 2026 notwendig sein werden.

Siedlungsgebiet und Mobilität
Bei den nächsten drei Traktanden ging es darum, einen formellen Schlusspunkt hinter drei aufwändige, arbeitsintensive Projekte zu setzen. Es standen die Genehmigung des Regionalen Siedlungsgebietsmanagements (Prozessdesign und Räumliches Zielbild) sowie der Mobilitätsstrategie an. Alles Projekte, welche, trotz formellem Abschluss, erst die Voraussetzung für die weitere Arbeit der Regionalplanung schaffen. So etwa beim Prozessdesign Siedlungsgebietsmanagement, bei dem es beispielsweise auch darum geht, dass gemäss Raumplanungsgesetz auszuzonendes Land nicht «verloren» sein sondern in einen «Topf» wandern soll. Aus diesem können sich dann andere Gemeinden im Bedarfsfall nach klar definierten Kriterien wieder «bedienen».
Keine Lösungen, aber Lösungsansätze, in welche Richtung sich die Mobilität im Fricktal entwickeln soll, hält die Mobilitätsstrategie bereit. Erwähnt seien etwa die Förderung der kombinierten Mobilität mit der nötigen Pflege der Bahnhöfe als Umsteigeorte, einer Stärkung des öffentlichen Verkehrs (auch grenzüberschreitend, inkl. attraktiver Tarifverbünde), einer guten Erreichbarkeit der regionalen (Verkehrs-)Hotsports oder etwa schnellen attraktiven Veloverbindungen. Die Resultate der Mobilitätsstrategie werden übrigens am Gemeindeseminar 2025 (22. und 23. Januar) aufgenommen und «Aus der Praxis für die Praxis» vertieft. Erkenntnisse aus der Mobilitätsstrategie werden zudem aktiv in Planungen wie dem Gesamtverkehrskonzept (GVK) Raum Frick-Stein-Laufenburg und bei regionalen Stellungsnahmen eingebracht – und dank gemeinsamer Strategie des gesamten Fricktals auch bei kantonalen Stellen mehr Gehör finden.
Nach erläuternden Worten der Fricktal-Regio-Vorstandsmitglieder Robert Schmid (Siedlungsgebietsmanagement) und Gunthard Niederbäumer (Mobilitätsstrateie) wurde allen drei Genehmigungsanträgen von den Delegierten stattgegeben.

Fricktal-Regio-Präsidentin Françoise Moser gratuliert dem neuen Vorstandsmitglied André Maier zur Wahl. Foto: Jörg WägliErsatzwahl
Zum Abschluss der ordentlichen Traktanden galt es, nach dem Ausscheiden von Rebecca Melton, Laufenburg, eine Ersatzwahl in den Vorstand des Planungsverbandes vorzunehmen. Wiederum von der Stadt Laufenburg nominiert worden war Stadtrat André Maier, welcher einstimmig gewählt und von den Anwesenden mit einem herzlichen Applaus als neues Vorstandsmitglied willkommen geheissen wurde. Abschliessend dankte Françoise Moser der Geschäftsstelle und den Vorstandsmitgliedern und dem Kreisplaner für die gute Zusammenarbeit sowie den Gemeindevertretern für die Zeit, die sie sich jeweils für die Regionalplanung nehmen.

Berufsfachschule: Fricktal soll gemeinsam Stärke zeigen
Unter Verschiedenes musste Mitte- Grossrat Alfons P. Kaufmann den Anwesenden mitteilen, dass die (teilweise) Ansiedlung der Berufsfachschule Gesundheit und Soziales in Rheinfelden bedroht ist. Nachdem der Standort Brugg aus allen Nähten platzt, hat Rheinfelden sich nicht nur um eine Teilübernahme beworben, sondern auch entsprechend Land erworben. Am 14. Oktober, so Kaufmann, habe nun der Kanton mitgeteilt, dass Rheinfelden nicht mehr auf der Liste der möglichen Standorte figuriere. Diese Absage sei notabene ohne Begründung erfolgt. Ein Umstand, den das Fricktal so nicht akzeptieren will. Zusammen mit den Grossrätinnen Claudia Rohrer (SP) und Desirée Stutz (SVP) hat Alfons P. Kaufmann einen Brief aufgesetzt, in welchem eine Aussprache mit dem Regierungsrat verlangt wird. Nachdem dieser Brief bereits von allen Fricktaler Grossratsmitgliedern mitunterzeichnet wurde, soll er nun auch von allen Fricktaler Gemeinden mitgetragen werden. «Es ist wichtig, dass der Brief auch von allen Gemeinden sowie den Fricktaler Pflegeinstitutionen mitunterzeichnet wird», betonte Alfons P. Kaufmann: «Das Fricktal muss geschlossen auftreten und alles daran setzen, diese Berufsfachschule, welche auch für unsere Institutionen wichtig ist, zu erhalten.» Für seine engagierten Ausführungen und seinen Einsatz durfte Alfons P. Kaufmann einen kräftigen Applaus entgegennehmen – auch ein Zeichen, dass das Fricktal in dieser Sache gemeinsam Stärke zeigen will.
Um 20.20 Uhr konnte der offizielle Teil geschlossen und nach kurzer Pause zum zweiten Teil unter dem Titel «Gesucht: Gemeinderat» übergeleitet werden (siehe separaten Artikel: «Gesucht: Gemeinderat» – einige Lösungsansätze»).

Bilder
Erstes Bild: Die Abgeordneten von Fricktal Regio auf dem Lindenhof in Bözen. Foto: Jörg Wägli
Zweites Bild: Fricktal-Regio-Präsidentin Françoise Moser gratuliert dem neuen Vorstandsmitglied André Maier zur Wahl. Foto: Jörg Wägli