(eing.) Eine feministische Gruppe hat am 14. Mai in Liestal Statuen mit violettem Stoff umhüllt und so nach eigener Ansicht «symbolisch verschönert».
Wie die Gruppe in einer Medienmitteilung schreibt, mache die Aktion sichtbar, was im öffentlichen Raum oft unsichtbar bleibe: «Frauen und genderqueere Personen prägen unsere Gesellschaft entscheidend mit; im Stadtbild sind sie jedoch kaum präsent.»
Das Stadtbild in Liestal sei bis heute stark von männlichen Figuren geprägt. Gleichzeitig seien auch politische Institutionen wie der Landrat und der Regierungsrat, die beide in Liestal tagen, weiterhin mehrheitlich männlich besetzt. «Unsere Aktion stellt deshalb in Frage, wer sichtbar ist, wer repräsentiert wird und wessen Geschichten erzählt werden», sagt das Kollektiv.
Mit der Aktion macht das Kollektiv auf den feministischen Streik vom 14. Juni aufmerksam und ruft bereits ein Jahr zuvor zum grossen schweizweiten Carestreik 2027 auf. In einem Monat, am 14. Juni, findet auch in Liestal ab 11 Uhr eine feministische Veranstaltung statt. Gemeinsam stimmen sich die Streikenden auf den Carestreik 2027 ein und nehmen symbolisch auf Liegestühlen im Stedtli Platz. Das Ausruhen steht dabei nicht für Passivität, sondern für eine politische Botschaft, sagt die feministische Gruppe: «Ausruhen von täglich geleisteter, unbezahlter Carearbeit. Ausruhen von sexualisierter, physischer, psychischer und digitaler Gewalt. Ausruhen von gesellschaftlichen Strukturen, die Frauen und genderqueere Personen noch immer benachteiligen.»
Der feministische Streik mache sichtbar, was die Gesellschaft täglich zusammenhalte und trotzdem oft übersehen werde. «Carearbeit und emotionale Arbeit tragen unsere Gemeinschaft. Ohne sie funktioniert unsere Gesellschaft nicht, und trotzdem erhält sie viel zu wenig Wertschätzung”, betont das feministische Kollektiv.
Das Denkmal sei – im doppelten Sinne – überfällig. Das feministische Kollektiv ruft zur Mobilisierung auf: «Heraus zum 14. Juni!»
Bilder: Impressionen von der feministischen Umhüllungsaktion in Liestal
Fotos: zVg