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Vereinsgründung (von links): Der Gründungsvertrag wird unter anderem von Bruno Tüscher, Gemeindeammann Münchwilen, Karin Engel, Gemeindeschreiberin Sisseln, sowie Rainer Schaub, Gemeindeammann Sisseln, unterschrieben. Foto: Ben Sawicki

Energie und Mobilität im Reallabor – Gründungsversammlung Verein Reallabor Sisslerfeld

(pd) Am Dienstag, 24. Oktober, hat die Gründungsversammlung vom Reallabor Sisslerfeld für Energie- und Mobilitätsthemen in Münchwilen stattgefunden. Unter den Anwesenden waren neben Dieter Egli, Regierungsrat des Kantons Aargau, und dem Präsidenten der ETH Zürich, Joël Mesot, weitere hochrangige Vertreter aus Politik, Verwaltung, Forschung und Industrie.

Dieter Egli, Regierungsrat des Kantons Aargau. Foto: Ben SawickiUm die Zukunftsthemen Energie und Mobilität systematisch im Rahmen eines Reallabors weiterzuverfolgen, haben die vier Sisslerfeld-Gemeinden Eiken, Münchwilen, Sisseln und Stein an der Sommergemeindeversammlung einer Vereinsgründung zugestimmt. Ein Reallabor bietet eine Plattform, auf der sich verschiedene Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft vernetzen und gemeinsam an Lösungen arbeiten.
Ein solcher Verein kann dazu beitragen, Lösungen für die grossen aktuellen Herausforderungen im Energie- und Mobilitätsbereich zu finden und gleichzeitig die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren zu fördern. Der NFS Automation, ein vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützter Forschungsverbund, und das Energy Science Center der ETH Zürich sind von Beginn an aktive Partner und haben das Ziel, innovative Lösungen mit Hilfe des Vereins umzusetzen. «Ein Reallabor bietet die grosse
Chance, dass neueste Erkenntnisse der Forschung in einem alltäglichen Setting getestet werden und die Unternehmen und Gemeinden auf diese Weise viel schneller praktische und gut umsetzbare Lösungsansätze erhalten», sagt ETH-Zürich-Professorin Gabriela Hug, Co-Direktorin des NFS Automation. Der Verein bietet darüber hinaus die Möglichkeit, Fördermittel von der öffentlichen Hand, aber auch von Stiftungen oder Unternehmen zu beantragen. Die Gründung des Vereins als Reallabor im Bereich Energie und Mobilität bietet eine spannende Möglichkeit, um praktische Erfahrungen zu sammeln und gemeinsam innovative Lösungen zu erarbeiten. Die Gemeinde Münch­wilen wird die Federführung übernehmen und den Vereinssitz stellen.

Prof. Dr. Joël Mesot, Präsident ETH. Foto: Ben SawickiHintergrundinformationen
Das Sisslerfeld ist gemäss kantonalem Richtplan ein Entwicklungsschwerpunkt von kantonaler Bedeutung. Die vier Gemeinden Eiken, Münchwilen, Sisseln und Stein, der Regionalplanungsverband Fricktal Regio und der Kanton haben Ende 2018 vereinbart, das Sisslerfeld gemeinsam zu entwickeln, um möglichst rasch die Markt- und Baureife zu erreichen. Von den rund 200 Hektaren Arbeitszone sind noch rund 80 Hektaren nicht überbaut. Aufgrund der überregionalen Bedeutung arbeiten auch die Stadt Bad Säckingen und der Regionalverband Hochrhein Bodensee in der Projektorganisation mit. Zusammen mit der Bevölkerung, den lokalen Unternehmen und den Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern wurden im Jahr 2019 die «Leitsätze Sisslerfeld» als Leitplanken für die weitere Entwicklung formuliert. Zahlreiche Fachleute hatten danach in einer Testplanung verschiedene Lösungsansätze zur Umsetzung der Leitsätze «getestet». Als Ergebnis wurden acht Stossrichtungen für einen nachhaltigen Zukunftsort Sisslerfeld entwickelt. Aktuell werden diese in einen behördenverbindlichen regionalen Sachplan überführt.
Diese Entwicklung bietet die einmalige Gelegenheit, dass das Sisslerfeld als Arbeitsplatzgebiet national und international eine Vorreiterrolle in der nachhaltigen Energieversorgung und in zukunftsorientierten Mobilitätsfragen einnehmen kann.

Patrick Geiger, Gemeinderat Münchwilen und Präsident Verein Reallabor Sisslerfeld. Foto: Ben SawickiÜber NFS Automation
Der Nationale Forschungsschwerpunkt (NFS) Automation will die Position der Schweiz als weltweit führendes Zentrum für Forschung, Ausbildung und Innovation in der Automatisierungs- und Regelungstechnik stärken. Die beteiligten Wissenschaftler:innen aus der ganzen Schweiz erforschen neue methodische Ansätze zur Produktion, Speicherung und Verteilung von Energie einschliesslich neuer Ansätze der Computertechnologie und der künstlichen Intelligenz. Die im NFS Automation entwickelten Methoden und Algorithmen werden auf reale Probleme in der Automatisierung von Energienetzen, in zukünftigen Mobilitätssystemen und in industriellen Prozessen angewendet.
Der NFS Automation wird von der ETH Zürich geleitet; das Forschungsnetzwerk umfasst Institute der EPF Lausanne, der Empa, der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), der Universität Zürich (UZH), der Universität Basel und der Fachhochschule Südschweiz (SUPSI). 31 Principal Investigators (PI) leiten die wissenschaftliche Arbeit, und zahlreiche Doktoranden und Postdoktoranden sind in den verschiedenen Forschungsteams tätig.

Bilder
Erstes Bild: Vereinsgründung (von links): Der Gründungsvertrag wird unter anderem von Bruno Tüscher, Gemeindeammann Münchwilen, Karin Engel, Gemeindeschreiberin Sisseln, sowie Rainer Schaub, Gemeindeammann Sisseln, unterschrieben. Foto: Ben Sawicki
Zweites Bild: Dieter Egli, Regierungsrat des Kantons Aargau. Foto: Ben Sawicki
Drittes Bild: Prof. Dr. Joël Mesot, Präsident ETH. Foto: Ben Sawicki
Viertes Bild: Patrick Geiger, Gemeinderat Münchwilen und Präsident Verein Reallabor Sisslerfeld. Foto: Ben Sawicki