(rok) Inspiriert von der Tour de Suisse Bergzeitfahr-Etappe von Beckenried über Emmetten hoch zur Stockhütte im vergangenen Jahr, wurde das Ziel vom Velolager der Jungradler Sulz-Gansingen für dieses Jahr in einem Lagerhaus oben in der Stockhütte gefunden.
Im Gegensatz zur Tour de Suisse starteten aber die Jungradler nicht in Beckenried, sondern im Fricktal und radelten mit ihren Leitern über 100 Kilometer in die Zentralschweiz, bevor der zünftige Schlussanstieg in Angriff genommen wurde.
In vier Velogruppen unterwegs
Um den Kindern in ihren Altersgruppen gerecht zu werden und sie bestmöglich zu betreuen, wurden vier Velogruppen nach Stärke- und Altersklassen gebildet, jeweils ausgestattet mit zwei Leiterpersonen auf dem Velo und drei bis fünf Kindern. Die Gruppen erhielten die Namen von Profi-Athleten, nämlich «Fabian Weiss» für die Jüngsten, «Marlen Reusser» für die Mädchengruppe, «Tadej Pogačar» für die älteren Jungradler und «Wout van Aert» für die U17-Grupppe.
Während die U17-Gruppe «Wout van Aert» mal da und dort einen Zusatz-Berg oder eine Verlängerung eingebaut hatte, radelten die jüngeren mehr oder weniger direkt. Das war bei der Hinfahrt auch nötig, denn mit dem Schlussanstieg hoch zur Stockhütte (ca. 1000 Höhenmeter) wartete die Krönung zum Abschluss vom ersten Tag der Dreitagestour.
Die Hinfahrt startete gleich mit dem Anstieg auf die Ampfernhöhe. Gestärkt nach einem Znünihalt in Wildegg, wurde das Seetal mit Hallwiler- und Baldeggersee passiert, bevor dann der Mittaghalt auf einem Bauernhof in Rothenburg genossen werden konnte. Gestärkt und ausgeruht ging die Fahrt weiter durch die Stadt Luzern und entlang des Vierwaldstättersees. Nach einem letzten Zvierihalt ging der happige Anstieg mit über 1000 bevorstehenden Höhenmetern los. Das war eine wahrliche Herausforderung, wenn man doch schon den ganzen Tag unterwegs war und schon fast 100 Kilometer in den Beinen hatte. Mit viel gegenseitiger Motivation, dem tiefen Griff in die Trickkiste der Ablenkung, mit vielen Pausen oder mit Schlangenlininenfahren erreichten sämtliche Kinder aus eigener Leistung und ohne Auto das Lagerhaus auf der Stockhütte – wer hätte das gedacht?
Ruhetag mit aktiver Erhohlung und Klettersteig
Der mittlere Tag der Dreitagestour war der Ruhetag, wo die Rennvelos nicht angefasst wurden, damit die Kinder dann am letzten Tag wieder bereit waren für die Rückfahrt. Die Region Klewenalp-Stockhütte hatte mit dem Klettersteig Ergglen eine interessante Herausforderung in der Höhe zu bieten. Nach einer Wanderung und dem Ausblick vom Stollen über den Vierwaldstättersee und das Mittelland wurde der Klettersteig in Gruppen absolviert. Gesichert mit Helm, Gurt und Fallstop führten die Leiter die Kinder – teilweise auch umgekehrt – einander sicher durch den Klettersteig, der aus verschiedenen Brücken- und Kletterpartien sowie einem Felstunnel bestand.
Rückfahrt mit der Fähre begonnen
Für die Rückfahrt zurück nach Sulz führte die Route nach der Abfahrt von der Stockhütte hinunter auf die Fähre «Tellssprung», welche die Gruppe samt Begleitfahrzeug über den Vierwaldstättersee nach Gersau brachte. Von dort ging es mehrheitlich flach entlang des Rigis bis nach Küssnacht zum Znünihalt und dann im Reusstal weiter nach Zufikon, wo der MIttaghalt war. Eigentlich waren viele Kinder schön müde, aber das kurze und spontan durchgeführte Ausscheidungsfahren beim Zvierihalt im Schachen in Brugg liess die Kinder die Müdigkeit kurz vergessen. Schliesslich führte der letzte Teil der Strecke wieder über die Ampfernhöhe, wo alle gemeinsam in Sulz beim Turnhallenplatz ankamen und von ihren Eltern glücklich und müde in Empfang genommen werden konnten.