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Zeiningen: 50 Jahre Abfallwirtschaft (GAF)  wird gefeiert

Zeiningen: 50 Jahre Abfallwirtschaft (GAF) wird gefeiert

Am vergangenen Mittwoch, 26. Juni, feierte der Gemeindeverband Abfallbewirtschaftung Unteres Fricktal (GAF) im Blockhaus in Zeiningen sein 50-jähriges Bestehen. Der Anlass begann mit der Abgeordnetenversammlung, bei der drei neue Vorstandsmitglieder gewählt wurden. Beim anschliessenden Apéro sowie beim Abendessen mit Programm wurde das Jubiläum gebührend gefeiert.

LILIA STAIGER

Die Jubiläums- und Abgeordnetenversammlung begann um 18 Uhr mit der Begrüssung der Anwesenden durch Präsidentin Gisela Taufer. Bei der Präsentation des Jahresberichts 2023 stand das Jubiläum des GAF ebenfalls im Mittelpunkt. Dieser Meilenstein sei dem Engagement und Enthusiasmus vieler Akteure zu verdanken, erklärte die Präsidentin. In den vergangenen 50 Jahren habe der GAF dazu beigetragen, die Region für Umweltfragen zu sensibilisieren und das Recycling zu fördern. Der GAF wird die Entsorgungsgebühren trotz des per 1. Januar 2024 um 0,4 % angestiegenen Mehrwertsteuersatzes nicht erhöhen, teilte Gisela Taufer des Weiteren mit.

Wahl drei neuer Vorstandsmitglieder
Ein wichtiges Traktandum der Abgeordnetenversammlung waren ausserdem die Ersatzwahlen: Da die drei Mitglieder des GAF-Vorstands Daniel Buser aus Buus, Walter Jucker aus Rheinfelden und Eliane Ryf aus Wegenstetten zurückgetreten sind, wurden drei neue Vorstandsmitglieder für 2024 bis 2026 gewählt: Claudia Rohrer, Stadträtin in Rheinfelden, Marion Wegner, Gemeindeamman in Wallbach und Sascha Tonazzi, Gemeindeschreiber in Maisprach.
Weiter ging es mit Besuchen und Ausflügen im Jahr 2023: Die Beiräte und der GAF-Vorstand besuchten im Herbst 2023 die Rhenus AG in Basel, wo sich der grösste Umschlag- und Lagerplatz von Agrarprodukten befindet und wo auch Wertstoffe kosteneffizient und schnell transportiert werden.

Neuer Geschäftspartner
Zudem wurde der letztjährige Personalausflug des GAF vorgestellt, bei dem das Kloster Muri besichtigt wurde und der mit einer Schifffahrt auf dem Hallwilersee abgerundet wurde. Auch der neue Geschäftspartner des GAF, die Stiftung MBF, die seit dem 1. Januar 2024 die Reinigung der Bioklappen, die Lieferung von Grüngutcontainern und das Verteilen der Grüngut- und Kunststoffsäcke übernimmt, wurde vorgestellt. 
Zum Abschluss der Abgeordnetenversammlung bedankte sich Gisela Taufer herzlich bei allen Abgeordneten sowie Vorstandskolleginnen und -kollegen und ebenfalls bei den Werkhofmitarbeitern für ihren Einsatz. Alle Teilnehmenden wurden zu einem Apéro im Freien eingeladen. Die Musikgesellschaft Zeiningen sorgte für musikalische Unterhaltung, und es herrschte eine fröhliche Stimmung. Insgesamt 93 Gäste nahmen am Apéro teil.

Rückblick auf 50 Jahre GAF
Im direkten Anschluss, ab 20 Uhr, fand die Jubiläumsfeier mit 60 geladenen Gästen, darunter Abgeordnete, Vertragspartnerinnen und -partner und ehemalige sowie amtierende Vorstandsmitglieder, statt. Das Abendessen wurde von einem festlichen Programm begleitet. Präsidentin Gisela Taufer gab zu Beginn der Feier einen Rückblick auf 50 Jahre GAF: Im Gründungsjahr 1974 trug der GAF noch den damaligen Namen ZKF – Zweckverband Kehrichtentsorgung Unteres Fricktal –; die Gemeinden Kaiseraugst, Magden, Möhlin, Olsberg, Rheinfelden, Zeiningen und Zuzgen gehörten zum Verband. 1974 wurden 31 Tonnen Glas gesammelt. Eine eigene Verbrennung war damals aufgrund der zu kleinen Kehrichtmenge undenkbar. 1978 produzierten 23’382 Einwohner des ZKF 5666 Tonnen Kehricht, 242 Kilogramm pro Kopf.

GAF wird national ausgezeichnet
Ab 1981 entlasteten Papiersammlungen die Kehrichtabfuhr, und ab 1983 stagnierten die Kehrichtmengen, während die Glasmengen stiegen. 1989 wurden in diversen Gemeinden gebührenpflichtige Abfallsäcke eingeführt, und ab 2000 begann in den 10 Verbandsgemeinden die Ära des Einheitssacks/der Einheitsvignette; zudem wurde der Abfallkalender eingeführt. 2001 nahm der GAF am ersten weltweiten Clean-up-Day teil. Ab 2002 wurde der Kehricht nur noch einmal wöchentlich gesammelt, und ab 2003 wurden Papier und Karton separat gesammelt. Ab 2004 wurde in den einzelnen Gemeinden nach und nach die Grüngutentsorgung eingeführt. 2007 startete der GAF das Pilotprojekt «MigrantInnen für Abfallfragen sensibilisieren». 2009 erstellen acht MigrantInnen und ihre Kinder im Rahmen des Projekts Kunstwerke aus Abfall, welche am Festival der Kulturen in Rheinfelden der Bevölkerung vorgestellt wurden und seit 2010 an der Unterflursammelstelle der Migros in Rheinfelden zu begutachten sind. 2009 gewann der GAF den ersten Preis von PUSCH für die beste Gemeindeaktion und wurde damit national ausgezeichnet. 

2017 verzeichnete der GAF den erfolgreichen Start der Kunststoffsammlung und präsentierte das Projekt an der Gewerbeausstellung in Magden – in den ersten sechs Monaten wurden 29 Tonnen Kunststoff eingesammelt und bis 2020 rund 300 Tonnen. 2022 definierte der GAF seine Vision neu: «GAF – ihr offizieller, regionaler Entsorgungs- und Recyclingpartner»,

Neue Vorstandsmitglieder
Die beiden anwesenden neu gewählten Vorstandsmitglieder zeigten sich bei der Feier glücklich über ihre Wahl: «Ich bin sehr gespannt, als Stadträtin nun mit diesem neuen Amt auch einen Einblick in einen ganz anderen Bereich zu erhalten und die Kreisläufe der verschiedenen Recyclingbereiche im Detail kennenzulernen», äusserte Claudia Rohrer. Und Gisela Taufer ergänzte: «Es ist auch wirklich eine tolle Sache, die wir machen. Ich bin seit 22 Jahren dabei und bin nach wie vor von dem Konzept und der ständigen Weiterentwicklung des GAF begeistert.» Sascha Tonazzi fügte hinzu: «Ich freue mich, dass ich gewählt wurde. Bislang habe ich als Gemeindeschreiber natürlich immer gut mit dem GAF zusammengearbeitet und nun kann ich auch direkt mitwirken.»

Besuch aus dem Paradies
Am späteren Abend, um 21.30 Uhr, sorgte der «Besuch aus dem Paradies» für eine unterhaltsame Überraschung: Peter Scholer, Ehrenpräsident des GAF, und Erika Abt, ehemalige Geschäftsstellenleiterin, führten als Adam und Eva aus dem Paradies gemeinsam mit Willi Kaufmann, ehemaliger Gewerbevertreter des GAF, der die «Stimme aus dem Paradies» verkörperte, einen Sketch auf, der 50 Jahre GAF in einer einzigartigen und humorvollen Weise zum Besten gab und das Publikum zum Lachen brachte. Seit 50 Jahren habe der GAF ein Auge auf das Abfallparadies unteres Fricktal. Er brachte unter anderem die «Grüne Welle» und sorgte dafür, dass vor jedem Haus ein Grüncontainer stehe. Auch die zahlreichen Projekte, die der GAF initiiert hat, wurden erwähnt. Und das Plastik habe der Teufel erfunden, das schicke man nach Deutschland hinüber, erklärte «Adam» – und die Zuschauer lachten. Und auch da ist etwas Wahres dran: Der GAF lässt die Kunststoffsammlungen in Rheinfelden, Deutschland, zu Granulat verarbeiten. Anschliessend wird dieses an die Georg Utz AG in Bremgarten geliefert, die daraus Behälter, Paletten und Werkstückträger herstellt, unter anderem Bild 2für Coop und Migros, erklärte Gisela Taufer. Hier stünden auch die kurzen Transportwege im Vordergrund, die dem GAF sehr wichtig seien. Adam, Eva und die Stimme aus dem Paradies gratulierten dem GAF zum 50-Jahr-Jubiläum und verteilten noch kleine Schokoladen mit dem GAF-Maskottchen, dem Eichhörnchen, an alle Gäste.

Jubiläumstorte rundet Abend ab
Den krönenden Abschluss bildete die prächtige Jubiläumstorte, die von Präsidentin Gisela Taufer und Vizepräsidentin Marina Zimmermann angeschnitten wurde. Eine rundum gelungene Jubiläumsfeier neigte sich allmählich dem Ende zu – man spürte die Herzlichkeit und gute Zusammenarbeit unter den Teilnehmenden und Geschäftspartnern während der gesamten Feier.

Bild 1: (von links nach rechts) Markus Amsler, Leiter Geschäftsstelle, Eliane Ryf, Wegenstetten, Thomas Freiermuth, Möhlin, Marina Zimmermann, Vizepräsidentin, Walter Jucker, Rheinfelden, Gisela Taufer, Präsidentin, Daniel Buser, Buus, Martina Weiss, Leiterin Finanzen. Foto: MArtina Weiss
Bild 2: Präsidentin Gisela Taufer (links) und Vizepräsidentin Marina Zimmermann schneiden die Jubiläumstorte an. Foto: Lilia Staiger