Man kann es sich beinahe nicht mehr vorstellen, wie man kommunizierte, bevor fast jede und jeder ein Handy auf sich trug. Dabei ist es doch gar noch nicht so lange her. Die Kulturkommission Zeihen zeigte am diesjährigen «Museum attraktiv»-Tag, wie Telefonieren, Musikhören oder Briefeschreiben früher funktionierte.
SONJA FASLER HÜBNER
Die Sonderausstellung im Zeiher Dorfmuseum im Untergeschoss des Gemeindehauses stiess am Sonntagnachmittag auf grosses
Interesse. Telefone aus dem letzten Jahrhundert, etwa ein Apparat aus den 1920er-Jahren aus Marmor, eine alte hölzerne Telefonzentrale eines Hotels oder ein Feldtelefon des Militärs aus den 1930er-Jahren, lösten ebenso grosses Staunen aus. Auch das alte Grammophon, ein altes Radio mit integriertem Plattenspieler sowie Schellackplatten erinnerten an eine Zeit vor dem Musikstreaming.
Und wie leicht schreibt es sich doch heute auf einer Computertastatur, verglichen mit den alten mechanischen Schreibmaschinen. Gerade die schweren, gusseisernen Modelle, etwa ein schwarzer «Monarch Typewriter» aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts stammend, klemmte man sich früher wohl nicht eben schnell unter den Arm, von einem Transport in der Handtasche ganz zu schweigen. Während sich die ältere Generation noch lebhaft an diverse Geräte erinnern konnte, war das meiste für die Kinder Neuland. Umso mehr Zuspruch erfuhr die Spielecke, wo sie auf echten alten, mechanischen Schreibmaschinen tippen durften.
Interessiert lauschten die Besucher, als Kulturkommissions-Präsident Urs Bürgi eine Video-
Schau mit Bildern von anno dazumal zeigte und seine Kommentare mit lustigen Anekdoten spickte. Etwa Bilder der einstmals vier Restaurants in Zeihen und Oberzeihen. Notabene in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts für viele der einzige Ort im Dorf, wo es ein Telefon gab.
Um eine besondere Trouvaille reicher ist das Museum dank Marc Deiss. Der Sammler und Bastler aus Leidenschaft hat eine alte Strassenlampe aufgestöbert und restauriert. Das verschnörkelte Prachtstück aus dem Jahr 1913 war eine der 19 ersten Strassenlampen in Zeihen und ist wieder voll funktionstüchtig.
Bilder:
Urs Bürgi zeigte Bilder von früher und stiess damit auf grosses Interesse; hier beispielsweise das Elternhaus von Nationalrat Christoph Riner.
Ein Prachtstück, dieses alte Telefon aus den 1920er-Jahren aus echtem Marmor.
Besucher bestaunen die alten Telefonapparate.
Kinder hatten grossen Spass am Schreibmaschine-Schreiben.
Marc Deiss hat mit viel Geschick und Geduld eine der ersten Strassenlampen aus dem Jahr 1913 restauriert und dem Museum geschenkt.
Fotos: Sonja Fasler