Seit Anfang Mai gibt es in der Hochrheinregion ein grenzüberschreitendes Veloverleih-System von PubliBike. Für den offiziellen Start in Stein und Bad Säckingen trafen sich heute Mittwoch Gemeindeammann Beat Käser und Bürgermeister Alexander Guhl auf der historischen Holzbrücke – natürlich mit je einem PubliBike.
SONJA FASLER
Das neue Angebot umfasst sieben Gemeinden beidseits des Rheins: Rheinfelden (CH/D), Kaiseraugst, Stein, Bad Säckingen sowie Laufenburg (CH/D). Insgesamt stehen dort rund 50 Fahrzeuge an zehn zentral gelegenen Stationen zur Verfügung, 20 Velos und 30 E-Bikes. Ziel ist es, die Mobilität in der Region nachhaltig zu verbessern und die grenzüberschreitende Vernetzung zu stärken. Dies sei ein weiterer, wenn auch kleiner Mosaikstein, um der Verkehrsproblematik entgegenzutreten, so Gemeindeammann Beat Käser. Bürgermeister Alexander Guhl betonte die seit Jahren gut funktionierende Zusammenarbeit der beiden Orte, die durch die zusätzliche grenzüberschreitende Mobilitätsmöglichkeit dazugewinne.
Bisherigen E-Bike-Verleih in Stein ablösen
In Stein am Bahnhofweg sind es vier E-Bikes und zwei klassische Velos, die ausgeleiht werden können – bei Bedarf wird die Zahl erhöht. Sie lösen den seit vier Jahren bestehenden E-Bike-Verleih der Gemeinde Stein ab. Die 19 weissen E-Bikes, die jetzt noch dort stationiert sind (weitere Standorte gab es im Getec Park Stein AG, in Sisseln und in Eiken) werden laut dem Steiner Gemeindeschreiber Sascha Roth ab Oktober verschwinden, da der entsprechende Vertrag ausläuft. Der Standort am Bahnhof Bad Säckingen stand aufgrund von Vandalismus schön länger nicht mehr zur Verfügung. Man hoffe, so Sascha Roth, dass es im Industriegebiet von Stein auch für die neuen PubliBikes eine Station gebe, was für Pendler attraktiv sein dürfte. Vorerst sucht Stein aber selbst noch nach einem neuen Standort in der Bahnhofregion, da der jetzige private Standplatz längerfristig nicht mehr zur Verfügung stehe. Eine Arbeitsgruppe, die zurzeit gebildet werde, soll unter anderem eine Alternative finden, die ab 2027 zur Verfügung stehen solle, so Roth.
Öffentlichen Verkehr ideal ergänzen
Die Velos können nicht nur an jeder Station im Hochrheinnetz, sondern auch an anderen Orten im PubliBike-Netz ausgeliehen und flexibel wieder zurückgegeben werden (One-Way-System). Die Nutzung erfolgt einfach und benutzerfreundlich über die PubliBike-App, in der Registrierung, Ausleihe und Bezahlung integriert sind.
Das Bike-Sharing-System soll den öffentlichen Verkehr ideal ergänzen und insbesondere die sogenannte «letzte Meile» erleichtern. Pendlerinnen und Pendler können damit den Weg zwischen Bahnhof, Arbeitsplatz, Wohnort oder auch in die Nachbargemeinden effizient überbrücken. Für die Hochrheinregion wird ein spezieller, vergünstigter Tarif («B-Fit Pendler Hochrhein») angeboten. Zum Start profitieren Nutzerinnen und Nutzer zudem von einem kostenlosen 7-Tagespass, bei dem die ersten 30 Minuten jeder Fahrt gratis sind.
Dreijähriges Pilotprojekt
Das Pilotprojekt ist auf drei Jahre angelegt und soll bei Erfolg weiter ausgebaut sowie um zusätzliche Standorte entlang des Hochrheins ergänzt werden. Die Gesamtkoordination übernimmt der Landkreis Waldshut. Finanziell getragen wird das grenzüberschreitende Vorhaben durch eine breite Partnerschaft. Dazu gehören die Hochrheinkommission, der Kanton Aargau, die Landkreise Waldshut und Lörrach, die SBB Deutschland GmbH sowie der Waldshuter Tarifverbund (WTV). Gemeinsam ermöglichen sie durch Co-Finanzierung und Kooperation die Umsetzung dieses innovativen Mobilitätsangebots.
Alle Informationen dazu unter https://www.publibike.ch/de/hochrhein
Bild: Beat Käser (links) und Alexander Guhl hoffen, dass das neue Veloverleih-System Anklang findet. Foto: Sonja Fasler