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Auf dem roten Teppich flanieren und die neusten Trends auf dem Automarkt bestaunen. Foto: zVg

Verbrenner, Hybrid oder Elektro? 13. Autoausstellung im Sport- und Freizeitcenter Bustelbach in Stein stiess auf grosses Interesse

Welche Antriebsart darf es denn sein? Elektro, Benziner, Diesel oder Hybrid? Das ist eine der grossen Fragen, vor der potenzielle Neuwagenkäufer in der heutigen Zeit stehen. Die AGVS Autoausstellung in Stein präsentierte am vergangenen Wochenende auf dem Areal des Sportcenters Bustelbach über 100 Neuwagen von 21 verschiedenen Marken und zeigte Besucherinnen und Besuchern, die vor allem am Samstag und Sonntag in Scharen kamen, die aktuellen Trends auf dem Automarkt.

SONJA FASLER HÜBNER

Die Autobranche sei in einer Transformationsphase, erläuterte Heinz Frei, Vizepräsident des Auto Gewerbe Verbands Schweiz (AGVS) Sektion Aargau und AGVS-Obmann der Region Fricktal, dem Publikum anlässlich der offiziellen Eröffnung zur 13. Ausgabe des «Steiner Automobilsalons». «Die Rahmenbedingungen für Garagisten verändern sich laufend und dies stellt viele Betriebe vor grosse Herausforderungen.» Elektromobilität, Digitalisierung, die Einführung von Agenturmodellen bei diversen Marken und der Fachkräftemangel machten der Branche zu schaffen, so Frei.

Die Autoaustellung war gut besucht. Foto: zVgKlein, aber fein
Einer Studie zufolge werde die Zahl der Markenhändler künftig leicht abnehmen. «Auch bei uns im Fricktal ist dieser Wandel bereits spürbar. Es wird immer schwieriger, eine Mehrmarkenausstellung zu organisierten», beschrieb der AGVS-Obmann die Problematik. Obwohl die Ausstellung in früheren Jahren auch schon etwas grösser war, kam die Auto-Messe in Stein beim Publikum an. Das Kleine, Überschaubare, der familiäre Rahmen sozusagen, sei wohl das Erfolgsgeheimnis der Autoausstellung in Stein. «Internationale Ausstellungen bekunden Mühe und klagen über Absenzen grosser Marken oder müssen Veranstaltungen gar absagen», weiss Frei. Das «Konzept Stein» scheint sich also immer noch zu bewähren. «In kurzer Zeit erhält man hier Informationen zu Fahrzeugen, Antriebsarten und Ladeinfrastruktur.» Zudem rundeten diverse Gastaussteller, unter anderem ein Fahrrad-Händler mit den neusten E-Bikes, das Angebot der Auto-Messe ab. Ausstellungsleiter Chris Regez und seinem Team sei es einmal mehr gelungen, eine tolle Ausstellung auf die Beine zu stellen, lobte Frei.
Unter den ausgestellten Neufahrzeugen waren alle relevanten Antriebsarten zu finden. Dazu gab es die massgeschneiderte Beratung von Fachleuten. Erfreulich sei, so Frei, dass sich die Lieferfristen für Neufahrzeuge wieder verkürzt hätten, was auch eine Entspannung auf dem Occasionsmarkt zur Folge habe.

Trend zu Hybrid- und Elektroantrieb
Den schwierigen Rahmenbedingungen in der Branche zum Trotz sind immer mehr Fahrzeuge auf den Strassen unterwegs. 2022 waren in der Schweiz 6,4 Millionen motorisierte Fahrzeuge immatrikuliert, was gegenüber dem Jahr 2000 einer Zunahme von 39 Prozent entspricht. Rund drei Viertel davon sind (4,7 Millionen) sind Personenwagen. Die Zahl der Elektrofahrzeuge macht dabei mit ca. 2,3 Prozent immer noch einen kleinen Anteil aus. Die Elektroquote sei im Kanton Zug mit 4,8 Prozent am höchsten. «Seit einiger Zeit besteht aber ein klarer Trend hin zu Fahrzeugen mit Hybrid- oder Elektroantrieb», bestätigt Heinz Frei. «Nur noch 44 Prozent der aktuell verkauften Fahrzeuge verfügen über einen reinen Verbrennungsmotor.»
Die neuen Antriebstechnologien stelle auch die Ausbildung der jungen Berufsleute in der Branche vor grosse Herausforderungen. An der Ausstellung in Stein warb der AGVS an einem Stand für die Lehre im Autogewerbe.
Auch Steins Gemeindeammann Beat Käser liess es sich nicht nehmen, an der Eröffnung der Ausstellung teilzunehmen. In seiner kurzen Grussbotschaft lobte er die innovativen Lösungen, die von den Ausstellern geboten würden. «Innovation ist überhaupt das Schlüsselwort im Autogewerbe», so Käser. Erfreulich sei, dass der Nachhaltigkeit Rechnung getragen werde, und die Autobranche vermehrt auf umweltfreundliche Technologien setze.

Vor allem am Sonntag nutzten die Besucherinnen und Besucher das schöne Wetter, um noch etwas länger zu verweilen. Foto: zVgZufriedene Aussteller
Während der Freitagabend noch etwas ruhiger war, seien der Samstag und Sonntag ausserordentlich gut besucht gewesen, zog Heinz Frei auf Anfrage von fricktal.info zufrieden Bilanz. «Der Tenor von Aussteller- wie von Besucherseite ist durchwegs positiv.» Gerade das schöne Wetter am Sonntag habe wohl noch das Seine dazu beigetragen, dass die Leute etwas länger blieben. Die Parkplätze seien stets besetzt gewesen, was eine Art Gradmesser für den Besucheraufmarsch sei.
«Um erste Kontakte zu knüpfen ist das Umfeld der Autoausstellung ideal. Es entstanden gute Gespräche und wir konnten zahlreiche Termine für Probefahrten vereinbaren», freut sich der AGVS-Obmann der Region Fricktal. «Das ist das Ziel einer solchen Ausstellung. Was daraus entsteht, wird sich zeigen.»
Kunden würden das Unverbindlliche an einer solchen Veranstaltung schätzen. In eine Garage zu kommen, bedeute immer eine grössere Hürde. Die Besucher seien teils fast etwas erschlagen von der vielen Technik, die in den neusten Fahrzeugen stecken. «Die Komplexität kann gerade ältere Autofahrer etwas überfordern», stellt Frei fest. Allerdings komme man nicht mehr darum herum, werde doch vorausgesetzt, dass man zumindest ein Smartphone bedienen könne.

Autoausstellung 2024 ist in Planung
Auch im kommenden Jahr wolle man wieder eine Autoausstellung auf die Beine stellen, verriet Heinz Frei mit Blick in die Zukunft. Aber: «Wir brauchen jeden Garagisten, sonst ist die Ausstellung nicht mehr bezahlbar.» In Anbetracht der rückläufigen Anzahl Markenhändler keine Selbstverständlichkeit.

Bilder:
Auf dem roten Teppich flanieren und die neusten Trends auf dem Automarkt bestaunen. 
Vor allem am Sonntag nutzten die Besucherinnen und Besucher das schöne Wetter, um noch etwas länger zu verweilen. Foto: zVg
Fotos: zVg