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Zahlreiche Besucher waren zum Neujahrsempfang in den Saalbau gekommen.
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Gemeindeammann Beat Käser: «Stein – das sind wir alle»

Beim traditionellen Neujahrsempfang der Gemeinde Stein hat Gemeindeammann Beat Käser unter dem Motto «Stein – das sind wir alle» an das Gemeinschafts- und Verantwortungsgefühl der Bürgerinnen und Bürger appelliert. Er blickte auf ein insgesamt erfolgreiches Jahr zurück, das aber auch einige Herausforderungen mit sich brachte.

MICHAEL GOTTSTEIN

Gemeindeammann Beat Käser bei der NeujahrsanspracheZahlreiche Bürger waren in den Saalbau gekommen, um sich auszutauschen, die Gemeinschaft zu pflegen und die Sportlerehrungen sowie die Ansprache des Gemeindeammanns mitzuerleben. Doch der tragische Unfall in Crans-Montana überschattete den Neujahrsempfang, weshalb Beat Käser die Besucher bat, der Betroffenen und ihrer Familien mit einer Schweigeminute zu gedenken.
Das vergangene Jahr im Allgemeinen und Katastrophen wie diejenige von Crans-Montana erinnerten daran, was wirklich zähle: Gemeinschaft, Zusammenhalt und Achtsamkeit, so Beat Käser. Er dankte allen Gemeinderäten, Verwaltungsmitarbeitern und den Einwohnern und wünschte allen Gesundheit, Zufriedenheit, Zuversicht und viele schöne Begegnungen. In einer fragilen Zeit gewännen Stabilität, Vertrauen und gegenseitige Unterstützung immer mehr an Bedeutung.

Die Höhepunkte des Jahres 2025

Höhepunkte des Jahres 2025 waren die Bundesfeier auf dem Saalbauplatz mit erfreulich vielen Teilnehmern, der Seniorenausflug an den Hallwilersee und die vielen Begegnungen und Diskussionen. Ein Meilenstein für eine wachsende Industriegemeinde wie Stein war die Eröffnung der zunächst noch in einem Provisorium untergebrachten Kantonsschule, die den Neubau voraussichtlich 2029/30 beziehen wird. Auch die Grossbaustelle Neumatt 2.0 an der Münchwilerstrasse, wo vier Wohnhäuser mit 76 Wohnungen entstanden, sei grösstenteils bezugsbereit, so Beat Käser.

Ein unerfreuliches Thema war natürlich der Abbau von 550 Arbeitsplätzen bei dem Pharmakonzern Novartis. Auf Nachfrage erklärte Beat Käser, er sei zuversichtlich, dass Stein diese Lage bewältigen werde: «Ich bin grundsätzlich ein optimistischer Mensch – natürlich ist der Stellenabbau keine gute Nachricht, aber wir haben in der Vergangenheit immer wieder neue Investitionen erlebt, es ist ein Kommen und Gehen.» Die Unterbringung der Menschen, die im Zuge der Entwicklung des Sisslerfeldes in das Fricktal ziehen werden, bleibe eine Herausforderung. «Wir haben durch Umzonung und innere Verdichtung noch Potenzial für eine bauliche Entwicklung», meinte Verwaltungsmitarbeiter Sascha Roth auf Nachfrage. Anspruchsvolle Aufgaben seien auch der Schulhausneubau und die ständige Weiterentwicklung der Bildungslandschaft, um sich den Bedürfnissen der Kinder und Familien anzupassen, so Gemeinderätin Benie Ankli.

Herausforderungen für 2026 im Dialog bewältigen

«Politisch und administrativ war 2025 ein anspruchsvolles Jahr durch die Infrastrukturprojekte, die Planungsfragen, die finanziellen Herausforderungen und die immer komplexeren gesetzlichen Vorgaben», meinte Beat Käser. «Nicht jede Entscheidung ist einfach, und nicht jede Entscheidung ist für alle gleich angenehm.» Das Ziel müsse sein, verantwortungsvoll, transparent und zukunftsorientiert zu handeln.

Das Flötenquartett mit (von links) Caja Kensch, Jacqueline Kym, Joel Datz und Verena KeslerDie Gemeinde Stein, die zwar aktuell ein Minus im Budget aufweist, aber grundsätzlich auf soliden finanziellen Beinen steht, plant auch für 2026 grössere Investitionen: Käser nannte den Entsorgungsplatz beim Werkhof, die Verbesserung der Verkehrssituation (Stichwort Stau beim Feierabendverkehr), die Einführung einer Tempo-30-Zone auf der Münchwiler- und Rütistrasse, die Überdachung des Saalbauplatzes und den Bau der Kantonalen Mittelschule. Dies solle im Dialog mit der Bevölkerung erfolgen, denn «eine Gemeinde lebt nicht von Verordnungen, sie lebt vom Mitmachen, Sich-Einbringen, Ideenteilen und Fragenstellen.» Und er fügte hinzu: «Es dürfen gerne auch kritische Fragen sein, wenn es angebracht ist.» Mit Respekt, Offenheit und Engagement werde Stein auch 2026 ein Ort bleiben, in dem man gerne lebe und sich daheim fühle, ist der Gemeindeammann überzeugt.

Albana und Gion Mirta beim vierhändigen KlavierspielUmrahmt wurde der Empfang von jungen und engagierten Musiktalenten der Musikschule Region Stein. Klavierlehrer Ilja Völlmy hatte Grund, auf seine Schüler stolz zu sein. Eine beachtliche Leistung bot die junge Pianistin Albana Mirta in Solovorträgen und im vierhändigen Spiel zusammen mit ihrem Bruder Gion Mirta. Mit mehreren Vorträgen zeigten die Flötisten Verena Kessler, Caja Kensch und Joel Datz, was sie von ihrer Lehrerin Jacqueline Kym gelernt hatten.

Bild 1: Zahlreiche Besucher waren zum Neujahrsempfang in den Saalbau gekommen.
Bild 2: Gemeindeammann Beat Käser bei der Neujahrsansprache
Bild 3: Das Flötenquartett mit (von links) Caja Kensch, Jacqueline Kym, Joel Datz und Verena Kessler
Bild 4: Albana und Gion Mirta beim vierhändigen Klavierspiel
Fotos: Michael Gottstein