Nach rund zweijähriger Bauzeit können Pendlerinnen und Pendler, aber auch alle anderen, die die Brücke zwischen Stein und Bad Säckingen befahren sowie die Anwohner aufatmen: Die Sanierung ist – bis auf ein paar Abschlussarbeiten – fertig. Und auch der Heilige Fridolin wacht wieder an seinem angestammten Platz auf dem Sockel in der Mitte des Rheinübergangs über den Verkehr.
SONJA FASLER
Am Montagvormittag weihten Vertreter von dies- und jenseits des Rheins die frisch sanierte Brücke mit der Enthüllung des restaurierten Heiligen Fridolins ein. «Kurz vor knapp» sei es gelungen, die Bronzeskulptur aus ihrem «Kuraufenthalt» in Aarau, den sie bei der Glockengiesserei H. Rüetschi AG verbracht hatte, zurückzuholen, sagte Martin Bühler, Leiter der Unterabteilung Realisierung beim Baudepartement des Kantons Aargau, anlässlich der kurzen Einweihungszeremonie.
Am 27. Juni 2022 startete die erste von drei Bauetappen, während derer der Verkehr fast durchgehend auf zwei Spuren passieren konnte. Eine planerische Herausforderung, wie Bühler ausführte. «Pro Tag überqueren nebst dem übrigen Verkehr drei bis acht Ausnahmetransporte die Fridolinsbrücke, hinzu kommen ein- bis zweimal pro Woche Transporte mit mehr als 120 Tonnen Gesamtgewicht.»
«Technische Herausforderung»
Aber auch sonst galt es einige Widrigkeiten beim Sanieren der rund 40-jährigen Brücke zu überwinden, die altersbedingte Beschädigungen aufwies. Es sei eine technische Herausforderung gewesen, «wie sie bei der Sanierung eines bestehenden Objektes unweigerlich auftreten», so Bühler. «Auch bei der besten Voruntersuchung kann man nicht ins Innere einer Brücke schauen. Vieles sieht man erst, wenn man den Patienten aufmacht», machte er deutlich. Eine zusätzliche Herausforderung war der während der bereits laufenden Projektierung gefällte Entscheid, den Veloverkehr neu über die Fridolinsbrücke zu führen. So mussten Geländer versetzt und die beiden Fahrspuren zugunsten von beidseitigen Gehwegen, die auch vom Veloverkehr genutzt werden, verschmälert werden. «Dies zog wiederum eine Anpassung der Verkehrssituation am Knoten Schaffhauserstrasse/Fridolinsbrücke nach sich», führte Bühler den Anwesenden die komplexe Situation vor Augen. Immer im Hinterkopf mussten die Planer dabei die spätere Neugestaltung des Knotens Schaffhauserstrasse und der Zollanlage auf deutscher Seite haben. Auch die Instandsetzung der beiden Spindelrampen für Fussgänger auf Steiner Seite waren im ursprünglichen Projekt nicht enthalten. Und Pech war, dass die Belagswerke ausgerechnet im Januar, als die Belagsarbeiten hätten erfolgen sollen, revidiert wurden. Letzteres führte dazu, dass von Mitte Dezember bis Anfang Februar gar nichts mehr ging.
Gegen Erdbeben und Schiffsaufprall gewappnet
Das Wetter erschwerte die Bauarbeiten zusätzlich. Alles Gründe, wieso die Brücke nicht wie ursprünglich vorgesehen bereits letzten Herbst fertig wurde. «Uns ist wirklich nichts erspart geblieben», sagte Bühler, betonte aber, dass es ein grosses Glück gewesen sei, dass es während der ganzen Bauphase weder einen Personen- noch einen Fahrzeugunfall gegeben habe. Und ebenfalls erfreulich zu hören: Die Brücke ist nicht nur so gut wie neu, sondern sogar besser, erfüllt sie jetzt doch nicht nur die geltenden Erdbebennormen, sondern würde auch einem allfälligen Schiffsanprall standhalten.
Auch aktuell mache den Verantwortlichen der Dauerregen einen Strich durch die Rechnung, habe man die Baustelle doch Ende Mai abschliessen wollen, so Bühler. Nun hoffe man auf einige schöne Tage, damit die finalen Arbeiten wie die Strassenmarkierungen, die Inbetriebnahme der Lichtsignalanlage und der zweiten Fussgängerrampe erfolgen könnten.
Budget deutlich unterschritten
Im Gegensatz zum Terminplan konnten die veranschlagten Kosten von knapp elf Millionen Franken deutlich unterschritten werden, so Bühler. Diese teilen sich das Land Baden-Württemberg und der Kanton Aargau je hälftig. Für die Gemeinde Stein bleiben lediglich die Kosten für die Sanierung der Personenunterführung. Sie trägt 35 Prozent bzw. 350 000 Franken von rund einer Million Franken.
Auch die Oberhäupter der beiden Anstösserorte machten ihrer Freude über den Abschluss der Arbeiten Luft. Bürgermeister Alexander Guhl freut sich besonders, dass das «Eingangstor» von Bad Säckingen wieder intakt und die als «fahrradfreundlich» geltende Stadt nun auch über die Fridolinsbrücke per Rad erreichbar sei. Gemeindeammann Beat Käser doppelte nach und betonte, dass man spätestens während der Bauphase gemerkt habe, wie wichtig die Rheinüberfahrt für die Pendlerinnen und Pendler sei.