Mit einem Festgottesdienst und mehreren Ansprachen wurde am vergangenen Sonntag dem 200jährigen Bestehen der Fridolinskapelle von Sisseln gedacht. 2022 war die aufwändige Renovierung der Kapelle erfolgt, der Festsonntag bildete quasi das Sahnehäubchen auf die gelungene Massnahme.
Peter Schütz
Durch den Gottesdienst führten gleich vier Geistliche: Diakon Urs Buser aus Stein, der Bad Säckinger Münsterpfarrer Peter Berg, Pfarrer Stefanus Wolo Itu von der Kirchgemeinde Eiken-Stein sowie Berthold Kessler, Pfarreiseelsorger der Kirchgemeinde Eiken-Stein. Die rund eineinhalbstündige Feierlichkeit in der Kapelle umrahmten Organistin Simone Küpfer, der Jodelclub Laufenburg/Rheinfelden sowie drei Alphornbläser. Die Kapelle war bis auf den letzten Platz besetzt.
Festschrift – Dank an Historiker Linus Hüsser
Der Gottesdienst wurde in die ebenfalls gut besuchte Turnhalle übertragen. Im Anschluss daran luden hier die Gastgeber vom Kapellenverein zum Spaghettiessen. Die Moderation der Veranstaltung übernahm Walter Wicky, Präsident des Kapellenvereins. Er überreichte dem Historiker Linus Hüsser für dessen geleistete Arbeit im Zusammenhang mit der Festschrift eine Auszeichnung. Hüsser hatte in den Archiven Nachforschungen über die Geschichte der 1823 erbauten Kapelle betrieben.
Gastredner war Ralf Dümpelmann, Vizeammann der Gemeinde Sisseln. In seiner Festrede sprach er von einem «grossen und würdevollen Ereignis für eine Kapelle, die, in aller Schönheit, in ihrer Bescheidenheit klein bleibt». Er wies auf die ehrenamtliche Arbeit als einer der Eckpfeiler zum Erhalt der Kapelle hin. Seit 1947, also seit 76 Jahren, kümmere sich der Kapellenverein um die Kapelle – «und mit sehr viel Engagement wurde die Sanierung der Kapelle in Angriff genommen», berichtete er. Sicher, es stecke nicht nur ehrenamtliche Arbeit dahinter, die Handwerker mussten schliesslich bezahlt werden. Worum es ihm gehe, sei die Würdigung der vielen Arbeit, der Organisation der Spenden, die Festzeitschrift und das Fest. «All dies ist nicht selbstverständlich, sondern beruht auf dem Engagement von ganz vielen und das ganz überwiegend zu Gottes Lohn», sagte Ralf Dümpelmann. Es sei wichtig und fundamental für die Gesellschaft, «dass Dinge auch unentgeltlich erledigt werden». In diesem Sinn sei die Kapelle ein Zeichen dafür, «dass es nicht nur um das Geld oder auch um die Logik des reinen Verstandes geht.» Ralf Dümpelmann: «Neben dem religiösen Symbol ist diese Kapelle ein Zeichen für das Gute im Menschen. Sie ist ein Symbol für das Transzendente, für das, was uns Menschen in unserer ganzen, unerklärbaren Komplexität ausmacht – möge sie noch 200 weitere Jahre als dieses Symbol wirken.»