(mh) Bei strahlendem Sonnenschein mit unbekanntem Ziel besammelten sich die Theater-Spielleute aus Sisseln vergangenen Samstag punkt 8 Uhr zur eintägigen Vereinsreise. Die Teilnehmer mussten laut Einladung lediglich beste Laune, gute und bequeme Schuhe (Turnschuhe ok) sowie Appetit mitbringen. Alle waren natürlich sehr gespannt, wohin die Reise führen würde.
Nach einer einstündigen Fahrt wurde das erste Geheimnis mit dem Kaffeehalt im Restaurant Platzmühle in Zug gelüftet. Anschliessend durften die Spielleute den spannenden Erzählungen bei der Altstadtführung mit Roland Seeliger in Zug beiwohnen. Eine Episode war die Nacherzählung des legendären Chriesisturms von 1886: Sobald mittags die «Chriesigloggä» ertönte, rannte die Zuger Bevölkerung mit Leitern, Krätten, Körben und Högglä bewaffnet auf die Allmend, wo rund 1000 Kirschbäume standen, die allen gehörten. Wer seine Leiter zuerst am Stamm hatte, dem gehörte das Pflückgut des jeweiligen Baumes. In den Wochen vor Kirschenreife passten Chriesiwächter Tag und Nacht auf, dass nichts geklaut wurde. Auf frischer Tat ertappte Kirschendiebe wurden mit Bussen oder Gefängnis im Zytturm bestraft.
Mit Sicht auf den Zugersee stärkten sich die Vereinsmitglieder mit kühlen Getränken und einem feinen Salat und Pizza im Restaurant Platzmühle. Die Zeit drängte und das kühle Bier musste schnell leergetrunken werden. Ein kleiner Fussmarsch zum Car und eine kurze Carfahrt brachte sie zur nächsten Überraschung, nämlich zur Kirschtortenführung mit Verköstigung. Spannend zu sehen, wie die Kirschtorte immer noch teils in Handarbeit produziert wird. Um ca. 15 Uhr hiess es dann schon wieder «Weiter geht’s!». Wohin, wurde dem einen oder anderen auf der Fahrt bewusst, als man über die schöne und hügelige Landschaft fuhr.
Einsiedeln war das nächste Ziel. Bei strahlendem Sonnenschein gingen alle zu Fuss vom Busparkplatz zu den Schanzen von Einsiedeln. Nach einer kühlen Erfrischung durften sie auch hier einer sehr spannenden Führung mit dem Guide Wisel Oberholzer, ehemaliger Junioreneuropameister in der nordischen Kombination und mehrfacher Schweizermeister, beiwohnen. Sehr imposant war, als die Spielleute auf der 117-m-Schanze von oben nach unten sehen durften. Allen war klar, da braucht es sehr viel Mut der Skispringer, um hier überhaupt herunter zu fahren bzw. zu fliegen. Beim Spaghetti-Plausch oben im Schanzenstübli wurden die Batterien noch einmal aufgeladen. Das war aber noch nicht der Höhepunkt dieser Vereinsreise. Das war sicherlich die Aufführung des „Welttheaters von Einsiedeln“. Eine wunderbare Inszenierung mit dem heutigen Zeitgeist versehen. Die super organisierte Reise wird den Spielleute aus Sisseln noch lange in Erinnerung bleiben. Fotos: zVg