(rd) Dieses Jahr war wieder so ein Jahr: Anstelle eines Ausflugs wurde für die Senioren in Sisseln ein Senioren-Programm organisiert. Das Resultat: Es wurde eine richtige Erlebniswoche.
Am Montag ging es um Geschichte und Geschichten rund um Sisseln. Rund 25 Teilnehmer erzählten von früher. «Waren es fünf oder sechs Posthäuser? Musste jeder Posthalter wirklich ein Haus bauen? Wie war das noch mit dem Geissenberg?» Inspiriert durch Bilder und unterstützt von Historiker Linus Hüsser und der Autorin Elsbeth Bächle wurde nicht nur erzählt, sondern auch Stichworte notiert und Erzählungen aufgenommen. Einige dieser Geschichten sollen ausführlicher aufgeschrieben und dann in der Sissler Poscht veröffentlicht werden.
Kreistänze und Boule
Am Mittwoch ging es weiter mit Kreistänzen aus aller Welt im Werkhof Sisseln. Zehn mutige Seniorinnen und Senioren fanden sich ein. «Ich habe ganz einfache Tänze vorbereitet, die jeder kann», so begann Heike Ledermann, selber Seniorin in Sisseln, ihre Einführung und, «wir werden viel Spass miteinander haben!» Und so war es auch. Zuerst einzeln, dann – je nach Tanz – auch Hand in Hand, wurden zuerst die Grundschritte geübt und dann mit Musik alles zusammen getanzt. Viel gelacht wurde bei einem amerikanischen Tanz und der Musik «Oh Susanna», da die Partner von Hand zu Hand die Positionen wechselten und man sich zuerst kaum mehr wiederfand. Umso schöner, als dann nachher alles gut ging. «Können wir das nicht häufiger machen?», tönte es zum Abschluss. Mal sehen, was daraus entstehen wird.
Am Donnerstag versammelten sich fast 30 Senioren zum Boule spielen vor der Sissler Waldhütte. «Ich habe das noch nie gespielt, wie geht das?» Einige kannten die Regeln, einige waren aus Neugierde gekommen, um zum ersten Mal zu spielen, was man in Italien und Frankreich oft sieht. Rudi Kappeler vom DSM- Kanu- und Bouleclub erklärte geduldig die Regeln und zeigte, wie man die schweren Eisenkugeln wirft. Dann begann sogar ein kleines Turnier auf drei improvisierten Bahnen, wobei die Teams zufällig zusammengelost wurden. Nach einem etwas chaotischen Beginn gewöhnten sich alle an die Regeln und es wurden eifrig Kugeln geworfen, Abstände gemessen und miteinander diskutiert. So sieht eine aktive Gemeinschaft aus, die «den Plausch hat». Zum Abschluss erhielt das Siegerteam, Robert Meier und Heinz Trachsel, je sechs Boulekugeln.
Selbstbestimmt älter werden
In der Sissler Turnhalle ging es am Freitag weiter. «Selbstbestimmt älter werden im Fricktal» hiess der Vortrag von Barbara Steiger und Isabel Pfister. Es geht darum, möglichst einfach die richtigen Dienstleistungen für ganz unterschiedliche Bedürfnisse im Alter zu finden. Die Gemeinde Sisseln wird ab Januar 2025 mit dabei sein, siehe https://www.aelterwerden-fricktal.ch. Ein sinnvolles Angebot? Rundherum war ein Kopfnicken zu sehen und eine Zufriedenheit für diese moderne Art der Kommunikation zu spüren.
Musikalisch ging es weiter mit dem Auftritt von Ingo Anders, Gesang, und Thomas Hofmann, Klavier. Stimmgewältig erfüllte der Tenor die Sissler Turnhalle mit seinem Repertoire an bekannten und weniger bekannten Musicalsongs, Arien und Lieder. Einige Texte waren erstaunlich blutrünstig und makaber. Ingo Anders, auch tätig als Gemeinderat von Eiken, wurde einmal ganz anders wahrgenommen und bestärkte so auch die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden.
«Lotto in der Turnhalle» hiess es im zweiten Teil des Nachmittags. Dabei wurde nicht nur das übliche Zahlenlotto gespielt, sondern auch ein Textlotto, bei dem man etwas mehr über die Gewinnerinnen erfuhr – eine witzige Variation, die sehr gut ankam. Die Seniorenwoche wurde in der Pinte mit einem feinen Nachtessen beendet. «Ich war überrascht, wieviele Personen sich persönlich für diese abwechslungsreiche Woche bedankt haben», fasst Vizeammann Ralf Dümpelmann die Woche zusammen, «offenbar wird es geschätzt, solche gemeinsamen Aktivitäten zu erleben.»