Im Jahr 2023 wurde die Regionalpolizei unteres Fricktal insgesamt 1681 Mal aufgeboten. Das entspricht einer Abnahme von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr 2022. Eine Abnahme gab es auch bei den Velodiebstählen um 40 Prozent. Dies geht aus dem Jahresbericht 2023 hervor, den am Montag Hansueli Loosli, Leiter Regionalpolizei unteres Fricktal, und Walter Jucker, Vizeammann der Stadt Rheinfelden (Ressort Sicherheit und Verkehr) den Medien vorstellten.
PETER SCHÜTZ
Dass die Zahl der Velodiebstähle gegenüber dem Vorjahr derart stark gesunken ist, führten Loosli und Jucker unter anderem auf die im Bereich des Bahnhofs Rheinfelden installierte Videoüberwachung zurück, wodurch verschiedene Tätergruppierungen überführt wurden. Aber: «Es wurde auch festgestellt, dass die Velos nicht optimal an den Veloständern befestigt werden konnten», berichtete Hansueli Loosli.
Die Veloständer werden daher durch neue Modelle ersetzt. Spitzenreiter bei den eingegangenen Anzeigen wegen Fahrraddiebstählen war wie in den Vorjahren Rheinfelden mit 196 Anzeigen – 2022 waren es 340. Aus Möhlin gingen letztes Jahr 23 Anzeigen ein, aus Stein keine. Ergibt in der Summe 219 Anzeigen gegenüber 366 im Vorjahr. Hansueli Loosli sieht auch die Fahrradhalter in der Pflicht: «Eine weitere Reduktion der Diebstähle ist jetzt primär durch das Verhalten der Velofahrenden – hochwertiges Schloss und Befestigung am Ständer – sowie durch die Versicherungen, welche gegenwärtig falsche Anreize setzen, möglich», erklärte er. Und: Die Auswertung des Videomaterials sei sehr zeitintensiv, aber oft die einzige Möglichkeit, Täter überführen zu können.
Im Bereich der Regionalpolizei unteres Fricktal erhöhte sich die Gesamtzahl der Anzeigen und Berichte im Jahr 2023 um fast 47 Prozent auf 1436 Stück. Die Zunahme bei den Anzeigen nach Strafgesetzbuch ist laut Hansueli Loosli den Verstössen gegen das Betreibungs- und Konkursgesetz geschuldet.
Eine verstärkte Kontrolltätigkeit, insbesondere auch der Schwerpunkt E-Bike und E-Scooter, führte zu mehr Anzeigen im Bereich des Strassenverkehrsgesetzes. Bei den Verkehrsbussen ergab sich eine Steigerung um 1105 auf insgesamt 8537. Den Anstieg der Bussen führte die Repol auf Parkplatzkontrollen in Rheinfelden, Fahrverbotskontrollen in Kaiseraugst und Stein zurück. Da Velos und E-Bikes häufig in Unfälle mit Schwerverletzten verwickelt sind, setzte die Repol einen Schwerpunkt – was sich in der Bussenstatistik bei Benutzen der Trottoirs durch Velos und E-Bikes sowie Fahren ohne Licht niederschlug.
Es kam zu 42 Anhaltungen und Festnahmen, 21 mehr als in 2022. Berichte über häusliche Gewalt gab es 98, zwei weniger als 2022, aber 16 mehr als 2021. Eine Zunahme registrierte die Repol bei Verstössen gegen das Ausländergesetz mit 16 – 14 mehr als 2022. Für die Jugendpolizeitätigkeit wendete die Regionalpolizei im Jahr 2023 insgesamt 128 Stunden (2022: 98) auf. Der polizeiliche Unterricht in den Oberstufen sei stark nachgefragt worden, berichtete Hansueli Loosli. Die Möglichkeiten und Gefahren der elektronischen Medien würden eine Sensibilisierung der Jugendlichen erfordern. Als wichtiges Element zur Prävention von Straftaten gilt die sichtbare Polizeipräsenz auch ausserhalb der ordentlichen Büroöffnungszeiten. Diese betrug im letzten Jahr 10 409 Stunden. Die Patrouillenpräsenz, ausgehend von einer jährlichen Nettoarbeitszeit von 1800 Stunden pro Polizistin/Polizist, lag im Jahr 2023 bei 46 Prozent.