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Stadtführer Robi Conrad führt die Schrankorgel vor. Foto: Markus Gisler

Spezialstadtführung für die Rheinfelder Senioren: Besuch in Martinskirche und Johanniterkapelle

(mg) Am vergangenen Mittwochnachmittag trafen sich 24 Personen zu einer speziellen Stadtführung, zu der der Verein SfS Rheinfelden geladen hatte.

Mit Stadtführer Robi Conrad besuchte man das Rheinfelder Fastentuch, das nur während der Fastenzeit in der Martinskirche zu sehen ist. Der zweite Teil der Führung widmete sich anschliessend der neu renovierten Johanniterkapelle.

Vor dem Fastentuch. Foto: Markus GislerDie Martinskirche und das Fastentuch
Das Fasten- oder Hungertuch diente dazu, während der Fastenzeit die Darstellung von Christi Geburt auf dem Hochaltar zu verdecken. Das Tuch stammt aus dem Jahre 1607 und war lange verschollen und vergessen. Während einer Zivilschutzübung im Jahre 1977 entdeckte es Roland Häusel im Inneren des Hochaltars. Seit 1995 wird das Fastentuch als eines von zweien in der Schweiz wieder aufgehängt.
Das Bild wurde mit Ölfarbe auf Leinen in verwaschenen blaustichigen Farben gemalt. In der Mitte ist die Grablegung Christi: Maria mit dem Leichnam, flankiert von zwei Kerzen tragenden Engeln. An den Rändern finden sich Symbole aus der Passionsgeschichte, unter anderem der Hahn, der zwei Mal krähte, die Lanze und die Stange mit dem Essigschwamm, Geissel und Dornenkrone, der Mantel und drei Würfel, das Schweisstuch, Nägel, Werkzeug und eine Leiter.
Nach einem Exkurs über die Fastenzeit und die unterschiedlichen Tricks, die die Gläubigen ausheckten, um beim Fasten das Fleischessverbot umgehen zu können, zeigte Robi Conrad architektonische und künstlerische Besonderheiten der Martinskirche.
So erfuhren die Teilnehmenden, dass die Madonnenbilder, die die Kirchendecke zieren, die Gesichtszüge der Kaiserin Maria Theresia tragen. Man hörte die Schrankorgel im Chor und lernte im Chorgestühl, was es bedeutet, die Klappe zu halten.

Die Rheinfelder Senioren vor der Johanniterkapelle. Foto: Robi Conrad Die Johanniterkapelle
Auf dem Weg zur Johanniterkapelle unterhielt der Stadtführer die Senioren mit Anekdoten aus der Vergangenheit Rheinfeldens. So lernten sie, warum es in den Kurven die Steine des Anstosses gibt und dass die Hübschlerinnen dem ältesten Gewerbe der Welt im Haus «zum Meerfräulein» direkt neben der damaligen Kaserne nachgingen.
In der renovierten Johanniterkapelle erhielt man einen Überblick über den Spitalorden der Johanniter, bestaunte die restaurierten Fresken und wurde auf die im Chor eingemauerten Schalltöpfe aufmerksam gemacht, die die Akustik in der Kapelle verbessern. Zum Schluss dankte man Robi Conrad für die kurzweilige, humorvolle und interessante Führung.

Bilder:
Erstes Bild: Stadtführer Robi Conrad führt die Schrankorgel vor. Foto: Markus Gisler
Zweites Bild: Vor dem Fastentuch. Foto: Markus Gisler
Drittes Bild: Die Rheinfelder Senioren vor der Johanniterkapelle. Foto: Robi Conrad