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Fehlende Zeitung - fehlgeleitete Zustellung

FRICKTAL. Aufgrund eines Logistikfehlers bei der Post wurde ein Sammelbehälter mit den Donnerstagsausgaben der Neuen Fricktaler Zeitung/Fricktaler Woche/fricktal.info leider fehlgeleitet. Statt in Laufenburg landeten die darin enthaltenen Zeitungen in Lenzburg. Dies führte dazu, dass viele Leserinnen und Leser im Bezirk Laufenburg am Donnerstag keine Zeitung erhielten. Die Post entschuldigt sich für diesen Fehler, die Zeitungen werden am Freitag zugestellt.

Verlagsleitung

Herbstkonzert des Orchestervereins beider Rheinfelden. Foto: zVg

Orchesterverein reist nach England – Herbstkonzert des Orchesters beider Rheinfelden

(jwf) «Very British» – unter diesem Titel brachte das Orchester beider Rheinfelden in seinem Herbstkonzert am Sonntag, 17. November, Werke von englischen Komponisten aus drei Epochen zur Aufführung.

Das Konzert begann originell und «very british» um 17 Uhr mit der Intonierung des Stundenschlags des Glockenturms Big Ben in London durch den jungen Trompeter Malte Linder. Carlo Habich, Präsident des Orchestervereins, begrüsste das Publikum im gut gefüllten Kurbrunnensaal und dankte allen Mitgliedern und Sponsoren, die die Konzerte möglich gemacht haben. Tatsächlich finden in diesem Herbst zwei Konzerte statt: Erstmals gibt es eine weitere Aufführung im badischen Rheinfelden am 30. November um 19.30 Uhr in der Christuskirche.
Der Anstoss zum diesjährigen Programm kam von Ehrenpräsident Jean Jacques de Wijs. Dieser hatte den Wunsch geäussert, dass zu seinem 50-Jahre-Jubiläum als Orchestermitglied die «Simple Symphony» von Benjamin Britten (1913-1976) einstudiert wird. Dirigentin Clara Kost und Konzertmeisterin Ursula Schnepp nahmen diesen Wunsch auf. Sie verstanden es, ein Programm zusammenzustellen, das attraktiv und abwechslungsreich ist und die Ensemblemitglieder angemessen herausfordert. So komplettierten sie den Reigen dieses Konzerts mit Werken von Henry Purcell (1659-1695), Ralph Vaughan Williams (1872-1958) und Hubert Parry (1848-1918).

Sentimental Saraband, seelenvolles Spiel
Den Auftakt bildete die Suite Nr. 1 aus dem Bühnenstück «The Gordian Knot united» («Der gelöste gordische Knoten») von Henry Purcell, dem «Orpheus Britannicus», der schon zu Lebzeiten als bedeutendster englischer Komponist des Barocks galt. In fünf Sätzen entfaltet sich eine «höfische Atmosphäre mit unterschiedlichen Barocktänzen» - so die Beschreibung im sorgfältig recherchierten und gestalteten Programmheft, das ausführliche Informationen zu den Komponisten und Werken enthält.
Die «Simple Symphony» ist ein mitreissendes Werk für Streicher. Es basiert auf acht Themen, die Benjamin Britten im Alter zwischen 9 und 12 Jahren komponiert hat. Fertiggestellt hat er die Symphonie 1933, also mit 20 Jahren. Erstaunlich, welche Gefühlstiefe darin enthalten ist! Der
3. Satz, die «Sentimental Saraband», erinnert in Passagen an einen Trauerzug, dann wieder erheben sich einfache, seelenvolle Melodien. Und so spielt sie das Orchester auch: seelenvoll und dynamisch. Es ist spürbar, dass mit grosser Sorgfalt an der Interpretation und der musikalischen Gestaltung gearbeitet wird. Dirigentin Clara Kost beeindruckt mit ihrer Präsenz, der Präzision und Anmut ihres Dirigats. Dem Orchester gelingen auch die anspruchsvollen Teile dieses Konzerts so, dass die Leichtigkeit und Spielfreude nicht verlorengehen, etwa im 2. Satz von Brittens Symphonie, diesem wundervollen «Playful Pizzicato», in dem alle Instrumente nur gezupft werden.

«The English»
Der erste Teil des Konzerts schloss mit dem Marsch «Seventeen Come Sunday» aus der English Folk Song Suite von Ralph Vaughan Williams, dem drei englische Volkslieder zugrunde liegen. Hier konnten sich auch die Flöten und Klarinetten zeigen, die im Wechsel die Melodien vortrugen. Die rhythmischen Herausforderungen in diesem Marsch meisterte das Orchester bestens.
Bereits am Ende des ersten Teils schien der Beifall nicht enden zu wollen. Nach der Pause folgte Symphonie Nr. 3, «The English» von Hubert Parry. Damit dieses farbenreiche Werk zur Aufführung gebracht werden konnte, waren Gastmusiker hinzugezogen worden, Blechbläser, Pauken und Schlagzeug.
Die mit lautstarkem Applaus und Bravo-Rufen geforderte Zugabe war der Schluss des ersten der fünf «Pomp and Circumstance Marches» von Edward Elgar (1857-1934). Dieser Marsch wurde bei englischen Krönungsfeiern gespielt, ist aber in den USA auch als «Graduation Marsh» populär. Die festliche, triumphale und zugleich etwas wehmütige Musik ertönt also bei Abschlussfeiern. Das gilt in gewisser Weise auch für das Orchester beider Rheinfelden: Wäre das Konzert eine Prüfung gewesen, es hätte mit Bravour bestanden. Das Orchester scheint mit seiner Dirigentin auf einem neuen Level angekommen zu sein.

Vive la France!
Man ist gespannt, wohin der Weg noch führt! Im nächsten Jahr gibt es eine Fortsetzung der musikalischen Auslandsreise: Es geht nach Frankreich. Das Frühjahrskonzert findet am 18. Mai statt unter dem Motto: Vive la France!

Bild: Herbstkonzert des Orchestervereins beider Rheinfelden. Foto: zVg