(mg) Am 20. Mai erlebte eine Gruppe von 16 Mitgliedern des Vereins „SeniorInnen für SeniorInnen Rheinfelden» (SfS-Rheinfelden) einen inspirierenden Ausflug in das benachbarte Rheinfelden (Baden). Ziel des Besuchs war das Haus Salmegg, das den Teilnehmern einen tiefen Einblick in die regionale Historie und zeitgenössische Kunst bot.
Herzlich empfangen wurde die Gruppe von Dr. Norbert Dietrich, der die Gäste durch den geschichtsträchtigen Bau führte. Der Vortrag begann mit einem faszinierenden Abriss über die Entstehung des Hauses und die bewegte Lebensgeschichte seines Erbauers, Franz-Josef Dietschy, 1770 – 1842.
Vom Schweinehändler zum Gründer der Salmenbrauerei und Grossrat
Die Biografie Dietschys beeindruckte die Anwesenden besonders. Franz-Joseph Dietschy stammte ursprünglich aus kleinbäuerlichen Verhältnissen in Pfaffenberg im vorderösterreichischen Wiesental. Trotzdem machte er in Rheinfelden eine bemerkenswerte Karriere. Vom anfänglichen Beruf als Schweinehändler arbeitete er sich hoch zum Wirt und Brauer – aus dieser unternehmerischen Tätigkeit ging die spätere Salmenbrauerei hervor.
Auch politisch war Dietschy eine prägende Figur: Er fungierte als Stadtammann von Rheinfelden und war bis zu seinem Lebensende Grossrat im neuen Kanton Aargau. Das Haus Salmegg liess er ursprünglich als Sommerresidenz für seine Ehefrau Maria 1824/25 erbauen. Ein trauriger Umstand der Geschichte: Maria verstarb schon vor der Fertigstellung des Hauses.
Das Salmegg heute: Ein kulturelles Juwel
Im weiteren Verlauf streifte Dr. Dietrich die Geschichte von Badisch-Rheinfelden seit seinen Anfängen um 1900 und erläuterte die moderne Nutzung des Gebäudes. Das Haus Salmegg hat sich zu einem bedeutenden kulturellen Zentrum entwickelt. Während im Untergeschoss Gäste im Restaurant bewirtet werden, dient das Haus zudem als repräsentativer Ort für die Stadt indem sich auch das
städtische Trauzimmer befindet.
Seit 1989 liegt die Verantwortung für die oberen Räumlichkeiten beim «Verein für Kunst und Geschichte». Dieser leistet wertvolle Arbeit bei der Dokumentation der Geschichte der jungen Stadt Rheinfelden (Baden). Die Gruppe erfuhr, dass der Verein bereits mehrere beeindruckende Publikationen zur lokalen Historie herausgegeben hat, die direkt vor Ort im Salmegg erworben
werden können.
Einblicke in die Welt der Keramik
Über die historische Komponente hinaus organisiert der Verein regelmässig wechselnde Kunstausstellungen. Im zweiten Teil des Besuchs führte Frau Susanne Meier-Faust die Gruppe durch die aktuelle Ausstellung des Keramikkünstlers Michael Cleff.
Sein ausgestelltes Oeuvre besteht aus abstrakten Tischskulpturen, Wandreliefs und Zeichnungen.
Cleff arbeitet mit einfachen geometrischen Grundformen wie Quadraten, Rechtecken, Kreisen oder Ellipsen, die in seinem Werk immer wieder als roter Faden auftauchen. Besonders faszinierend für die Besucher war das Spiel mit den Oberflächen: Diese erscheinen mal roh, mal glasiert, geschliffen oder einfarbig koloriert. Die Tischskulpturen erinnerten dabei in ihrer klaren Struktur fast an architektonische Modelle. Wer sich selbst schon einmal im Modellieren mit Ton versucht hat, fragte sich angesichts der handwerklichen Präzision Cleffs: «Wie hat er das nur so hinbekommen?»
Ausklang auf dem Balkon
Den Abschluss des Besuchs bildete ein geselliger Apéro mit Fruchtsäften und Kuchen auf dem grossen Balkon des Salmeggs. Hier bot sich für die Teilnehmer die Gelegenheit, das Erlebte Revue passieren zu lassen und in eine angeregte Diskussion mit den beiden Referenten sowie der Geschäftsführerin Sabine Teuchert zu treten.
Der Verein «SeniorInnen für SeniorInnen Rheinfelden» bedankt sich herzlich bei Dr. Norbert Dietrich, Susanne Meier-Faust sowie dem gesamten Verein «Kunst und Geschichte Rheinfelden» für die äusserst interessante und beeindruckende Führung. Es war ein gelungener Nachmittag, der die Verbundenheit der beiden Rheinfelder Städte über Geschichte und Kunst auf eindrucksvolle Weise unterstrich.