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n Rheinfelden fand der zweite Runde Tisch Integration in diesem Jahr statt. Foto: zVg

Integration durch Gesundheitsförderung – Runder Tisch Integration Rheinfelden

Kürzlich organisierten die Stadt Rheinfelden und die Integrationsfachstelle «mit.dabei-Fricktal» den zweiten Runden Tisch Integration in diesem Jahr. Das Thema war die psychische Gesundheit im Migrationskontext.

KUJTIM SHABANI

Fix 19 Uhr hiess Stadtrat Dominik Burkhardt die Teilnehmenden willkommen am Runden Tisch Integration Rheinfelden. Der Stadtrat – Ressort Soziales und Gesundheit – ist der Auftraggeber dieses Treffs. Er wird durch die Integrationsfachstelle «mit.dabei-Fricktal» (GSBR) und die Sozialkommission Rheinfelden, Ressort Integration, umgesetzt.

Aktuelles Thema
Zwei Dutzend Personen, Vertreter unterschiedlicher Organisationen in Rheinfelden und in der Region Fricktal folgten der Einladung, sich mit dem Thema psychische Gesundheit im Migrationskontext auseinanderzusetzen. Kein Zufall: Im September und Oktober haben die Aktionstage Psychische Gesundheit im Aargau stattgefunden. Drei Organisationen und Projekte wurden am Runden Tisch Integration Rheinfelden im Seffel-Raum, Rotes Haus, vorgestellt: Psy4Asyl, Paxion und Start Now. Die soziale Vernetzung und das Wohnbefinden können schliesslich die Isolation durchbrechen und die Integration fördern.

Drei Projekte
Die Psychologin Noémie Issartel stellte Psy4Asyl vor. Der Verein bezeichnet sich als Kompetenzzentrum für psychische Gesundheit und Migration. Es bietet grundsätzlich Therapie und Beratung für geflüchtete Menschen, Beratung für Personen aus dem Asylnetzwerk sowie Weiterbildungen für Fachpersonen. «Psy4Asyl engagiert sich für die Verbesserung der psychischen Gesundheit von Asylsuchenden, anerkannten und abgewiesenen Flüchtlingen, welche im Kanton Aargau wohnen», heisst es. Der Verein ist in der Region Fricktal mit Therapeuten präsent. Die wahrgenommenen Leistungen würden durch die Krankenkasse abgedeckt. Generell fliesst viel Fachwissen und Freiwilligenarbeit in die Tätigkeit von Psy4Asyl ein.
Paxion wurde vom Projektkoordinator Amir Shehadeh und der Counselorin Masoomeh Siyoofi präsentiert. Das Projekt gibt es in den Kantonen Aargau und Zug. «Paxion bietet Menschen mit Flucht-, Migrations- und Gewalterfahrungen eine niederschwellige psychosoziale Beratung.» Es ist eine Beratung von Geflüchteten für Geflüchtete. Die Counselors kommen aus Afghanistan, Iran, Irak, Syrien, Kurdistan, Türkei, Bolivien, Eritrea und aus der Ukraine. Momentan können sie die Klientinnen und Klienten aus dem Fricktal in Aarau empfangen. Eine Begleitung sieht fünf bis acht Sitzungen à 50 Minuten vor. Die Anmeldung erfolgt über die fallführenden Stellen bzw. über den Sozialdienst und die Finanzierung durch «leistungsbezogene Sozialbeiträge der Kantone».
Start Now präsentierte Donja Brunner, Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel. Es «ist ein kulturell angepasstes Training für Jugendliche von 15 bis 18 Jahren, das Resilienz stärken soll». Das heisst, Stress und Herausforderungen bewältigen zu können. Es wird von Trainerinnen und Trainern durchgeführt, die denselben kulturellen Hintergrund haben, wie die Teilnehmenden. Start Now ist gleichzeitig ein Forschungsprojekt, das aufzeigen soll, ob dieses Training wirksam ist. Für die Begleitung sind Räumlichkeiten in Rheinfelden zugesichert worden. Momentan fehlen Teilnehmende. Es braucht mindestens fünf Personen, die wöchentlich über einen Zeitraum von zehn Wochen à 60 Minuten mitmachen. Für das Ausfüllen der vier Fragenbogen werden sie mit 80 Franken entlöhnt.

Altbekannte Schwierigkeiten
Anschliessend wurde im Plenum zusätzlich darüber diskutiert, wie die Angebote besser genutzt werden können. Eine Frage, die immer wieder auftaucht, war: Wer kommt für die Reisekosten der Geflüchteten zu den Angeboten auf? Ausserdem gestaltet es sich für die regionalen Beratenden und Betreuenden nicht einfach, ihre Klientinnen und Klienten aus dem Flüchtlingsbereich für die psychosozialen Beratungen oder Psychotherapien zu überzeugen.
Nach zweieinhalb Stunden durfte Dominik Burkhardt den Teilnehmenden am zweiten Runden Tisch Integration Rheinfelden einen schönen Abend wünschen.

Bild: In Rheinfelden fand der zweite Runde Tisch Integration in diesem Jahr statt. Foto: zVg