(rf) Bezaubernde Steinbilder zeigt Myrta Senn bis zum 28. Februar im Hotel Eden in Rheinfelden. Die Künstlerin aus Basel spaziert gern am Rheinufer und sammelt dort kleine und größere Kieselsteine, deren Formen sie inspirieren. Aus diesen Fundstücken und anderen Naturmaterialien wie Blättern, Ästen, Zweigen, Gräsern und Korken gestaltet sie originelle Bilder.
Seit sieben Jahren beschäftigt sich Myrta Senn mit solchen Steinbildern. Bisher hat sie hauptsächlich auf Kunsthandwerkmärkten ihre Arbeiten präsentiert. Als sie am KreativMarkt in Rheinfelden teilnahm, wurde Doris Horvath auf sie aufmerksam, die die Kunstausstellungen im Hotel Eden kuratiert. Sie fand, dass diese Bilder aus Naturfundstücken mal etwas Anderes sind. Und so kam die Einzelschau zustande, in der Myrta Senn mit ihren fantasievollen Bildcollagen die Betrachter zum Staunen und Schmunzeln bringt. Die Steinbilder kamen gerade vor Weihnachten so gut an, dass die Künstlerin schon mehrfach Nachschub an neuen Arbeiten bringen musste. Sie tauscht gerne mal Bilder aus, damit sie jahreszeitlich passen. „Die Betrachter sollen eine Freude daran haben", sagt Myrta Senn, „jeder sieht etwas anderes in den Bildern."
Myrta Senn lässt sich von den Formen der Steine anregen, belässt sie naturgetreu, so wie sie sie vorgefunden hat. Die Steine und die anderen Naturfundstücke werden auf große oder kleinere Leinwände aufgebracht. Meist sind es Vögel und Katzen, aber auch menschliche Figuren, die Myrta Senn aus den Steinen gestaltet. Den Stein-Vögeln zeichnet sie winzige Schnäbel und Füße. So entstehen richtige kleine Tiergeschichten.
Die Vögel nisten in Bäumen, sitzen auf Ästen, auf Gartenzäunen oder Holzstapeln, die aus Holzfundstücken bestehen. Die Holzstücke für die Bildcollagen sammelt Myrta Senn im eigenen Garten, Pflanzen entdeckt sie auch am Wegrand. „Baumschule" nennt Myrta Senn eines ihrer Steinbilder, bei dem sich Vogelfamilien auf den Ästen versammeln. Ein anderes Bild heißt „Unter Palmen" und zeigt lauter Vögelchen zwischen Pampasgras, das wie Palmen aussieht. Auf einem Bild hält ein Vogel schützend einen türkisfarbenen Schirm über seine Familie. Augenzwinkernden Humor verraten die Collagen, in denen eine Katze unter einer Wäscheleine sitzt, auf der zwei Vögel hocken. Auch die „Dachkatzen" hoch über den Häusern oder die Katze und die Vögel auf einer Schaukel sind reizend gestaltet. Die Katzenfiguren verziert Myrta Senn mit gezeichneten Ohren und Schnurrhaaren. Der Fantasie und dem kreativen Ideenreichtum sind keine Grenzen gesetzt. So sieht man ein „Fasnachtszügli" mit Vogelfiguren, die als Pfyffer und Trommler einen musikalischen Zug bilden.
Musikalisches zieht sich durch einige Werke, in denen Noten oder Teile von Instrumenten wie ein Geigenhals, eine Schnecke oder ein Bogen eingearbeitet. Ihr Mann sei Geigenbauer, ihren Ästen ein schönes Lied. Passend zu Silvester sieht man auf einem Bild Vögel auf Prosecco-Korken sitzen und fröhlich miteinander anstoßen.
Vögel sind Myrta Senns Lieblingsmotive, wie unschwer zu erkennen ist. Aber immer wieder finden sich auch menschliche Figuren in den Steinbildern, so etwa Figuren auf einer Brücke in einer Landschaft, zu der hohe Treppenstufen führen. Die Betrachter erfreuen sich an diesen heiteren, vieldeutigen Bildgeschichten aus kleinen Steinen.
Die Ausstellung von Myrta Senn im Hotel Eden im Park in Rheinfelden ist bis 28. Februar zu sehen. Am Donnerstag, 19. Januar, gibt es von 17.30 bis 19.30 Uhr eine Begegnung mit der Künstlerin.