(reha) Im Geschäftsjahr 2025 stand die Reha Rheinfelden im Zeichen der erfolgreichen Integration der Salina Medizin AG sowie einer weiterhin starken Nachfrage nach stationären und ambulanten Leistungen. Die organisatorische und rechtliche Zusammenführung konnte planmässig und innerhalb des Budgets abgeschlossen werden. Gleichzeitig führten eine hohe Auslastung, eine veränderte Fallstruktur sowie das Wachstum im ambulanten Bereich zu einer positiven operativen Entwicklung und einem soliden finanziellen Ergebnis.
Nach der Übernahme der Salina Medizin AG im Frühling 2024 erfolgte 2025 die vollständige organisatorische und rechtliche Integration in die Reha Rheinfelden. Bereits zum Jahresbeginn 2025 wurde die Führungsorganisation zusammengefasst und übergreifend neu geregelt. Schritt für Schritt wurden im Laufe des Jahres Prozesse und Verantwortlichkeiten harmonisiert. Per Mitte 2025 erfolgte dann die rechtliche Zusammenführung und die Übernahme aller Mitarbeitenden der Salina Medizin AG in die Stiftung Reha Rheinfelden (buchhalterisch rückwirkend per 1. Januar 2025). Die Gesellschaft Salina Medizin AG wurde fusioniert und existiert formell rechtlich nicht mehr. Die Informatik-Systeme und Prozesse wurden schliesslich zum Jahreswechsel 2025 / 2026 auf der gemeinsamen Plattform zusammengeführt. Ein derartiges Integrationsprojekt führt neben der Bewältigung des Tagesgeschäfts immer zu einer Zusatzbelastung
für Personal und Organisation sowie zu Zusatzkosten. Dank vorausschauender Planung und Projektleitung konnte die Integration aber plangemäss und im Rahmen des Budgets vollzogen werden. Im Finanzbericht 2025 werden die Ergebnisse der Stiftung Reha Rheinfelden inkl. Salina Medizin dargestellt. Der Vorjahresvergleich der Finanzkennzahlen ist nur eingeschränkt möglich, da die Salina Medizin AG 2024 noch rechtlich selbstständig war.
Erfreuliche Geschäftsentwicklung
Der Geschäftsverlauf 2025 war geprägt von einer anhaltend hohen Nachfrage und Auslastung nach stationären und ambulanten Leistungen. Bei den stationären Behandlungen konnte die Anzahl behandelter Patientinnen und Patienten gesteigert werden. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer war dabei etwas kürzer und in der Folge ist die Gesamtzahl Pflegetage leicht unter Vorjahr. Erwähnenswert ist die Steigerung der Fallzahl in der Frührehabilitation zur Behandlung von Schwerstbetroffenen: Diese Fälle sind deutlich komplexer und pflegeintensiver, ermöglichen jedoch auch eine höhere Vergütung und trugen entsprechend zur positiven Ertragsentwicklung bei. Erfreulich ist zudem, dass der Anteil an zusatzversicherten Patientinnen und Patienten (halbprivate und private Abteilung) gesteigert werden konnte, was sich positiv auf den Gesamtertrag auswirkt. Bei den ambulanten Leistungen konnten sowohl bei den Therapien als auch bei den ärztlichen Sprechstunden die Patientenzahlen und der Ertrag gesteigert werden.
Dem positiven Ertragsverlauf stehen steigende Aufwendungen gegenüber. Der Personalaufwand erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr, unter anderem aufgrund erneuter Lohnmassnahmen zur Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit. Im Weiteren kam es teilweise zu Stellenplanüberschreitungen, insbesondere durch den weiteren Ausbau des Pflegepools sowie zeitlicher Überschneidungen
infolge Absenzen und Mutterschaft. Die Aufwendungen für den Einsatz von externem Temporärpersonal zur Überbrückung von Absenzen konnten noch weiter auf ein mittlerweile sehr tiefes Niveau gesenkt werden.
Bei den Positionen des betrieblichen Aufwands kam es zu leichten Steigerungen: Der Aufwand für medizinischen Bedarf stieg im Zusammenhang mit den höheren Fallzahlen, während die anderen betrieblichen Aufwendungen insbesondere durch den Küchenumbau sowie ein temporäres Küchenprovisorium belastet wurden. In diesem Zusammenhang erhöhten sich auch die Abschreibungen
infolge der getätigten Investitionen. Aus finanzieller Optik ist das Geschäftsjahr 2025 positiv zu beurteilen. Die Kombination aus hoher Nachfrage, veränderter Fallstruktur und Wachstum im ambulanten Bereich ermöglichte erneut ein solides operatives Ergebnis.
Entwicklung und Leistungskennzahlen
Im Jahr 2025 setzte die Reha Rheinfelden ihre stabile Entwicklung fort. Die stationären Patientenzahlen für die Reha Rheinfelden inkl. Salina Rehaklinik stiegen von 3’210 Patientinnen und Patienten im Jahr 2024 auf 3’273 Patientinnen und Patienten (+2,0 %). Die Pflegetage gingen leicht zurück auf 87’583 Pflegetage gegenüber 88’352 im Jahr 2024 (−0,9 %). Die Zunahme der Patientenzahlen bei gleichzeitig reduzierten Pflegetagen bedeutet eine leicht verkürzte durchschnittliche Aufenthaltsdauer, zugleich zeigt dies aber die anhaltend hohe Nachfrage und Auslastung der medizinischen Leistungen.
Die Anzahl der durchschnittlich belegten Betten blieb weitestgehend stabil. Die regionale Herkunft der Patientinnen und Patienten zeigte weiterhin eine Konzentration aus den vier Kantonen der Nordwestschweiz. Die Anzahl behandelter Patientinnen und Patienten und in der Folge die Erträge aus den ambulanten Therapien sowie privatärztlichen Sprechstunden sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.
Insgesamt beschäftigte die Reha Rheinfelden inkl. Salina Medizin AG 996 Mitarbeitende (Personen) im Jahr 2025, das entspricht 700,2 Gesamtstellen (Vollzeitäquivalente). Der Anteil der Lernenden sowie Praktikantinnen und Praktikanten an den Stellen lag bei 88,2 Stellen.
Finanzkennzahlen
Da die Salina Medizin AG im Jahr 2024 noch rechtlich selbstständig war, ist der Vorjahresvergleich der Finanzkennzahlen nur eingeschränkt möglich. Die innerbetriebliche Leistungsverrechnung zwischen der Reha Rheinfelden und der Salina Medizin AG wurde eliminiert. Der Betriebsertrag lag im Jahr 2025 bei CHF 103,0 Mio.
Demgegenüber beläuft sich der Betriebsaufwand auf CHF 100,2 Mio. Der Anteil Personalaufwand von CHF 71,1 Mio. im Verhältnis zum Ertrag lag mit 69,0 % leicht unter Vorjahr (2024: 73,6 %). Die anderen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich auf CHF 18,6 Mio.,
der Materialaufwand lag bei CHF 5,9 Mio. Dadurch ergibt sich ein EBITDA (betriebliches Ergebnis vor Abschreibungen) von CHF 7,4 Mio., die EBITDA-Marge liegt mit 7,2 % etwas unter Vorjahr (2024: 8,3 %).
Mit den Abschreibungen im Umfang von CHF 4,6 Mio. beläuft sich das betriebliche Ergebnis (EBIT) 2025 auf CHF 2,7 Mio. (2024: CHF 2,4 Mio.). Unter Einbezug von Finanzaufwand, Nebenbetrieben und Fondsergebnissen beläuft sich das Gesamtergebnis auf insgesamt
CHF 2,2 Mio. (2024: CHF 1,5 Mio.).
Ausblick
Im ersten Quartal 2026 lag die Bettenauslastung leicht unter den Erwartungen, wobei aber eine Zunahme bei halbprivat und privat versicherten Patientinnen und Patienten zu verzeichnen ist. Im ambulanten Bereich wird weiterhin mit leichtem Wachstum gerechnet. Positiv wirken sich zudem tarifliche Anpassungen aus: Seit dem 1. Januar 2026 gelten infolge erfolgreicher Tarifverhandlungen
verbesserte Vergütungen für stationäre Rehabilitationen. Beim neu eingeführten Tarif für ambulante ärztliche Leistungen TARDOC werden keine finanziellen negativen Auswirkungen erwartet.
Zum 1. Januar 2026 wurden die Finanzprozesse auf dem ERP-System der Reha Rheinfelden zusammengeführt. Es wird davon ausgegangen, dass dadurch Prozessvereinfachungen und entsprechendes Synergiepotenzial realisiert werden können.
Der Fachkräftemangel stellt weiterhin eine zentrale Herausforderung dar und erschwert die Rekrutierung in nahezu allen Berufsgruppen. Um die Attraktivität als Arbeitgeber zu sichern, sind zusätzliche Massnahmen im Lohnbereich notwendig und bereits geplant. Nachdem
die Teuerung 2025 sehr gering war, droht nun als Folge von globalen Auseinandersetzungen eine Verteuerung von Materialien und Dienstleistungen. Die Folgen sind noch nicht absehbar.