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Besprechung mit der Organisation «Action et humanisme», von links: Claudine Bizimana, Evariste Bukeyeneza, Susanne Baumberger, Markus Raub
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«burundikids schweiz»: Neue Projekte bringen medizinische Hilfe direkt zu den Menschen in Burundi

(eing.) Die Stiftung «burundikids schweiz» aus Rheinfelden hat ihren Jahresbericht 2025 veröffentlicht. Nach der Übergabe des aufgebauten Distriktspitals Hôpital Hippocrate de Kajaga an die lokale Partnerorganisation richtet die Stiftung ihren Fokus neu auf mobile medizinische Hilfe, Ernährung, Familienplanung, Schulkinder und konkrete Unterstützung besonders verletzlicher Menschen in Burundi.

Burundi gehört weiterhin zu den ärmsten Ländern der Welt. Hunger, Armut, fehlender Zugang zu medizinischer Versorgung, Inflation, Treibstoffmangel und Stromunterbrüche prägen den Alltag vieler Menschen. Besonders betroffen sind Kinder, schwangere Frauen, ältere Menschen und Familien ohne finanzielle Reserven.

Verteilung von Brei an unterernährte KinderMit den neuen Projekten will «burundikids schweiz» dort helfen, wo die Not besonders gross ist – direkt in den Gemeinden und möglichst nahe bei den Menschen. Das Hauptprojekt 2025 sind die mobilen Krankenstationen in Zusammenarbeit mit der lokalen Organisation «Action et Humanisme». Sie ist seit dem 1. Juni 2025 operativ tätig und erreicht Menschen in Rukaramu, Gatumba und Buterere, die sonst kaum Zugang zu medizinischer Grundversorgung hätten.

Bis Ende 2025 wurden im Rahmen der Mobilen Krankenstation bereits 5573 Konsultationen durchgeführt. 1704 unterernährte Kinder wurden mit Brei versorgt, 21 Patientinnen und Patienten an Spitäler weitergeleitet, und 3975 Personen nahmen an Sensibilisierungsveranstaltungen zu Ernährung, Hygiene, Familienplanung und Gesundheit teil. Zusätzlich wurden 906 Ultraschalluntersuchungen bei Schwangeren sowie 419 Malaria-Schnelltests durchgeführt.

Susanne Baumberger bei einer Besprechung mit den Ärzten im Gesundheitszentrum Gatumba«Die Mobile Krankenstation ist weit mehr als ein Gesundheitsdienst», sagt Susanne Baumberger, Stiftungsratspräsidentin von «burundikids schweiz». «Durch frühes Eingreifen, Aufklärung und direkte Hilfe sollen Familien gestärkt und Kinder besser vor den Folgen von Armut, Krankheit und Mangelernährung geschützt werden.»

Ein weiteres Projekt unterstützt das Hôpital de Kabezi. In Burundi erhalten Patientinnen und Patienten im Spital in der Regel keine Mahlzeiten. Für viele arme Familien ist das ein grosses Problem und kann sogar dazu führen, dass Behandlungen abgebrochen werden. Gemeinsam mit NACHAM Africa unterstützt «burundikids schweiz» deshalb ein Mahlzeitenprogramm für mangelernährte hospitalisierte Patientinnen und Patienten. Jeden Monat profitieren rund 80 Personen von täglichen Mahlzeiten und begleitender Ernährungsbildung.

Auch in der Landwirtschaft und Ernährungssicherheit ist «burundikids schweiz» aktiv. Mit dem Projekt «Business to Consumer» wird die Kooperative ADCOV unterstützt, damit Bauernfamilien ihr Gemüse besser verkaufen können. Gleichzeitig kann ADCOV Produkte für die Essensversorgung im Hôpital de Kabezi liefern – eine Zusammenarbeit, die lokale Landwirtschaft und medizinische Hilfe sinnvoll verbindet.

Aufklärung in deiner Schulklasse durch Health Priority, den lokalen PartnerEin weiterer Schwerpunkt liegt auf Familienplanung. Gemeinsam mit Health Priority und mit Finanzierung der Stiftung OVOLPE wurden seit September 2025 Informationsveranstaltungen an Schulen, öffentliche Sensibilisierungskampagnen und der Zugang zu Verhütungsmethoden unterstützt. 1482 Schülerinnen, Schüler und Studierende nahmen an Informationsveranstaltungen teil. Zudem wurden 216 Injektionen von SAYANA Press durch Gemeindegesundheitsarbeiter verteilt. Sayana Press ist ein Verhütungsmittel für Frauen, das als Spritze unter die Haut gegeben wird und etwa drei Monate lang vor einer Schwangerschaft schützt.

Ein Verkaufsladen von ADCOV, den «burundikids schweiz» mit einem Darlehen vorfinanziert hat2025 erhielt «burundikids schweiz» Spenden in der Höhe von 203'994 Franken. Die Leistungen an die Organisationen in Burundi zur Finanzierung der laufenden Projekte betragen 189'811 Franken. Der Aufwand für Werbung, Verwaltung, Projektbesuche und Gebühren blieb mit CHF 10'582 Franken tief; davon wurden 8751 Franken von den Stiftungsratsmitgliedern selbst getragen oder gespendet.

Die Stiftung «burundikids schweiz» ist eine gemeinnützige, politisch und wirtschaftlich unabhängige Stiftung mit Sitz in Rheinfelden. Seit 2008 unterstützt sie Projekte in Burundi, insbesondere in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Ausbildung, Schule und Landwirtschaft.

Bild 1: Besprechung mit der Organisation «Action et humanisme», von links: Claudine Bizimana, Evariste Bukeyeneza, Susanne Baumberger, Markus Raub
Bild 2: Verteilung von Brei an unterernährte Kinder
Bild 3: Susanne Baumberger bei einer Besprechung mit den Ärzten im Gesundheitszentrum Gatumba
Bild 4: Aufklärung in deiner Schulklasse durch Health Priority, den lokalen Partner
Bild 5: Ein Verkaufsladen von ADCOV, den «burundikids schweiz» mit einem Darlehen vorfinanziert hat
Fotos: zVg