(ra) Das Jahr 2022 war geprägt von weltpolitischen Ereignissen, Herausforderungen, Meilensteinen, aber auch von positiven Entwicklungen. Die Freude und Erleichterung über die wiedergewonnene Normalität nach der Pandemie waren bei den Mitarbeitenden, Kindern und Jugendlichen riesig, schreibt die Stiftung Kinderheim Brugg in ihrer Medienmitteilung.
«Zu Jahresbeginn hatten wir in unserer Stiftung so viele positive Corona-Fälle wie nie zuvor. Die Mitarbeitenden leisteten unter extremen Bedingungen beste Arbeit. Erfreulicherweise war diese Welle wirklich ein letztes Aufbäumen vor dem Abflachen der Pandemie. Im Zusammenhang mit dem tragischen Krieg in der Ukraine, zeichneten sich auch für uns neue Themen ab. Wir mussten uns auf eine mögliche Energiemangellage vorbereiten», schreibt die Stiftung.
Leider gab es nach der Übernahme der Institution Familynetwork unter anderem Probleme im Zusammenhang mit der strategischen Ausrichtung, was zu grossen personellen Veränderungen führte. Die Institutionsleitung konnte für eine Übergangszeit von rund einem halben Jahr mit hervorragenden Leitungspersonen besetzt werden. Im September übernahm Irene Darwich die Leitung von Familynetwork. «Heute sind wir auch bei Familynetwork hervorragend aufgestellt und auf dem Weg zu neuen Ufern. Verschiedene Leistungsverträge mit dem Kanton Aargau und weiteren Kantonen geben uns Recht. Die Intensivierung bei der Suche von Pflegefamilien zeigte bereits schöne Erfolge.»
Neues Qualitätsmanagementsystem
Nach intensiver Vorbereitungszeit wurde im April das neue Qualitätsmanagementsystem (QMS) eingeführt. Dank den fundierten Grundlagen und einer benutzerfreundlichen Software liessen sich die Mitarbeitenden auf dieses neue Abenteuer ein. Im November fand ein Voraudit statt. Die Resultate aus diesem Voraudit sind positiv. Das Schulheim im Stift Olsberg und die Tagessonderschulen in Brugg und Olsberg waren voll ausgelastet. «Für die Tagessonderschule Brugg erhielten wir von der zuständigen Abteilung vom Kanton Aargau im Juni kurzfristig den Auftrag, per August eine weitere Klasse zu eröffnen. Dank dem immensen Effort aller Involvierten gelang dies. In der Aussenwohngruppe und in den Wohngruppen in Brugg war die Belegung allerdings etwas rückläufig. Eine Ursache ist unter anderem, dass die Beschulung unserer Kinder für die externen Regelschulen zum Teil sehr anspruchsvoll ist», heisst es weiter.
«Im Herbst 2022 konnten wir wieder an allen drei Standorten Fachanlässe durchführen. Zu den spezifischen Themen gehörten die Zusammenarbeit externer und interner Fachpersonen, das neue Therapiekonzept im Stift Olsberg und die neuen Gesetzesvorgaben für Familienplatzierung und aufsuchende Familienarbeit. Unsere Institutionsleitungen gaben wichtige Informationen darüber weiter und diskutierten mit den anwesenden Fachpersonen. Insgesamt drei sehr gelungene Anlässe, die in ähnlicher Form auch für 2023 geplant sind.»
Umbau des Pfrarrhauses in Olsberg abgeschlossen
«Wir konnten den Umbau und die Sanierung des gekauften Pfarrhauses im Stiftsareal in Olsberg abschliessen. Ein gelungenes Bauwerk, das hervorragend ins Klosterareal passt und sich bestens als Gruppenwohnraum eignet. Die Wohngruppe Nord konnte bereits vor der Einweihung im November das Haus beziehen. Dadurch haben wir im Stift Olsberg eine strategische Raumreserve erhalten. Beim Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) haben wir als Erweiterung für die Institution Olsberg eine spezielle Schulheimgruppe mit Intensivbetreuung beantragt.
Endlich konnten wieder verschiedenste Veranstaltungen mit unseren Kindern und Jugendlichen, aber auch mit unseren Mitarbeitenden stattfinden. Ein grosses Highlight war dabei die Weihnachtsfeier im Kinderheim Brugg, welche vom Schweizer Fernsehen begleitet wurde. In der Sendung SRF Schweiz aktuell ist ein schöner Bericht mit einer Live-Übertragung aus einer Wohngruppe entstanden.»
Die Kontaktstelle Stiftung Kinderheim Brugg hat im Berichtsjahr 467 Anfragen bearbeitet und insgesamt 121 Eintritte in ein Angebot koordiniert und begleitet. Der Jahresumsatz der Stiftung liegt bei 18 800 425.15 Franken. Mit Personalausgaben von 14 646 755.23 Franken und Sachkosten von 3 627 624.26 Franken konnte die Stiftung Kinderheim Brugg einen Betriebsgewinn von 119 805.99 Franken erwirtschaften. Dieses gute betriebswirtschaftliche Ergebnis kam einmal mehr nur mit dem grossen Engagement der Mitarbeitenden zustande.
«Auch im 2023 stehen Veränderungen, Neuerungen und das Erreichen von Meilensteinen auf dem Jahresplan. Wir sind erneut herausgefordert. Die Stiftung Kinderheim Brugg ist stolz, mit kompetenten Mitarbeitenden diese Herausforderungen anzunehmen. Im Zentrum all unserer Anstrengungen steht das Wohl der uns anvertrauten Kindern und Jugendlichen», heisst es im Jahresbericht abschliessend. Foto: zVg