(jhb) Auch für gestandene Seelsorger/innen hält die Bibel immer noch Überraschungen bereit. Eine solche ist das Buch Ester im Alten Testament. Es kommt daher wie ein Märchen aus «Tausend und einer Nacht» und wartet auf mit einer spannenden Geschichte um eine junge Schönheit, die Königin wird und mit weiblicher List und Tücke die Vernichtung ihres Volkes verhindert.
Gott kommt allenfalls zwischen den Zeilen vor, doch dafür wesentliche Menschheitsthemen wie Macht(missbrauch), Fremdenfeindlichkeit, Geschlechterrollen und das Böse in der Welt, das «märchenlike» und nicht ohne Gewalt am Ende besiegt wird.
Die Geschichte von Ester und Mordechai, die von Juden jedes Jahr in der Liturgie zum Purimfest vorgelesen wird, ist in christlichen Kreisen eher unbekannt. Und es ist ungewohnt, einen solchen z. T. satirisch überzeichneten Text in der Bibel zu finden. Pfarrer Christian Vogt und Pfarreiseelsorgerin Christina Kessler sind aber überzeugt, dass es sich lohnt, ihn zu lesen und miteinander darüber ins Gespräch zu kommen.
Dabei kann ein bisschen Atmosphäre nicht schaden. Daher beginnt in den ökumenischen Bibelwochen jeder Abend mit einem Tee im orientalischen Ambiente. Menschen jeden Alters und verschiedener Konfessionen mit oder auch ohne Bibelkenntnisse sind herzlich eingeladen zu dieser Reise an einen fiktiven persischen Palast – ganz ohne fliegenden Teppich, aber dafür mit beflügelter Phantasie und einer ordentlichen Prise Wunderfitz, was eine solche Geschichte in der Bibel zu suchen hat. Der nächste Abend ist am Dienstag, 27. Januar, um 19.30 Uhr im Pfarreisaal in Oeschgen. Bis zum 17. März folgen fünf weitere Abende abwechselnd in Frick und im Pfarreisaal in Oeschgen.