(uf) Am Wochenende vom 25. und 26. Januar wurde in den Kirchen Oeschgen und Frick ein Wortgottesdienst gefeiert, der in dieser Form wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird. Ganz im Geist der Fasnacht war der gesamte Gottesdienst vollständig gereimt – von der Begrüssung über Gebete, Fürbitten und Evangelium bis hin zum Segen.
Der Gottesdienst fand am Samstagabend um 18.45 Uhr in Oeschgen sowie am Sonntagmorgen um 10.45 Uhr in Frick statt. Bereits mit den ersten Worten wurde deutlich, dass hier bewusst neue Wege gegangen wurden: In humorvollen, pointierten Reimen wurde eingeladen, zuzuhören, mitzudenken und mitzufeiern. Glaube, Alltag und Fasnacht verbanden sich zu einer ungewohnten, aber stimmigen Einheit.
Musikalisch prägten umgedichtete Lieder der Beatles den Gottesdienst. Bekannte Melodien wie «Yesterday», «Hey Jude» oder «I Saw Her Standing There» erhielten neue Texte mit religiösem Inhalt, teils in Mundart, teils in Hochdeutsch. Die vertrauten Klänge schufen Nähe, während die neuen Texte aktuelle Themen aufgriffen: den Wandel der Kirche, Abschied und Neuanfang, Sorgen um die Welt, aber auch Vertrauen, Gemeinschaft und Zuversicht.
Auch ernste Inhalte fanden ihren Platz. In gereimten Fürbitten wurde an Krieg, Hunger, Flucht, Krankheit und Einsamkeit erinnert. Gleichzeitig wurde der Blick geweitet auf das, was trägt: das Miteinander, der Glaube und die Zusage Gottes, da zu sein. Selbst das Evangelium wurde nicht klassisch gelesen, sondern in poetischer Form ausgelegt und musikalisch weitergeführt.
Der Gottesdienst blieb dabei nicht stehen bei der Feier selbst. In Oeschgen klang der Abend bei einem Apéro aus. In Frick waren alle Mitfeiernden im Anschluss zur Spaghettata im Rampartsaal eingeladen, organisiert von der Missionsgruppe El Mundo. So wurde die Gemeinschaft, die im Gottesdienst begonnen hatte, am Tisch weitergeführt.
Der fasnächtliche Wortgottesdienst zeigte eindrücklich: Liturgie darf kreativ, humorvoll und zugleich tiefgründig sein. Wo gereimt, gesungen und gelacht wird, kann auch der Glaube neu hörbar werden – mitten im Leben und mitten in der Fasnacht.