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Der Bagger steht bereit: Start zu den Bauarbeiten zum Wiederaufbau der Plattform Sisslerfeld in der Gemeinde Münchwilen.
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Plattform Sisslerfeld: Wiederaufbau am definitiven Standort beginnt

(eing). Das «Fenster zur Zukunft» erhält im Sisslerfeld seinen festen Platz.

Der Bagger steht bereit: Start zu den Bauarbeiten zum Wiederaufbau der Plattform Sisslerfeld in der Gemeinde Münchwilen.Der Verein Plattform Sisslerfeld beginnt am heutigen Montag mit dem Wiederaufbau des über zehn Meter hohen Holzturms – diesmal an seinem definitiven Standort am südlichen Ende des Sisslerfeldes. Die Aussichtsplattform auf 5.80 Metern Höhe wird damit zum ganzjährig begehbaren «Fenster zur Zukunft» über einem der bedeutendsten Entwicklungsgebiete der Schweiz.

Von hier aus lässt sich die Transformation der einst grössten Industriebrache der Nordwestschweiz zum künftigen Arbeitsplatzgebiet mit eigenen Augen mitverfolgen. Der Holzturm mit einer Aussichtsplattform für 40 bis 50 Personen wurde im vergangenen Jahr von Lernenden des Holzbauunternehmens Häring (Eiken) projektiert, konstruiert und an der Kantonsstrasse zwischen Sisseln und Stein aufgebaut – mit tatkräftiger Unterstützung lokaler Unternehmen und auf Initiative von Christoph Grenacher (Ittenthal) und dem ehemaligen Eiker Gemeinderat Ingo Anders. Als privates Projekt wurde die Plattform im Rahmen des Sisslerfeldtages 2025 provisorisch installiert, anschliessend wieder abgebaut und vor dem nun anlaufenden Wiederaufbau auf dem Werkgelände von Bäumle Logistic im Sisslerfeld zwischengelagert: «Was 2025 als privates Provisorium begann, erhält jetzt sein definitives Fundament – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn», sagt Projektleiter Christoph Grenacher.

Definitiver Standort dank Vertrag mit der AEW

Dem zwischenzeitlich gegründeten Verein unter Gründungspräsident und alt-Nationalrat Peter Bircher gelang es, mit der AEW Energie AG einen Vertrag für einen festen Standort im Sisslerfeld abzuschliessen. Auf einer Parzelle am südlichen Ende des Areals, in der
Verlängerung der aktuell realisierten Südspange, kann der Turm nun dauerhaft auf dem Gemeindegebiet von Münchwilen installiert werden. Von der Plattform aus reicht die Sichtachse bis zum Holzheizkraftwerk, zum geplanten Neubau der Bachem und zu den
bestehenden Pharmawerken im nördlichen Sisslerfeld.

Die für die Plattform erforderliche Baubewilligung wurde im vereinfachten Verfahren erteilt – ermöglicht durch die Zustimmung der Landanstösser KIMO Beteiligungs AG (Laufenburg), Bernhard Schwarb AG (Münchwilen), der Gemeinde Münchwilen und der Axpo Grid AG (Baden). Für die dauerhafte Nutzung und Verankerung der rund 18 Tonnen schweren Konstruktion waren zudem zusätzliche verschiedene stabilisierende Massnahmen nötig.

Ein Lernort beidseits des Rheins

Die 18 Tonnen schwere Plattform Sisslerfeld bekommt im Süden des Sisslerfeldes in der Gemeinde Münchwilen ihren definitiven Platz.Der ab diesem Spätsommer ganzjährig begehbare Aussichtspunkt soll für Exkursionen, Führungen und Dialogformate genutzt werden und steht den Vereinen in den vier Anrainergemeinden sowie in Bad Säckingen für eigene Zwecke offen. Mit einem eigens erarbeiteten Bildungskonzept strebt der Verein zudem eine Zusammenarbeit mit Fachhochschulen, der Kantonsschule Fricktal in Stein und dem Scheffel-Gymnasium in Bad Säckingen an. Grenzüberschreitend kommen Berufsschulen sowie Oberstufen und Bezirksschulen im Aargau und Werkreal-, Haupt- und Realschulen in Baden-Württemberg hinzu – eine seltene Gelegenheit, zwei Bildungssysteme, zwei Rechtsordnungen und zwei Planungskulturen an einem einzigen Ort erlebbar zu machen. «Die Plattform ist kein blosser Aussichtsturm für schöne Fotos. Sie ist ein Werkzeug, um Raumentwicklung sichtbar, verständlich und mitgestaltbar zu machen – für Schulen dies- und jenseits des Rheins ebenso wie für die Bevölkerung», so Grenacher.

Archivprojekt bewahrt die Geschichte des Sisslerfeldes

Bereits lanciert hat der Verein das Archivprojekt «Das Sisslerfeld neu entdecken». Gesucht werden Fotos, Filme, Dokumente und Erzählungen, die die Geschichte des Industriegebietes nachzeichnen und künftigen Generationen als Grundlage für wegweisende Entscheide dienen sollen. «Nur wer die Vergangenheit kennt und die Gegenwart begreift, kann zukunftsfähige, nachhaltige Entscheide treffen», sagt Grenacher.

Getragen von breiten Kreisen

Möglich gewesen wäre der Wiederaufbau nicht ohne breite Unterstützung, hält der Verein fest. Die vier Anrainergemeinden Sisseln, Eiken, Stein und Münchwilen tragen die Ziele der Plattform ideell mit, ebenso der Planungsverband Fricktal Regio, dem alle 32 Fricktaler
Gemeinden angehören. Zahlreiche Einzelpersonen, Stiftungen sowie lokal und regional verankerte grenzüberschreitende Unternehmen leisten namhafte Beiträge. Für den Aufbau und die Absicherung des Ganzjahresbetriebs sucht der Verein weiterhin zusätzliche Sponsoren.

Definitive Inbetriebnahme und 4. Sisslerfeldtag

Die definitive Inbetriebnahme der Plattform ist Anfang September geplant. Am 4. Sisslerfeldtag vom Samstag, 12. September 2026, öffnen ab 14 Uhr zahlreiche im Sisslerfeld angesiedelte Betriebe ihre Türen für das interessierte Publikum. Am Nachmittag wartet auch
die Plattform Sisslerfeld mit einem speziellen Programm vor Ort auf. Mehr Informationen: www.plattform-sisslerfeld.com

Zahlen und Fakten zur Plattform

Firsthöhe: 10.80 Meter
Aussichtsplattform: 5.80 Meter Höhe, ca. 40 m², Platz für 40 bis 50 Personen
Gewicht: rund 18 Tonnen
Bauweise: Holzkonstruktion (Fichte/Tanne) auf Beton-Punktfundamenten
Standort: Sisslerfeld, 4333 Münchwilen AG – Parzelle der AEW Energie AG, in der Verlängerung der Südspange
Trägerschaft: Verein Plattform Sisslerfeld

Bilder 1 und 2: Der Bagger steht bereit: Start zu den Bauarbeiten zum Wiederaufbau der Plattform Sisslerfeld in der Gemeinde Münchwilen.
Bild 3: Die 18 Tonnen schwere Plattform Sisslerfeld bekommt im Süden des Sisslerfeldes in der Gemeinde Münchwilen ihren definitiven Platz.
Fotos: zVg