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Michael Schiffer beim Treffen mit fricktal.info in Stein
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Die JCI Switzerland fördert junge Führungskräfte: «Wir suchen die Macher von morgen»

Die Junior Chamber International (JCI) Switzerland ist eine Non-Profit-Organisation, die junge Führungskräfte, Unternehmerinnen und Unternehmer sowie engagierte Persönlichkeiten vernetzt und fördert. Michael Schiffer ist in Münchwilen zu Hause und seit sechs Jahren für JCI Switzerland engagiert. fricktal.info traf das Vorstandsmitglied zum Gespräch über Ziele, aktuelle Projekte und den Mehrwert von JCI für junge Menschen, die etwas bewirken wollen.

LILIA STAIGER

Vor 111 Jahren wurde der Dachverband JCI in den USA gegründet. Heute zählt die Organisation weltweit insgesamt etwa 150'000 Mitglieder und ist auf allen Kontinenten präsent. Einige ehemalige, sehr berühmte JCI-Mitglieder sind Bundesrätin Karin Keller-Sutter, John F. Kennedy und Kofi Annan. In Asien ist JCI am stärksten, aber auch Europa kann mithalten. Unterteilt wird JCI in Nationalverbände sowie in Lokalverbände, die als eigenständige Vereine auftreten. In der Schweiz besteht JCI aus insgesamt 62 Kammern, eine davon ist JCI Basel. 

Verantwortung und Skillset

Im vergangenen Jahr durfte Michael Schiffer das Präsidialamt der Basler JCI-Kammer übernehmen und gewann 2025 sogar den Preis als bester Präsident von JCI Switzerland. «Bei JCI wird ein Präsident oder eine Präsidentin jeweils nur für ein Jahr gewählt; das ist die sogenannte One year to lead-Prämisse», führt Michael Schiffer aus, «man hat ein Jahr Zeit, verantwortungsvolle Aufgaben zu übernehmen und seinen Führungsstil weiterzuentwicken. Das Skillset, das ich während dieser Zeit aufgebaut habe, wende ich seither in meinem Beruf an.» Inzwischen ist Michael Schiffer Mitglied des Nationalvorstands von JCI Switzerland und dort für International Affairs zuständig. Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem die Organisation internationaler Veranstaltungen sowie die Zusammenarbeit innerhalb von JCI über Ländergrenzen hinweg.

Neue Mitglieder gesucht

In der Schweiz zählt JCI aktuell rund 3000 Mitglieder; diese Zahl konstant zu halten, ist eine der Herausforderungen der Organisation. JCI ist für junge Personen zwischen 18 und 40 Jahren konzipiert. Als Alt-Mitglied ist man aber ebenfalls jederzeit willkommen, fügt Michael Schiffer an. «Jedes Jahr treten Mitglieder zurück, um die ‹Bühne› für neue, junge Mitglieder freizumachen», erläutert Michael Schiffer, «daher müssen immer circa 30 Prozent neue Mitglieder nachrücken. Auch wenn viele unsere Werte teilen, können sich nicht alle im gleichen Ausmass für ein Ehrenamt verpflichten. Uns ist daher wichtig, dass jedes Mitglied selbst entscheidet, wie viel Engagement es einbringen möchte.» Michael Schiffer stiess während der Corona-Zeit über einen Freund zu JCI. Seitdem schafft er es, die Balance zwischen seinem Beruf in der Pharmabranche, seinem Hobby JCI und seiner Familie beziehungsweise Partnerschaft zu halten. «Wer seine Freizeit für etwas ‹opfert›, sollte auch einen persönlichen Nutzen davon haben; und hierbei hat JCI unheimlich viel zu bieten», erklärt das Vorstandsmitglied.

Trainings, Business und Networking

JCI Switzerland baut auf drei wichtigen Säulen auf: Trainings, Networking-Events und Engagement für junge Wirtschaft und Gesellschaft. Mitglieder zahlen bei JCI einen jährlichen Mitgliedsbeitrag, dafür profitieren sie unter anderem von kostenlosen internen Trainings in unterschiedlichen Bereichen wie Persönlichkeitsentwicklung, Kommunikation oder auch KI. «Der Moderator Stephan Lendi hat beispielsweise einmal ein Rhetorik-Training bei JCI Basel gehalten, das sehr spannend war», berichtet Michael Schiffer, «was für mich persönlich aber noch viel wichtiger als die Trainings ist, sind die Kontakte und Freundschaften, die man über JCI in den unterschiedlichsten Ländern der Welt knüpft.» 

Internationale Kongresse

Aktuell steht für das Mitglied des Nationalvorstands eine Teilnahme an dem internationalen Kongress von JCI in Málaga auf dem Terminplan: «Bei dem viertägigen Kongress erwarten wir etwa 1200 Teilnehmende, über 150 von ihnen kommen aus der Schweiz. Unter anderem wird bei dem Kongress der Creative Young Entrepreneur Award verliehen, auch der Bürgermeister von Málaga sowie Monika Fröhler, CEO der Ban Ki-moon-Stiftung, werden anwesend sein.

Fähripitch, Nacht der jungen Leaders und mehr

Im vergangenen Oktober wurde das Event «Nacht der jungen Leaders» von JCI Basel zum sechsten Mal organisiert; ca. 400 junge Führungspersonen und Gründerinnen sowie Gründer kamen dabei zusammen, teilt Michael Schiffer mit. Der Fähripitch, bei dem acht bis zehn Start-ups ihre Unternehmensidee vor einer namhaften Jury auf der kurzen Fahrt mit der Vogel-Gryff-Fähre in Basel präsentieren, wird auch in diesem Sommer stattfinden und live auf YouTube sowie im Literaturhaus in Basel übertragen. 

Mit Konventionen brechen

JCI Schweiz hat bereits durch diverse Anlässe mediale Aufmerksamkeit erregt; und dies sei auch gewünscht: «Zu uns kommen junge Führungspersonen nicht, um in langweiligen Weiterbildungen oder Trainings zu sitzen; wir wollen, dass Leadership Spass macht und auch, dass unsere Events auffallen, damit engagierte junge Menschen zu uns finden», erklärt das Vorstandsmitglied. «Die spielerische, freche und bewusst etwas andere Komponente spielt dabei oft eine wichtige Rolle.» 

Mehr Sichtbarkeit erreichen

Für die Zukunft von JCI, insbesondere in der Schweiz, wünscht sich Michael Schiffer, dass junge Menschen, die etwas bewegen möchten, früher zu JCI fänden – schliesslich ist für aktive Mitglieder ab 40 Schluss: «Häufig hört man Sätze wie ‹Hätte ich es doch früher gewusst›; das ist schade», teilt Michael Schiffer mit. «Unsere Mitglieder sind sehr verschieden, vom 1-Mann-Maler-Betrieb über Künstler, Architekten und Anwälte bis hin zu Führungspersonen aus grossen Konzernen. Und wir schätzen diese Vielfältigkeit, um voneinander zu lernen, unser Mindset zu erweitern und uns sehr breit zu vernetzen. Zudem sind wir auf Social Media präsent, um unsere Zielgruppe dort bestmöglich zu erreichen.»

JCI Aargau kommt

Und bald soll es auch einen JCI-Verband im Kanton Aargau geben, ergänzt Michael Schiffer: «Es besteht bereits Nachfrage nach einer Kammer im Aargau, denn aktuell gibt es eine grössere Lücke zwischen JCI Basel und JCI Zürich. Um Lenzburg hat sich bereits ein engagierter Kern motivierter Mitglieder formiert, der die Gründung in diesem Jahr vorantreiben möchte. Ein erstes Event ist für den 21. Mai 2026 geplant.»

Bild: Michael Schiffer beim Treffen mit fricktal.info in Stein
Foto: Lilia Staiger