(afi) Am vergangenen Donnerstagabend lud die Bibliothek Möhlin gemeinsam mit der Kulturkommission zu einer besonderen literarischen Begegnung in den Steinli-Chäller Möhlin ein. Zu Gast waren zwei bekannte Stimmen der Schweizer Krimiszene: Gabriela Kasperski und Petra Ivanov.
Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, die beiden Autorinnen live zu erleben und mehr über ihre Bücher, ihre Arbeitsweise und ihre Inspirationen zu erfahren. Im Mittelpunkt des Abends stand weniger eine klassische Lesung als vielmehr ein lebendiger Austausch zwischen den beiden Autorinnen. Im Gespräch erzählten sie von ihrem Weg zum Schreiben, von ihren Ideen und davon, wie aus ersten Einfällen schliesslich ganze Geschichten entstehen. Dabei wurde schnell deutlich, dass beide zwar im gleichen Genre schreiben, ihre Herangehensweisen jedoch zum Teil unterschiedlich sind.
Petra Ivanov, die seit vielen Jahren zu den erfolgreichsten Krimischriftstellerinnen der Schweiz zählt, berichtete von ihrer intensiven Recherchearbeit. Bekannt ist sie insbesondere für ihre Reihe um das Ermittlerduo Regina Flint und Bruno Cavalli. In Möhlin las sie aus ihrem neuesten Band, in dem Cavalli verdeckt in der sogenannten Anastasia-Bewegung ermittelt. Dabei zeigte sie auf, wie sie gesellschaftliche Themen aufgreift und sorgfältig recherchiert, bevor daraus eine spannende Kriminalgeschichte entsteht.
Gabriela Kasperski brachte einen anderen Ton in den Abend. Die Autorin, die unter anderem als Schauspielerin, Moderatorin und Sprecherin gearbeitet hat, ist für ihre humorvollen und charmanten Kriminalgeschichten bekannt. In ihrer beliebten Reihe um die Amateurdetektivin Libby Andersch steht eine neugierige und scharfsinnige Rentnerin im Mittelpunkt, die mit viel Witz und Beobachtungsgabe Fälle löst. Mit einer Passage aus ihrem aktuellen Libby-Krimi sorgte Kasperski im Publikum immer wieder für Schmunzeln.
Gerade das Zusammenspiel der beiden Autorinnen machte den Abend besonders unterhaltsam. Im Gespräch ergänzten sie sich, erzählten von ihren unterschiedlichen Schreibgewohnheiten und tauschten Anekdoten aus ihrem Autorinnenalltag aus. Die kurzen Lesepassagen aus ihren Büchern gaben dem Publikum dabei immer wieder Einblick in ihre jeweiligen literarischen Welten.
Die Veranstaltung entstand in Zusammenarbeit mit der Kulturkommission und bildete zugleich den Auftakt zu deren 60-jährigem Jubiläum. Die Kulturkommission organisiert im Laufe des Jubiläumsjahres eine Reihe weiterer kultureller Veranstaltungen und lädt die Bevölkerung ein, gemeinsam sechs Jahrzehnte kulturellen Engagements mitzufeiern.
Auch in der Bibliothek Möhlin stehen in den kommenden Wochen weitere Veranstaltungen auf dem Programm. Am 15. April ist die Journalistin und Autorin Silvia Süess zu Gast. Sie stellt ihr Buch «Reden, um nicht zu ersticken – Uschi Waser: die Lebensgeschichte einer Jenischen» vor.
Zudem lädt die Bibliothek im April zu einem Informationsabend zum Thema ADHS bei Erwachsenen ein. Weitere Informationen zu diesen Veranstaltungen und den Veranstaltungen der Kulturkommission sind auf den jeweiligen Websites zu finden.