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Ob gesungen, gelesen oder improvisiert: Uta Köbernicks Aphorismen über den gewöhnlichen Alltag und das grosse Weltgeschehen regen zum Schmunzeln und zum Nachdenken an.Foto: Dominik Pfoster

Vom Alltag bis zum Weltgeschehen: Köbernicks Aphorismen, gesungen und gesprochen, begeisterten das Publikum im Möhliner Steinlichäller

(ap) Am vergangenen Samstag stand ein besonderer Gast im Steinlichäller Möhlin: Die Liedermacherin und Kabarettistin Uta Köbernick unterhielt während zwei Stunden das Publikum mit ihrem neuen Programm «Köbernick geht’s ruhig an».

Das Warten hat sich gelohnt: Nachdem der Auftritt im 2022 nicht geklappt hatte, kam Uta Köbernick mit ihrem neuen Programm «Köbernick geht’s ruhig an» nun auf die Bühne des Steinlichällers. Der Abend war eine gelungene Mischung aus Wortspielen, Aphorismen und Liedbeiträgen aus dem 20-jährigen Schaffen der Künstlerin.

«Guten Abend, warum sind Sie hier?» Mit dieser Frage und im Schlafanzug eröffnete die Kabarettistin den Abend, in der Hand eine Tasse sowie eine Thermoskanne Kaffee. Uta Köbernick las eine umfangreiche Begrüssung für alle möglichen Menschengruppierungen vor – damit sich niemand ausgeschlossen fühle. Ab der ersten Liederrunde konnte dann das Publikum den Abend mitgestalten: Auf 86 Karteikärtchen waren alle Liedertitel notiert, die Köbernick seit ihrer Jugendzeit geschrieben hatte. Wie ein Daumenkino glitten die Kärtchen durch ihre Finger, mit einem «Stopp!» an einer beliebigen Stelle sollten die Anwesenden ein Lied heraussuchen. In fünf solcher Liederrunden erschienen die Liedtexte immer sehr aktuell – auch wenn einige schon etliche Jahre alt waren. Aufgewachsen in Ostdeutschland trug Köbernick auch ein Lied mit russischem Text vor. Darin arbeitete sie ihre Gefühle zum Ukrainekrieg auf, die ihr kurz nach Kriegsbeginn durch Kopf und Herz gingen.

Immer eine Frage der Zusammenstellung…
Uta Köbernick hat sehr feine Antennen für das Geschehen im Zuschauerraum und gestaltet daher jeden ihrer Abende einzigartig: Wurde irgendwo geflüstert, griff sie das sofort auf und integrierte es ins Programm. Dies machte den Ablauf teils sehr sprunghaft und gleichzeitig sehr spannend. Das «Gerüst» des Abends bildeten die Lyriktexte aus ihrem Buch «Das Glück steht mir nicht im Weg», die manchmal längere Wortbeiträge, manchmal nur einige kurze Gedankenfetzen waren, aber immer zum Nachdenken anregten.
Warum sie im Schlafanzug auf die Bühne komme? Das gebe den Figuren und Gedanken den nötigen Raum, sich zu entfalten, erläuterte die Künstlerin. Einzig der Charakter «Jasmin» kam mit einer anderen Jacke und Frisur auf die Bühne und karikierte eine exaltierte Selbstdarstellerin aus der Realityshow-Welt. Jasmins Schlussfrage lautete dann: «Gibt es mich als ausgedachte Person wirklich?» Die Antwort durfte sich jede und jeder im Zuschauerraum selbst geben…

Nach wie vor hochaktuelle Themen
Als Zugabe sang Uta Köbernick auf Wunsch des Publikums das Lied «Zäune». Es thematisierte die physischen wie gedanklichen Zäune, die wir alle für uns und unseren vermeintlichen Schutz hochziehen. Obwohl aus dem Jahr 2015, ist es auch heute ein hochaktuelles Lied.
Der Abend war sehr abwechslungsreich und alles andere als ruhig, prall gefüllt mit vielen Denkanstössen und schliesslich der Möglichkeit, Uta Köbernick im Anschluss beim Signieren ihres Buches noch persönlich zu begegnen. Ein gelungener Start in das Kulturjahr 2024.
Das Saisonprogramm und die kommenden Anlässe sind zu finden auf der Webseite www.4313kultur.ch

Bild: Ob gesungen, gelesen oder improvisiert: Uta Köbernicks Aphorismen über den gewöhnlichen Alltag und das grosse Weltgeschehen regen zum Schmunzeln und zum Nachdenken an.Foto: Dominik Pfoster