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Taizé Gruppe Möhlin auf Pilgerreise in Basel

Taizé Gruppe Möhlin auf Pilgerreise in Basel

(mg) Mit freudiger Erwartung hörte die vor dem Basler Münster versammelte Pilgerschar den Begrüssungs- und Einführungsworten der Pilgerbegleiterinnen Martina Grenacher und Christine Toscano zu. Die beiden hatten sich für das diesjährige Taizé-Pilgern eine besondere Geschichte vorgenommen: 

Die Legende der heiligen Ursula und ihrer Gefährtinnen. Die bretonische Königstochter Ursula lebte im 4. Jh. und wollte damals vor ihrer Heirat mit ihrer Gefolgschaft nach Rom pilgern. Auf dem Rückweg kam sie mit ihren elftausend Jungfern auch in Basel vorbei und zog bis nach Köln, wo sie und ihre Mitstreiterinnen den Märtyrertod durch die Hunnen erlitten. Das Elftausend-Jungfern-Gässchen in der Basler Altstadt sowie die Reliquien-Goldbüste der heiligen Ursula im Barfüsser-Museum erinnern noch heute an diese Begebenheit. Im Gefolge waren auch die drei Jungfern Ottilia, Chrischona und Margaretha, die einer Legende zufolge in einem Traum eine Todesvision hatten und daher als Eremitinnen in der Region von Basel zurückblieben. 

Auf den Spuren von drei heiligen Frauen
Um diesen drei heiligen Frauen zu begegnen und um Zeichen der Verbundenheit unter den Menschen und mit Gott zu erleben, zog die Pilgerschar dem Rhein entlang in Richtung Hörnli-Friedhof. In einem kurzen Impuls lud Christine Toscano ein, im Schweigen weiterzugehen, sich dem jetzigen Moment mit allen Sinnen hinzugeben, die herbstlichen Farben und Gerüche wahrzunehmen und ganz bei sich selbst zu sein. Beim Aussichtspunkt «Hornfelsen» konnte man im Nebel knapp das Birsfelder Kraftwerk ausmachen und die Spitze der Roche-Türme erkennen. 

Noch vor Mittag erreichte die Gruppe die Chrischona-Kirche, wo weitere Pilger zur Gruppe stiessen. Nun bestieg die auf 20 Personen angewachsene Schar den Turm der Chrischona-Kirche und tatsächlich erschien plötzlich die heilige Chrischona, einfühlsam gespielt von der Rheinfelderin Susanne Ammann. Sie betrat das Turmzimmer, läutete die Turmglocke, kniete nieder und verharrte im Gebet. Nach dieser eindrücklichen Begegnung stiegen die Pilger wieder ab und nahmen im Kirchenraum Platz. Das Lied «Sänd es Zeiche vo de Verbundeheit» leitete über zum Impuls, in welchem es um die Verbundenheit Gottes mit uns Menschen ging. In der darauf folgenden Stille konnte dem soeben Erlebten nachgespürt werden. 

Nach einem Picknick bei der Kirche mit Blick in die Alpen hiess es weiterwandern in Richtung Riehen und von dort aus auf den Tüllinger Hügel zur Ottilien-Kirche. Die heilige Ottilia (wieder gespielt von S. Ammann) war dort gerade mit der Krankenpflege und der Speisung eines Bettlers beschäftigt, als sie die anwesenden Pilger bemerkte. Mit Leidenschaft erzählte sie von ihren Schwestern im Glauben, Margaretha und Chrischona und wie sie sich gegenseitig verbunden fühlen und einander mehrmals täglich grüssen. Mit einem Leintuch in der Hand verliess sie die Kirche, um ihren Schwestern ein Zeichen der Verbundenheit zu geben. Im darauffolgenden Impuls ging es um die Briefe, welche der Apostel Paulus an die Gemeine in Korinth sandte – ebenfalls Zeichen der Verbundenheit. Danach konnte man noch die Fresken der drei Schwestern in der Kirche betrachten. 

Verbundenheit zeigen
Weiter ging die Wanderung über den Tüllinger Hügel mit wunderbarem Ausblick auf die Rheinebene bis zu den Vogesen. Vor dem Abstieg nach Haltingen stellte Christine Toscano der Gruppe im letzten Impuls die Frage: «Wie zeigen wir unsere Verbundenheit mit den Mitmenschen?»»Telefonanruf, WhatsApp, Briefe, Besuche…» waren einige der Antworten. Jeder Pilger durfte danach eine bereits mit einer Adresse eines Mitpilgers versehene Postkarte ziehen, welche er dann von zu Hause aus als Zeichen der Verbundenheit versenden sollte. 

Mit dem Regionalzug und dem Tram fuhr die Pilgerschar zurück nach Basel, um sich im Restaurant Tibits zu stärken. Das vegetarische Essen und die Gemeinschaft taten gut und gaben die nötige Energie für den Weg auf den Margarethen-Hügel, wo gerade die Sonne untergegangen war und der Himmel sich in den schönsten Farben zeigte. In der darauf folgenden Taizé-Feier, welche musikalisch an der Gitarre von Jutta Wurm begleitet wurde, nahmen die Pilgerbegleiterinnen das Tagesthema «Zeichen der 24 aa PilgernhochVerbundenheit» nochmals auf. Die Feier schloss mit dem Basler Stadtsegen und einer grosszügigen Kollekte der Pilger für die Basler Gassenküche. 

Segen über Basel
Finaler Höhepunkt war aber gewiss die nächtliche Begegnung mit der heiligen Margaretha (wiederum S. Ammann), welche mit der Fackel beim «Känzeli» ihre Schwestern ein letztes Mal grüsste, in lateinischer Sprache den Segen über die Stadt Basel sprach und dann mit der Fackel die Stadt segnete. Dankbar und glücklich über das Erlebte, machte sich die Pilgergruppe auf den Heimweg in Richtung Bahnhof, wo der Pilgertag «Rund um Basel» ein glückliches Ende fand.

Bild 1: Die Pilgerschaar am 19. Oktober auf ihrer Reise nach Basel
Bild 2: Die heilige Margaretha (S. Ammann) spricht den Segen über die Stadt Basel
Fotos: zVg