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Das Interesse am Vortrag von Katrin Fritz in Möhlin war gross. Foto: zVg
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SfS Möhlin: Demenz – den Menschen hinter der Krankheit sehen

(rs) Wie kann es gelingen, Menschen mit Demenz möglichst lange Selbstbestimmung und Lebensqualität zu ermöglichen? Dieser Frage widmete sich ein Vortrag von Katrin Fritz, Stiftungsratspräsidentin und Geschäftsführerin von Competence Foundation dementia.live, in Möhlin. Mit persönlichen Geschichten, Praxisbeispielen und viel Fachwissen zeigte sie auf, was im Umgang mit Betroffenen entscheidend ist.

«Menschen mit Demenz haben Bedürfnisse, Wünsche und eine Stimme. Ich will, dass sie gehört werden.» Mit diesen Worten brachte Katrin Fritz ein zentrales Anliegen ihres Vortrags auf den Punkt. Menschen mit Demenz sollten nicht allein über ihre Erkrankung wahrgenommen werden. Sie bleiben Persönlichkeiten mit eigenen Erfahrungen, Vorlieben, Bedürfnissen und Wünschen.
Eine Demenzerkrankung stellt Betroffene und Angehörige vor zahlreiche Herausforderungen. Besonders die Angst vor einem zunehmenden Verlust von Selbstständigkeit und Orientierung beschäftigt viele Menschen. Alzheimer gehört zu den häufigsten Formen von Demenz. Mit dem Fortschreiten der Erkrankung verändern sich Fähigkeiten und Gewohnheiten. Dennoch bleiben viele Möglichkeiten, den Alltag positiv zu gestalten und die vorhandenen Ressourcen zu fördern.
Katrin Fritz zeigte anhand konkreter Beispiele, welche Bedeutung vertraute Abläufe, Rituale und geeignete Beschäftigungen haben können. Entscheidend sei dabei eine Haltung, die den Menschen und nicht die Krankheit in den Mittelpunkt stellt. Auch kleine Entscheidungen im Alltag können dazu beitragen, Selbstbestimmung und Selbstwirksamkeit möglichst lange zu erhalten.
Ein wichtiger Teil des Vortrags war die Auseinandersetzung mit den eigenen Vorstellungen über Demenz. Unsicherheit und fehlendes Wissen können dazu führen, dass Menschen mit einer Demenzerkrankung gemieden oder ihnen vorschnell Fähigkeiten abgesprochen werden. Fritz ermutigte dazu, genauer hinzusehen und Begegnungen zuzulassen.
«Ich möchte Brücken bauen und Vorurteile abbauen», sagte sie. Eine demenzfreundliche Gesellschaft beginne nicht erst bei professionellen Angeboten, sondern im täglichen Miteinander in der Familie, im Freundeskreis, in der Nachbarschaft oder beim Einkaufen.
Anhand von Geschichten aus der Praxis wurde deutlich, wie viel sich durch eine bewusste Kommunikation und eine wertschätzende Haltung verändern kann. Dabei ging es nicht darum, die Schwierigkeiten einer Demenzerkrankung kleinzureden. Vielmehr zeigte Fritz Möglichkeiten auf, mit den Veränderungen umzugehen und gleichzeitig die Person hinter der Erkrankung im Blick zu behalten.
Die zahlreichen Praxisbeispiele und die Einbindung der Teilnehmenden machten den Vortrag anschaulich und regten zum Austausch an. Fragen aus dem Publikum zeigten, dass das Thema viele Menschen beschäftigt – sei es durch eigene Erfahrungen mit Angehörigen oder durch Begegnungen im persönlichen Umfeld.
Am Ende stand die Erkenntnis, dass Demenz zwar vieles verändert, aber nicht die Würde und die Bedürfnisse eines Menschen aufhebt. Wissen, Verständnis und eine offene Haltung können dazu beitragen, Ängste abzubauen und Betroffenen weiterhin Teilhabe zu ermöglichen.
Der Vortrag gab damit nicht nur fachliche Informationen, sondern auch konkrete Denkanstösse für den Alltag. Oder, wie es Katrin Fritz formulierte: Menschen mit Demenz sollen gehört werden und weiterhin ihren Platz mitten in der Gesellschaft haben. «Demenz und Lebensqualität - Ja das geht!»

Bild: Das Interesse am Vortrag von Katrin Fritz in Möhlin war gross. Foto: zVg