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Andrea Zulauf und Sandro Aeschbach zeigten bei einem öffentlichen Vortrag von Senioren für Senioren Möhlin, warum Schmerzen nicht einfach zum Älterwerden gehören. Foto: Richard Schmid
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«Schmerzen nicht einfach hinnehmen» - Senioren für Senioren Möhlin luden zum Vortrag ein

(rs) «Die Schmerzversteher» Andrea Zulauf und Sandro Aeschbach zeigten bei einem öffentlichen Vortrag von Senioren für Senioren Möhlin, warum Schmerzen nicht einfach zum Älterwerden gehören – und was man selbst dagegen tun kann.

«Ich werde älter, also muss ich Schmerzen haben.» Mit dieser weit verbreiteten Vorstellung räumten Andrea Zulauf und Sandro Aeschbach von «Die Schmerzversteher» bei einem öffentlichen Vortrag von Senioren für Senioren Möhlin (SfS) in der Aula des Steinli-Schulhauses auf. Denn Schmerzen sind keineswegs automatisch eine Begleiterscheinung des Älterwerdens.
 
Teufelskreis Bewegungsmangel
Mit zunehmendem Alter verändern sich Muskeln, Gelenke und Bewegungsabläufe. Doch nicht jede Beschwerde ist auf Verschleiss zurückzuführen. Auch Bewegungsmangel, Fehlbelastungen, muskuläre Verspannungen, Stress oder Nebenwirkungen von Medikamenten können Schmerzen auslösen oder verstärken. Entscheidend sei deshalb, die Signale des Körpers ernst zu nehmen und nach möglichen Ursachen zu suchen. Ein Schwerpunkt des Vortrags war die Bedeutung der Bewegung. Wer sich aufgrund von Schmerzen immer weniger bewegt, gerät leicht in einen Teufelskreis: Die Muskelkraft nimmt ab, die Beweglichkeit wird schlechter – und die Beschwerden können sich dadurch verstärken.

Dabei müsse Bewegung keineswegs sportliche Höchstleistung bedeuten, erklärten die Referenten. Spaziergänge, einfache Mobilisationsübungen, Gleichgewichtstraining oder regelmässige Positionswechsel im Alltag können bereits viel bewirken. Wichtig sei vor allem, den Körper entsprechend den eigenen Möglichkeiten regelmässig zu bewegen. Auch Stress und psychische Belastungen können beeinflussen, wie Schmerzen wahrgenommen werden. Das Nervensystem spielt bei der Verarbeitung eine zentrale Rolle. Sorgen, Ängste und Stress können die Muskelspannung erhöhen und Beschwerden verstärken. Ein ganzheitlicher Umgang mit Schmerzen kann deshalb hilfreich sein. Bewegung, Entspannung, soziale Kontakte und Aufenthalte in der Natur tragen zum allgemeinen Wohlbefinden bei.

Sich ausgewogen ernähren
Eine ausgewogene Ernährung mit genügend Eiweiss und Flüssigkeit unterstützt den Erhalt von Muskeln und Knochen. Auch Nährstoffe wie Vitamin D, Vitamin B12, Omega 3 Fettsäuren und Magnesium erfüllen wichtige Funktionen. Ob tatsächlich ein Mangel vorliegt und eine Ergänzung notwendig ist, sollte individuell abgeklärt werden.

Auch Medikamente können als mögliche Einflussfaktoren berücksichtigt werden. Bei neu auftretenden oder länger anhaltenden Beschwerden kann es sinnvoll sein, die Medikation durch eine Ärztin, einen Arzt oder eine Apotheke überprüfen zu lassen. Medikamente sollten jedoch niemals eigenständig abgesetzt oder verändert werden.

Im Referat ging es zudem um Fehlstellungen und ungünstige Bewegungsmuster. Ein anschauliches Bild: Steht das Fundament eines Hauses schief, können sich Spannungen auf das ganze Gebäude auswirken. Ähnlich können sich ungünstige Belastungen auf verschiedene Bereiche des Körpers auswirken. In diesem Zusammenhang wurde auch die Dorn-Methode vorgestellt. Sie verfolgt einen sanften Ansatz und wird von ihren Anwendern bei bestimmten Beschwerden eingesetzt. Gleichzeitig wurde betont, dass sie eine medizinische Abklärung oder notwendige Behandlung nicht ersetzt.

Die wichtigste Botschaft des Nachmittags: Schmerzen ernst nehmen, aber nicht einfach hinnehmen, selbst etwas tun. Wer beobachtet, wann Beschwerden auftreten, kann mögliche Zusammenhänge erkennen. Ein Schmerztagebuch, regelmässige Bewegung und kleine Veränderungen im Alltag können erste Schritte sein. Denn beweglich zu bleiben bedeutet weit mehr als körperliche Fitness. Es bedeutet, möglichst lange selbstständig zu bleiben und aktiv am Leben teilzunehmen.
Auf die zahlreichen Fragen aus dem Publikum gingen die Referenten ausführlich ein. Beim anschliessenden obligaten Kaffee und Kuchen wurde das Gehörte rege diskutiert und der persönliche Austausch gepflegt. So fand ein informativer und abwechslungsreicher Nachmittag in angenehmer Atmosphäre seinen gelungenen Abschluss.

Bild: Andrea Zulauf und Sandro Aeschbach zeigten bei einem öffentlichen Vortrag von Senioren für Senioren Möhlin, warum Schmerzen nicht einfach zum Älterwerden gehören. Foto: Richard Schmid