Eisenbahnromantik im Kleinformat gibt es am Wochenende vom 29. und 30. Juni in Möhlin sowie zum ersten Mal in Zuzgen zu bestaunen. An sechs Orten finden die Tage der Gartenbahnen in Spurweite G statt, eine Veranstaltung, die 2007 von Karl Eiermann aus der Taufe gehoben wurde.
PETER SCHÜTZ
Zuerst habe der Anlass Kopfschütteln erzeugt, blickt er zurück, «aber heute ist er etabliert.» Etabliert vor allem unter Gleichgesinnten, zu denen sich im Lauf der Jahre viele Neugierige gesellt haben, die einfach mal zusehen wollen, wie sich ein Westernzug durch den Canyon oder die Rhätische Bahn durch eine Landschaft en miniature bewegen. Am Samstag, 29. Juni, und Sonntag, 30. Juni, werden sie wieder voll auf ihre Kosten kommen. Die Gartenbahnen sind an den beiden Tagen jeweils von 9.30 bis 17.30 Uhr zu sehen.
Der neuste Zug der Rhätischen Bahn
Keine Anlage auf den sechs Grundstücken ist gleich wie die andere. Das macht die öffentliche Begehung so spannend. Die Besucher können quasi in abwechslungsreiche Miniatur-Landschaften eintauchen und so an einem Ausflug durch verschiedene Gestaltungsräume auf drei Kontinenten teilnehmen. Der Eisenbahnevent findet bei jeder Witterung statt. Parkmöglichkeiten gibt es bei der christ-katholischen-Kirche, wo in unmittelbarer Nähe, am Tulpenweg, Arnold und Irène Soder die Gäste begrüssen. Arnold Soder zeigt seine Modelleisenbahnen – unter anderem die Rhätische Bahn mit ihrem neuesten Zug «Capricorn» und die Main-Line Rio Grande – im Freien und in der Garage. Seit rund 15 Jahren pflegt er sein Hobby, «es hat mich plötzlich gepackt», sagt er. Seinen Mitausstellern ist es nicht anders ergangen. «Angefangen habe ich 1984», berichtet Karl Eiermann, «seither wächst die Anlage weiter.» Seine Faszination für das amerikanische Eisenbahnnetz führt weiter zurück. 1976 besichtigte er die White-Pass-Bahnstrecke in Yukon und Alaska, neun Jahre später besass er als erstes Modell eine White-Pass-Lokomotive. Später erfolgte auf seinem Grundstück an der Delligrabenstrasse der Aufbau einer mittelgrossen Gartenanlage mit Steigungen, S-Kurven, einer Holzbrücke über dem Weiher und vielem mehr. 2002 baute er das Gebirge mit einem ein Meter tiefen, begehbaren Graben. Heute besteht die Anlage aus drei geschlossenen Kreisen, auf denen die Züge unabhängig voneinander ihre Kreise ziehen können.
«Jeder hat einen anderen Stil»
Karl Eiermann hat sein Hobby noch im aktiven Berufsleben begonnen. Nach der Arbeit, erinnert er sich, sei er mit der Beschäftigung an der Modelleisenbahn «nach einer Viertelstunde wieder heruntergekommen.» Ähnlich ist es den Nachbarn im Ziegelackerquartier, Thomas Hafner und Markus Ries, ergangen, die vor gut zehn Jahren mit dem Aufbau ihrer Gartenbahnen begonnen haben – «aus reiner Freude», sagt Hafner. An der Langackerstrasse führt er die «Chemin de Fer de l’ Afrique Centrale», kurz CFAC, vor. «Jeder hat einen anderen Stil», hält er fest.
Markus Ries, ebenfalls an der Langackerstrasse, hat es, wie Arnold Soder, die Rhätische Bahn angetan. Thomas Wegmann am Orchideenweg zeigt die «Forest Line». Zum ersten Mal an Bord ist Michael Frischherz aus Zuzgen, seit über 30 Jahren überzeugter Modelleisenbahner. Er führt an der Hauptstrasse zwölf unter anderem die «Stone Mountain Railroad» vor.
Das ganze Fricktal einbeziehen
Das Gartenbahntreffen ereignet sich somit erstmals ausserhalb von Möhlin – aber es soll nicht das letzte Mal sein. «Unser Traum wäre, das ganze Fricktal einzubeziehen», sagt Karl Eiermann, «aber der Aufwand wäre natürlich enorm.»
Für die kulinarische Seite wird an der Delligrabenstrasse 25 Penne an Rahm-Marsalasauce angeboten. Für Fahrzeuge hat es Parkplätze entlang der Delligrabenstrasse und am Friedhofweg.