(rs) Im Steinlichäller in Möhlin fand letzten Mittwoch eine Aufführung des Theaterensembles Obertor und der Theatergruppe Schloss Hegi statt. Vier Seniorinnen führten auf unterhaltsame und informative Weise ins Thema «Einsamkeit im Alter – Wege aus der Einsamkeit» ein.
Das Theaterensembles Obertor und die Theatergruppe Schloss Hegi in Winterthur schilderten Lebenssituationen in vier verschiedene Geschichten, ein Gefühl: Einsamkeit. Ihre Wege kreuzen sich, sie tauschen sich miteinander aus, unterstützen einander. Das Stück in Mundart diente als thematischer Türöffner für die anschliessende moderierte Gesprächsrunde mit dem Publikum. Dies den Schreibenden motiviert, nachfolgend seine eigenen Gedanken mitzuteilen:
«Heute, nach dem Anlass Einsamkeit im Alter, kam ich wieder einmal spät nach Hause! Was heisst hier spät? Es war schon 18 Uhr. Das ist doch nicht spät, doch in letzter Zeit gehe ich selten bis nie fort, bleibe zu Hause und erinnere mich an frühere Zeiten. Da war ich gefangen im Berufsleben, hatte Verpflichtungen in der Familie und Vereinen, hatte fast zu viele Begegnungen. Heute, seit meiner Pensionierung, ist das ganz anders. Der Alltag ist triester geworden manchmal braucht es fast Fusstritte um ‹unter die Leute zu gehen!›
Ich nehme es vorweg das ‹späte nach Hause kommen› hatte Folgen. Eine Standpauke hat mich erwartet: ‹Mein Lieber so geht das nicht!› Er hatte Recht, was mir schwerfiel, und es brauchte Überwindung, es endlich zuzugeben. Es gibt da eine Menge an Angeboten, Literatur, gut gemeinte Ratschläge – sie müssten nur befolgt und auch genutzt werden. Ja, ich werde ab sofort den heutigen Tag wiederholen, wieder regelmässig(er) an Veranstaltungen, und in die Kaffeestube oder zum Mittagstisch gehen.
Auch Angebote an Vorträgen und Ausflügen werde ich wieder öfter annehmen. Es ist mir bewusst geworden, dass ich mir wieder mehr ‹was gönnen› muss! Die Schwierigkeit daran ist, ich muss den ersten Schritt tun! Diesen Nachmittag mit den Senioren-Schauspielenden des Theaterensembles, dem lebensnahen Theaterstück zu diesem Thema und eine moderierte Gesprächsrunde, hat mir mein alter Freund mit seiner ‹Standpauke› ehrlich und klar und deutlich gemacht! Ein guter Rat, lass Dich nicht so massregeln wie ich es heute erlebt habe, sorge vor und lass es nicht soweit kommen! Mein bester Freund, Sie erraten es, ist mein Spiegel, der still und leise an der Wand hängt und ungeschminkt die Wahrheit zeigt! Zugegeben: Er ist oft schwer zu ertragen aber offenbar erforderlich! Das anschliessende Beisammen sein bei Kuchen und Kaffee hat mir ‹rechtig guet do›! Herzlichen Dank geht an die Organisatoren Senioren für Senioren Möhlin, der Gemeinde Möhlin und Swisslos.»
Weitere Infos: www.einsamkeit-im-alter.ch