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Als ob das Eisbad noch nicht kalt genug wäre: Leon Jankó (links) und Leon Bjelakovic gönnen sich noch eine Glace dazu. Foto: zVg

Abends noch schnell in die Tonne: Leon Jankó und Leon Bjelakovic aus Möhlin gönnen sich täglich ein Eisbad zur Abhärtung

Leon Bjelakovic und Leon Jankó aus Möhlin haben ein ausgefallenes Hobby für sich entdeckt: Eisbaden. Wenn andere nur mit dicker Winterjacke, Schal, Mütze und Handschuhen nach draussen gehen, hocken sich die beiden Sekundarschüler in eine Tonne mit Eiswasser – und fühlen sich danach pudelwohl.

SONJA FASLER HÜBNER

Alles fing an mit einer «Challenge», berichten die beiden. «Wir wollten wissen, ob wir das aushalten, fingen an kalt zu duschen – und waren fasziniert von den Vorteilen. Da wollten wir mehr.» Inzwischen ist das Ganze zum täglichen Ritual geworden.
Als es auf den Oktober zuging, fingen Leon Jankó (15) und Leon BJelakovic (14), die beide die 3. Sekundarstufe besuchen, an, im Bach zu baden. Das richtige «Eisbaden» gönnten sie sich erstmals im Dezember. «Es wurde zwar immer kälter, aber nicht kalt genug, dass sich über dem Bach eine Eisschicht bilden konnte», erzählt Leon Jankó. Deshalb kauften sie sich zwei Tonnen, die sie im Garten von Leon Jankós Grossvater aufstellen durften. In den Tonnen entsteht nämlich schneller eine Eisschicht.

Die Sekundarschüler haben das Eisbaden für sich entdeckt. Foto: zVgPositive Effekte
«Wir baden meistens am Abend, da wir oft erst dann die Zeit dazu finden, aber wenn es geht, baden wir auch sehr gerne tagsüber, wenn es noch hell ist», so Leon Jankó.
Inspirieren liessen sich die beiden Leons durch die Wim-Hof-Methode. Der Niederländer Wim Hof ist auch bekannt als «The Iceman». Der Extremsportler hält einige Rekorde im Ertragen extremer Kälte, darunter den Rekord für das längste Eisbad. Diesen brach er laut Wikipedia mehrmals selbst, zuletzt im Jahr 2011, als er eine Stunde, 52 Minuten und 42 Sekunden bis zum Hals in Eiswasser stand. Seine selbst entwickelte Wim-Hof-Methode besteht im Kern aus einer speziellen Atemtechnik und soll sich positiv auf die Gesundheit auswirken, wie er mehrfach in Büchern beschrieben hat.
Die beiden Möhliner können die positiven Auswirkungen nur bestätigen: «Wir stellen eine verbesserte und schnellere Regeneration für den Sport fest. Nach dem Bad fühlt man sich frisch und geistig klar.» Bessere Resistenz gegen Kälte, mehr Fokus und bessere Konzentration sowie die Stärkung des Immunsystems mit der Folge, dass man seltener krank wird, sind weitere positive Aspekte, die sie dem Bad im eisig kalten Wasser abgewinnen können.
«Wir baden je nach Temperatur des Wassers immer unterschiedlich lange. Jedes Grad, welches das Wasser mehr hat, baden wie eine Minute länger. Also wenn das Wasser zum Beispiel 6 Grad hat, baden wir 6 Minuten. Wenn das Wasser Jedoch unter 2 Grad hat bleiben wir trotzdem bei 2 Minuten. Das Wasser hatte einmal 0,4 Grad und wir blieben trotzdem 2 Minuten drin.»

Rekord bei 30 Minuten
Den Anspruch, Wim Hofs Rekord zu brechen, haben sie trotzdem nicht. Zumindest nicht in näherer Zukunft.Das zu versuchen könnte sogar gefährlich sein. «Wir haben viel zu wenig Erfahrung dafür», sind sich die beiden Leons bewusst. «Zudem können wir all die positiven Effekte auch bei zwei Minuten in zweigrädigem Wasser erreichen», sind sie überzeugt. «Unser derzeitiger Rekord liegt bei 30 Minuten in sechsgrädigem Wasser. Dies machten wir aber nur einmal und es ist nicht zu empfehlen.»

Bilder:
- Als ob das Eisbad noch nicht kalt genug wäre: Leon Jankó (links) und Leon Bjelakovic gönnen sich noch eine Glace dazu.
- Die Sekundarschüler haben das Eisbaden für sich entdeckt.
Fotos: zVg