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Luca und Ilaria Olgiati mit einem Geschenk, das ihnen Gemendepräsident Christian Kramer - am Pult - überreicht hatte. Foto: Peter Schütz

Hottwil: Toller Empfang für Illaria Olgiati, Bronzemedaillengewinnerin an den Paralympics in Paris

Grosse Ehre für Ilaria Olgiati: Am Sonntag richtete die Gemeinde Mettauertal der in Hottwil wohnenden Spitzensportlerin auf dem Bärenplatz einen feierlichen Empfang aus. Ilaria Olgiati hatte an den Paralympics in Paris im September 2024 die Bronzemedaille im Rollstuhlbadminton Einzel gewonnen – es war die erste Schweizer Paralympics-Medaille in dieser Disziplin überhaupt.

PETER SCHÜTZ

Regierungsrat und Sportdirektor Alex Hürzeler überbrachte die Gratulationen der Aargauer Regierung, Gemeindepräsident Christian Kramer diejenigen der Gemeinde Mettauertal. In den Genuss der Gratulationen kam auch Luca Olgiati, der ebenfalls im Rollstuhlbadminton Einzel den 9. Rang erreichte. Die Bronzemedaillengewinnerin hatte an den Paralympics in Paris noch mit ihrem Mädchennamen Renggli gespielt. Nach Abschluss der Wettkämpfe heiratete sie Luca Olgiati und übernahm dessen Familiennamen. Der September brachte also zwei prägende Ereignisse für das Paar mit sich.

Regierungsrat Alex Hürzeler gratulierte Luca und Ilaria Olgiati zu deren Erfolgen an den Paralympics. Foto: Peter SchützChristian Kramer sprach in seiner Würdigung von einem sportlichen Erfolg, «der seinesgleichen sucht im Mettauertal». Und: «Das Mettauertal ist wahnsinnig stolz auf sie», so Kramer. Alex Hürzeler attestierte der Bronzemedaillengewinnerin «eine grandiose Leistung, die uns alle tief beeindruckt». «Ilaria Olgiati hat mit grosser Disziplin und viel Leidenschaft Schweizer Sportgeschichte geschrieben», sagte Hürzeler. Innerhalb von nur vier Jahren – Ilaria Olgiati ist erst seit 2020 im Rollstuhlbadminton aktiv – habe sie Grandioses erreicht. An ihrer ersten Weltmeisterschaft 2022 in Tokio holte sie im Einzel und im Doppel (mit Cynthia Mathez) Bronze. Danach rückte sie als Sportsoldatin in die Spitzensport-RS ein. 2023 gewann sie in Rotterdam im Doppel, wiederum mit Cynthia Mathez, den Europameistertitel, im Einzel gab es Silber für sie. Alex Hürzeler sprach von einer «beeindruckenden Serie». Er würdigte auch den 9. Platz von Luca Olgiati, der nur haarscharf ein Diplom verpasste. Hürzelers Fazit: «Ihr Beide seid starke Vorbilder für Menschen mit Behinderungen.»

Ein herzliches Lachen. Bronzemedaillengewinnerin Ilaria Olgiati im Gespräch mit Radio-Legende Berni Schär. Foto: Peter Schütz«Den Namen Mettauertal in die Welt wegtragen»
An dem feierlichen Empfang in Hottwil am Sonntag nahm ein Überraschungsgast teil: die Sportreporter-Legende Berni Schär, 33 Jahre lang als Sportberichterstatter von Radio SRF tätig. Seit drei Jahren ist er im Ruhestand, aber seine frühere Profession beherrscht er immer noch. Nachzuhören im Interview, das er mit Ilaria Olgiati führte. «Ein Paradebeispiel, wie man strukturiert durchs Leben geht, hat den Namen Mettauertal in die Welt wegtragen», sagte Schär über seine Gesprächspartnerin. Gefragt, was ihr der Erfolg in Paris bedeute, antwortete Ilaria Olgiati: «Es ist immer noch unwirklich.» Das für sie schönste Highlight sei die Eröffnungsfeier der Paralympics gewesen. Und obwohl die Schweiz erst als 146. Nation begrüsst wurde, habe sie das Gefühl gehabt, dass nur der Spirit, der Sport zähle. Woher sie die Passion für den Sport nehme, wollte Berni Schär wissen. «Ich liebe die Sportart Badminton, sie macht mir extrem Freude», entgegnete Ilaria Olgiati. Und «Im Badminton kann ich mich verbessern, die Grenze verschiebt sich nach oben.» Worauf sich das Interview ins Private verschob. Die Zuhörerschaft erfuhr, dass Ilaria Olgiati gern kocht und backt, aus Suhr stammt, immer noch Mitglied der Musikgesellschaft Suhr ist, dort aktiv die Klarinette spielt und Pläne für die Zukunft hat: Eine Medaille an der nächsten Europameisterschaft, sagte sie, «wäre sehr schön». Ihr Lebensmotto? «Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden», nach Mark Twain.

Gemeindepräsident Christian Kramer (rechts) gab Regierungsrat Alex Hürzeler eine Landkarte von Frankreich Nord-Ost auf den Weg. Foto: Peter SchützVon Paris in den Aargau
Den von rund 100 Personen, darunter Mitglieder von Vereinen, besuchten Anlass begleitete die Musikgesellschaft Wil. Die Bewirtung übernahm das Gasthaus Bären. Kleine Notiz am Rand: Gemeindepräsident Christian Kramer überreichte Alex Hürzeler ein Geschenk für dessen Laudatio auf Ilaria und Luca Olgiati. Es bestand aus einer Landkarte «France Nord-Est» im Massstab 1:320 000. Damit Alex Hürzeler seinen Weg von Paris in den Aargau findet, wenn er sein Versprechen einlösen wird. Hürzeler hatte dieses Frühjahr öffentlich versprochen, dass er, sollte es an den Olympischen oder Paralympischen Spielen eine Aargauer Medaille geben würde, zu Fuss von Paris nach Hause gehen werde. Das sind immerhin rund 500 Kilometer.

Bilder
Erstes Bild: Luca und Ilaria Olgiati mit einem Geschenk, das ihnen Gemendepräsident Christian Kramer - am Pult - überreicht hatte. Foto: Peter Schütz
Zweites Bild: Regierungsrat Alex Hürzeler gratulierte Luca und Ilaria Olgiati zu deren Erfolgen an den Paralympics. Foto: Peter Schütz
Drittes Bild: Ein herzliches Lachen. Bronzemedaillengewinnerin Ilaria Olgiati im Gespräch mit Radio-Legende Berni Schär. Foto: Peter Schütz
Viertes Bild: Gemeindepräsident Christian Kramer (rechts) gab Regierungsrat Alex Hürzeler eine Landkarte von Frankreich Nord-Ost auf den Weg. Foto: Peter Schütz