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Männerchorgesang trifft auf Alphornklang

Männerchorgesang trifft auf Alphornklang

Am Samstag, 26. August, traf sich der Männerchor Magden samt einiger Ehefrauen, um einen Ausflug ins Berner Oberland zu machen. Vorbei an Bern, dem Thuner See und Interlaken ging es hinauf zum Ziel, dem kleinen Dorf Habkern. Heinz und Marietta Tschiemer kauften 2012 die ursprünglich in Niederbipp BE gegründete Firma «Bernatone Alphornbau» und brachten so den Alphornbau nach Habkern, in dessen Wäldern das Fichtenholz für die Bernatone Alphörner wächst.

Im Ausstellungsraum bekamen sie zunächst einen Einblick in die Geschichte des Alphorns. Gebrauch und Charakter des Alphorns haben sich nämlich im Lauf der Jahrzehnte Alphornbauer Heinz Tschiemer. Foto: Georg Hünermanndeutlich gewandelt. Waren Alphörner ursprünglich nur dazu geeignet, Töne zu erzeugen statt Melodien zu spielen, wurden diese im Lauf der Zeit zu Musikinstrumenten weiterentwickelt, was natürlich auch höhere Ansprüche an den Fertigungsprozess stellt. So waren im 17. Jahrhundert Alphörner in den Städten oft als «Bettelhörner» verschrien, weil die Stadtbewohner von den seltsamen und auf Dauer langweiligen Tonfolgen der bettelnden Alphirten genervt waren. Heute ist das Alphorn weithin als das Schweizer Musikinstrument bekannt und beliebt und so ist im Lauf der Jahre auch die Literatur für dieses Instrument immer umfangreicher geworden.
Nach diesem kleinen Einblick in die Geschichte des Alphorns führte Heinz Tschiemer in seine Werkstatt. Wer ausgehölte Baumstämme und ein umfangreiches Sortiment an Stechbeiteln und ähnlichem Werkzeug erwartet hatte, wurde nun darüber belehrt, dass die Bernatone Alphörner im Wesentlichen mit Hilfe von CNC-Maschinen gebaut werden. Diese Maschinen garantieren so die Herstellung von korrekt gestimmten Alphörnern. Schliesslich werden diese ja meist in Gruppen oder sogar auch zusammen mit anderen Instrumenten gespielt und da sind saubere Töne wichtig. Der Becher und die Rohre werden auch nicht mehr aus einem Stück gefertigt, das zu diesem Zweck ausgehöhlt wird, sondern aus zwei Hälften, die dann zusammengefügt, verleimt und mit Peddigrohr umwickelt werden, um das Holz zu schützen.

Zur Freude der Männerchörler betreibt die Familie aber auch noch einen Bergbauernhof und dort konnten sich die Reisenden stärken, bevor einige sich tatsächlich versuchten, dem Alphorn den einen oder anderen Ton zu entlocken. Zum Dank und zum Abschied tat der Chor das, was er halt gerne tut. Vor dem Geschäft stellten sich die Sänger auf und sangen den «Bajazzo».

Inzwischen hatte es dann doch angefangen zu regnen und so ging’s wieder bergab nach Interlaken auf der Suche nach Sonnenstrahlen und dem richtigen Schiffsanleger. Bald nachdem dieser gefunden war, kam auch schon das Schiff, das die Reisegruppe nach Thun bringen sollte. Natürlich war die Fahrt über den See nicht annähernd so schön wie bei Sonnenschein, aber die Gruppe liess es sich gut gehen bei einem reichlichen z’Mittag, Getränken und angeregten Gesprächen über das, was man erlebt hatte. Der Bus rwartete Thun und brachte die Männerchörler wohlbehalten durch den üblichen Stau zwischen Bern und Härkingen nach Magden zurück.

Fotos: Elke Mayer-Hünermann und Georg Hünermann