(jw) Die offiziellen Traktanden der Kaister Einwohnergemeindeversammlung enthielten keinen «Zündstoff». Interessante Informationen erhielten die Stimmberechtigten jedoch unter «Verschiedenes», so etwa zu Tempo 30 und dem geplanten Zentrum für Kinderbetreuung.
Noch bevor die Versammlung, an welcher 98 der total 1922 Stimmberechtigten (5,1 Prozent) teilnahmen die ordentlichen Geschäfte in Angriff nahmen, würdigte Vizeammann Oliver Brem den im Oktober überraschend verstorbenen Gemeindeammann Arpad Major. Dieser war von 2002 bis 2010 als Gemeinderat und Vizeammann sowie ab 2015 als Gemeinderat und ab 2018 als Gemeindeammann tätig. Unterbrochen wurde seine Amtstätigkeit durch einen Auslandaufenthalt in Shanghai für seinen Arbeitgeber BASF. Mit einer Schweigeminute gedachten die Anwesenden dem viel zu früh Verstorbenen und seinem unermüdlichen Einsatz zum Wohl der Gemeinde Kaisten.
Zudem musste Vizeammann Oliver Brem bekannt geben, dass an diesem Freitag auch der ehemalige Vizeammann Paul Schmid verstorben ist.
Budget mit roten Zahlen
Keinen Diskussionsstoff boten die gemeinderätlichen Anträge. Eine Einbürgerung, der revidierte Einsatzkostentarif der Feuerwehr sowie das Budget 2025 mit einem Aufwandüberschuss von rund 343 000 Franken nach Entnahme von zirka 547 000 Franken aus der Aufwertungsreserve und einem Steuerfuss von 102 Prozent wurden jeweils mit grossen Mehr oder gar einstimmig genehmigt.
Unter «Verschiedenes» informierte der Gemeinderat über aktuelle Geschäfte, so beispielsweise das Neubauprojekt für ein Zentrum für Kinderbetreuung an der Schulstrasse, bei welchen statt der erhofften 5 bis 6 Mio. Franken mit Kosten von nahezu 10 Mio. Franken gerechnet werden muss. Aufgrund der hohen Investitionen hat der Gemeinderat einen Zwischenstopp eingelegt, um nochmals über die Bücher zugehen und Nötiges von Wünschbarem zu trennen.
Bei einer Umfrage erachteten 73 Prozent der Teilnehmenden Tempo 30 als sinnvolle Massnahme. Nun soll an der Sommergmeind 2025 ein Projekt zur quartierweisen Einführung von Tempo 30 vorgelegt werden. Im Vordergrund stehen als erste Strassenzüge die Poststrasse und Lindengasse, Oberkaisten sowie evtl. der Dorfteil Ittenthal. Im Weiteren wurde über die aktuell laufende Erneuerung des Spielplatzes Bachgümperli sowie die Altersstrategie der Gemeinde Kaisten informiert. Bei Letzterer wird vorerst eine Alterskommission eingesetzt und eine Broschüre mit Institutionen und Kontaktadressen erarbeitet. Ausserdem sind Informationsanlässe wie etwa jener zum Thema Demenz am Donnerstag, 28. November, organisiert von der Spitex, geplant.
Abschliessend informierte Vizeammann Oliver Brem, dass die Ersatzwahl in den Gemeinderat am 18. Mai stattfinden wird sowie über einen Überweisungsantrag betreffend Auswahlverfahren für Kommissionen. Diesem kann aus rechtlichen Gründen zwar nicht Folge geleistet werden, dennoch will der Gemeinderat die Grundidee des Antrages, die Suche nach fähigen und motivierten Kommissionsmitgliedern, aufgreifen und das Thema vertieft prüfen.
Bereits um 20.50 Uhr konnte der Vizeamman die Gemeindeversammlung schliessend und zum Apéro, serviert vom Frauenturnverein, einladen.
Ortsbürger
Vor den Einwohnern hatten die Ortsbürger getagt. Die 43 der total 528 stimmberechtigten Ortsbürger hiessen ihr Budget 2025 sowie die Zusicherung des Bürgerrechts der Ortsbürgergemeinde Kaisten an Raphael Lemblé, Gemeinderat in Kaisten, gut.