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Urchige Klänge zur Einstimmung mit der Örgelimuusig Sorpresa. Foto: Jörg Wägli

Für mehr Solidarität ohne Krämermentalität – Soziologe Ueli Mäder, Rheinfelden, sprach in Kaiseraugst

Mehr Solidarität ohne Krämermentalität forderte der Rheinfelden Soziologe Ueli Mäder an der Bundesfeier in Kaiseraugst. Gemeinderat und Musikgesellschaft hatten traditionell am Vorabend des 1. August zur Feier «Im Höfli» beim Schulhaus Dorf eingeladen.

JÖRG WÄGLI

Vizepräsident Markus Zumbach begrüsst zum offiziellen Teil der Feier. Foto: Jörg Wägli Drittes Bild: Festredner Ueli Mäder. Foto: Jörg Wägli«Ich lebe sehr gerne in der Schweiz und schätze hier sehr viel», betonte der Festredner Ueli Mäder. Doch: «Was mich irritiert, ist ein Doppelcharakter. {...} Die Eidgenossenschaft switcht seit ihren Anfängen zwischen ehrbarer Solidarität und einer Krämermentalität mit selektiver Geschäftsneutralität.»
In seiner dreiteiligen, ausführlichen und sehr langen Rede blickte Mäder tief in die Geschichtsbücher, zeigte Beispiele der eingangs erwähnten These, ergänzte mit Informationen aus dem aktuellen Geschehen und kam auf Befürchtungen und Sorgen der heutigen «Angst»-Generationen (Kriege, drohende nukleare Eskalation, wirtschaftliche Unsicherheiten und Ungerechtigkeiten usw.) zu sprechen – und natürlich darauf, wie hier, auch von jedem Einzelnen, Abhilfe geschaffen, Verbesserungen erreicht werden könnten.

Festredner Ueli Mäder. Foto: Jörg WägliZuversichtlich stimmten ihn Menschen, die sich sozial verhalten würden, ohne das zu betonen oder sich besser als andere zu fühlen, sagte Mäder. Und das sei in unserer konsum-, konkurrenz- und geldgetriebenen Gesellschaft keineswegs selbstverständlich. In der Schweiz seien die Wege kurz. Das sei ein Vorteil für Begegnungen, die Vorurteile hinterfragten und Sichtweisen differenzierten statt polarisierten, so der Festredner und weiter: «Sozialer Ausgleich vermindert regionale und globale Spannungen.» Er forderte eine Solidarität, ohne Krämermentalität, die auf eigene Vorteile bedacht ist.
Positive Erwähnung fand auf lokaler Ebene, dass sich am 15. August in Kaiseraugst Gemeindeverantwortliche mit BürgerInnen über Sicherheitsfragen austauschen werden. Oder im Basler Rathaus am 11. September PolitikerInnen mit Interessierten darüber diskutierten, wie das Vertrauen in demokratische Institutionen gestärkt werden könne. Zudem finde am 14. September in Möhlin ein Fest der Demokratie statt. Und weil der diesjährige Tag der Demokratie am 15. September (zum Jubiläum: 176 Jahre Bundesverfassung) auf den Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag falle, widme sich in der Reformierten Kirche in Sissach auch die sonntägliche Predigt diesem Thema.
«Das sind kleine, aber konkrete Schritte. Von Menschen, die sich um das Gemeinwohl kümmern. Und dabei gilt: Jeder Schritt ist ein Schritt, gut bedacht», so Ueli Mäder und abschliessend: «Eine bessere Welt ist möglich. Achten wir doch alle darauf, was wir selbst dazu beitragen können.»

Der Musikverein Herten spiel vor vollen Rängen. Foto: Jörg WägliIm Rahmenprogramm fand sich, nebst einer leistungsfähigen Festwirtschaft und Attraktionen für die kleinen Besucher auch viel Musik, von urchigen Klängen mit der Örgelimuusig Sorpresa und der Chapella Clavadatsch über das Spiel der Musikverein Herten DE (inkl. Landeshymne) bis zu Unterhaltung und Tanz mit der Band Soundstation (notabene bis um 4 Uhr auf dem Programm).

Auf Anfrage hatte Ueli Mäder bereits im Vorfeld der Kaiseraugster Bundesfeier fricktal.info eine schriftliche Fassung seiner Rede zugestellt, welche, trotz Aktualisierungen, in den Grundzügen mit dem gesprochenen Wort übereinstimmt. Wer diese nachlesen möchte, findet sie hierBundesfeierrede von Soziologe Ueli Mäder aus Rheinfelden in Kaiseraugst.

Bilder
Erstes Bild: Urchige Klänge zur Einstimmung mit der Örgelimuusig Sorpresa. Foto: Jörg Wägli
Zweites Bild: Vizepräsident Markus Zumbach begrüsst zum offiziellen Teil der Feier. Foto: Jörg Wägli
Drittes Bild: Festredner Ueli Mäder. Foto: Jörg Wägli
Viertes Bild: Der Musikverein Herten spiel vor vollen Rängen. Foto: Jörg Wägli