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Gemeinderpräsident Jean Frey bedankt sich bei der Festrednerin, GLP-Grossrätin Béa Bieber. Foto: Jörg Wägli
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«Erst das Zusammenspiel macht stark» – GLP-Grossrätin Béa Bieber sprach an der Bundesfeier in Kaiseraugst

An der traditionell am Vorabend des 1. August stattfindenden Bundesfeier in Kaiseraugst durfte GLP-Grossrätin Béa Bieber aus Rheinfelden als Festrednerin begrüsst werden. Und sie hatte nicht nur eine gehaltvolle Rede zum Geburtstag unseres Landes im Gepäck, sondern auch ein Geschenke, das sie unter den vielen Anwesenden verloste.

JÖRG WÄGLI

In seiner Begrüssung freute sich Gemeindepräsident Jean Frey nicht nur über die so zahlreich anwesenden Kaiseraugsterinnen und Kaiseraugster, sondern vor allem auch, dass das Gemeinderatsgremium geschlossen an der Feier teilnahm. Nach einem kurzen Blick auf aktuelle Projekte in der Gemeinde und dem Hinweis auf den hohen Stellenwert, den auch das Gesellschaftliche in Kaiseraugst geniesst und mit einer weiteren «Langen Nach der Musik» im 2027 einen weiteren Höhepunkt erfähren wird, übergab er das Mikrofon Festrednerin Béa Bieber – mit den Worten: «Ich bin gespannt wie eine Feder!»

«Chapella Clavadatsch. Foto: Jörg WägliWir feiern eine Idee. Die Idee der Schweiz»
«Wir feiern nicht heute nicht einfach einen Flecken Erde auf der Landkarte. Wir feiern eine Idee. Die Idee der Schweiz» sagte die Festrednerin einleitend und stellte die Frage: «Was wünschen wir der Schweiz für die Zukunft?» Eine Frage, die Béa Bieber mit einem ausführlichen Blick auf das Gestern, Heute und Morgen schliesslich beantworten konnte.
In ihren Ausführungen stellte sie fest, dass die Schweiz immer dann erfolgreich war, wenn sie Menschen zusammengeführte. Die Dankbarkeit, die sie gegenüber früheren Generationen empfinde, verpflichte aber auch, sagte Bieber – zu Verantwortung gegenüber kommenden Generationen, «denen wir nicht nur Wohlstand, sondern auch Zusammenhalt, Demokratie, Freiheit und eine lebenswerte Umwelt hinterlassen wollen.» Und schliesslich auch zu Verantwortung füreinander, so die Grossrätin.

Musikgesellschaft Kaiseraugst. Foto: Jörg WägliUnter anderem verglich sie als Imkerin die Schweiz mit einem Bienenvolk. Keine einzige Biene könnte allein leisten, was zehntausende gemeinsam schaffen. Nicht, weil alle gleich wären. Sondern weil jede ihren eigenen Beitrag leistet. Jede erfüllt ihre Aufgabe. Jede übernimmt Verantwortung. Und erst das Zusammenspiel macht das Volk stark. «Auch hier drin steckt eine kleine Lektion für uns Menschen», betonte Béa Bieber. Und Herausforderungen hält die Zukunft genügend bereit: wirtschaftliche Unsicherheiten, Wohlstand, Klimawandel, KI in der Arbeitswelt, geopolitische Spannungen und andere mehr.
Béa Bieber hielt zudem fest, dass wir am 1. August nicht ein perfektes Land feiern würden. Die Schweiz sei nie perfekt gewesen. «Aber sie war immer dann erfolgreich», so die Rednerin, «wenn sie bereit war, sich den Rahmenbedingungen entsprechend weiterzuentwickeln, ohne ihre Werte aufzugeben. Wenn sie Tradition und Innovation miteinander verbunden hat. Wenn sie Veränderungen nicht als Bedrohung verstanden hat, sondern als Chance.»

Festrednerin Béa Bieber. Foto: Jörg WägliWünsche für die Schweiz
Abschliessend äusserte sie – für die Schweiz – folgende Wünsche: Dass wir den Mut behalten, Veränderungen anzunehmen. Dass wir die Chancen des Fortschritts mutig nutzen. Dass wir unsere Freiheit nie gegen Angst eintauschen. Dass wir wieder mehr realen Raum schaffen für Austausch und gutes Miteinander... Und dass wir unsere Vielfalt feiern – und uns daran freuen! Und dass wir nie vergessen, was unser Land im Innersten zusammenhält: Nicht Gleichförmigkeit. Sondern Vertrauen. Nicht Misstrauen. Sondern Verantwortung. Nicht das Gegeneinander. Sondern das gemeinsame Gestalten. «Seien wir also alle Vorbild für was die Schweiz steht. Tragen wir alle dazu bei, dass jeden Tag neue, positive Geschichten über unser Land und unsere Region entstehen, sagte die Rednerin: «Wir alle können Autoren Produzentinnen, Regisseure und Hauptdarstellerinnen sein. So wird sich auch unser Bild der Schweiz wieder stärker an ihrer tatsächlichen Stärke und ihren vielen Erfolgen orientieren. Da bin ich sicher.»

Vollbesetztes Festzelt. Foto: Jörg WägliAbschliessend stellte Béa Bieber fest, dass unsere Landeshymne und der Bundesbrief topaktuell sind: «Unser Schweizer Psalm bringt es auf den Punkt: Nicht wie viele andere Landeshymnen, die von Sieg, Kampf oder militärischer Stärke handeln, stellt die Schweizer Hymne Natur, Dankbarkeit, Demut und Verantwortung ins Zentrum und fasst wunderbar zusammen, was heute wichtig ist: Dankbarkeit, Verantwortung, Zusammenhalt und die Bereitschaft, Freiheit jeden Tag neu mit Leben zu füllen.» Auch der Bundesbrief von 1291 sei nicht nur ein Dokument unserer Vergangenheit. Er sei auch heute eine Einladung, unsere gemeinsame Zukunft miteinander zu gestalten. 1291 sei kein Vertrag gegen andere gewesen sondern ein Vertrag füreinander. Damals habe man Grenzen verteidigt. «Heute verteidigen wir unsere Demokratie, unsere Innovationskraft und unseren Wohlstand. – Und genau darin liegt vielleicht auch heute das Erfolgsrezept der Schweiz: Weniger Gegeneinander – und wieder mehr Füreinander.»

Örgelimuusig Sorpresa. Foto: Jörg WägliGeschenke
Als Dank für die Einladung hatte Béa Bieber ein kleines Geschenk mitgebracht – das sie gerne unter den Anwesenden verloste. Zwar wurde sie nicht fündig, als sie frage, ob jemand an diesem Tag Geburtstag habe. In dieser Woche wurde Béa Bieber dann fündig und konnte ihr geschnek stellvertretend an eine anwesende Person übergeben. Im Gegenzug durfte sie von Gemeindepräsident Jean Frey einen «guten Tropfen» (zwar nicht aus Kaiseraugst) sowie die zweibändige Geschichte von Kaiseraugst und Augst entgegennehmen.
Anschliessend standen das Singen der Nationalhymne, Musik und gemütliches Beisammensein bis weit in die Nacht auf dem Festprogramm. Musikalisch umrahmt wurde die Feier von der Örgelimuusig Sorpresa, der Chapella Clavadatsch sowie der Musikgesellschaft Kaiseraugst und die Band Soundstation. Für die Bewirtung der Gäste zeichnete der Theaterverein verantwortlich.

Bilder
Erstes BIld: Gemeinderpräsident Jean Frey bedankt sich bei der Festrednerin, GLP-Grossrätin Béa Bieber. Foto: Jörg Wägli
Zweites Bild: Chapella Clavadatsch. Foto: Jörg Wägli
Drittes Bild: Musikgesellschaft Kaiseraugst. Foto: Jörg Wägli
Viertes Bild: Festrednerin Béa Bieber. Foto: Jörg Wägli
Fünftes Bild: Vollbesetztes Festzelt. Foto: Jörg Wägli
Sechstes Bild: Örgelimuusig Sorpresa. Foto: Jörg Wägli

Zur Bundesfeierrede von Grossrätin Béa Bieber, GLP, Rheinfelden, in der Gemeinde Kaiseraugst in WortlautZur Bundesfeierrede von Grossrätin Béa Bieber, GLP, Rheinfelden, in der Gemeinde Kaiseraugst in Wortlaut