(pb) Die Stimmberechtigten von Herznach-Ueken sagten an ihrer Einwohnergemeindeversammlung Ja zur fläckenden Einführung von Tempo 30, allerdings ohne die vom Gemeinderat angedachte Begegnungszone.
An der Einwohnergemeindeversammlung waren 262 Einwohner anwesend. Damit die Beschlüsse rechtskräftig gewesen wären, hätten 366 Einwohner anwesend sein müssen. Somit unterstehen alle Beschlüsse dem fakultativen Referendum.
Jeweils mit grossem Mehr gutgeheissen wurden das Protokoll der Versammlung vom 12. Juni, das Budget 2026, der Verpflichtungskredit Bachdurchlass Moosebächli in der Höhe von 270 000 Franken, die Erneuerung des Konzessionsvertrags mit dem AEW sowie zwei Einbürgerungsgesuche und die Anpassungen der Entschädigungsrichtlinien für Behörden, Kommissionen und Funktionäre.
Bei der Kreditabrechnung des Verpflichtungskredits «Umsetzung Fusion Herznach-Ueken» wurde, nach einigen Diskussionen und der Frage, weshalb der Gemeinderat zwar wusste, dass der Kredit überschritten wird, die Bevölkerung jedoch nicht informiert wurde, festgestellt, dass das Fusionsfest sehr schön und wichtig für die Zusammenführung der beiden Gemeinden war. Die Kreditabrechnung wurde dann mit grosser Mehrheit angenommen.
Beim Verpflichtungskredit für die flächendeckende Einführung von Tempo 30 wurde der Antrag gestellt, die flächendeckende Einführung von Tempo 30 zu übernehmen, jedoch ohne die vom Gemeinderat angedachte Begegnungszone. Diesem Antrag wurde stattgegeben und der Kredit in der Höhe von 90 000 Franken ohne die Begegnungszone mit 125 Ja-Stimmen zu 115 Nein-Stimmen angenommen.
An der Gemeinderatssitzung vom Dienstag, 18. November hatte der Gemeinderat entschieden, das Traktandum 6, «Projektierungskredit Sanierung/Erweiterung Gemeindehaus», zurückzuziehen und nicht an diese Gemeindeversammlung zu bringen. An der Informationsveranstaltung vom 6. November waren verschiedene Bedenken geäussert worden. Der Tenor war damals klar: Bevor über eine Sanierung/Erweiterung des Gemeindehauses entschieden wird, soll zuerst die Liegenschaftsstrategie vorgestellt werden. Der Gemeinderat misst den Anliegen der Bevölkerung grosse Bedeutung zu und will zuerst die Grundlagen für die kommenden Entscheidungen vorstellen.
Unter «Diverses und Umfrage» informierte Gemeindepräsident Stephan Gemmet über das Parkierungsreglement, für welches die Grundlagen zusammengesucht werden, die Sanierung der Kantonsstrasse K107 Ueken innerorts (IO), für welche die Startsitzung erfolgt ist, sowie über die K107 Herznach IO/AO, bei welcher die öffentliche Auflage stattgefunden hat und die Einsprachen nun vom Kanton gesichtet werden, so dass im nächsten Jahr die Einwendungsverhandlungen geführt werden können.
Ortsbürger
Vorgängig hatten die Ortsbürger getagt. An dieser Versammlung waren 57 Stimmberechtigte anwesend. Damit die Beschlüsse rechtskräftig gewesen wären hätten 59 Ortsbürger anwesend sein müssen. Somit unterstehen alle Beschlüsse dem fakultativen Referendum.
Die Ortsbürger genehmigten das Protokoll der Ortsbürgergemeinde-versammlung vom 26. Juni, das Budget 2026 der Ortsbürgergemeinde Herznach-Ueken sowie die Kreditabrechnung des Verpflichtungskredits «Vita-Parcours und Waldlehrpfad» mit jeweils grosser Mehrheit.
Unter «Diverses und Umfrage» erfolgten keine Wortmeldungen aus der Versammlung und auch keine Informationen aus dem Gemeinderat.
Verdiente Verabschiedungen
An der Gemeindeversammlung würdigte die Gemeinde Herznach-Ueken zudem mehrere langjährige Behördenmitglieder, die ihre Ämter niederlegen oder neue Aufgaben übernehmen. Die Verabschiedungen spiegelten grosses ehrenamtliches Engagement und zahlreiche Jahre Dienst für die Öffentlichkeit wider.
Stefan Leimgruber wurde für seine insgesamt 20 Jahre in der Steuerkommission geehrt, davon 16 Jahre als Präsident. Auch Bernadett Leimgruber, seit Februar 2021 Mitglied der Finanzkommission, sowie Nicole Schmid, die 15 Jahre für die Steuerkommission tätig war, wurden verabschiedet.
Abschied von Robert Schmid als Vizepräsident
Ein besonderer Dank galt Robert Schmid, der über Jahre hinweg verschiedene Schlüsselrollen innehatte. Robert Schmid war zehn Jahre als Feuerwehrkommandant tätig und wechselte danach in die Finanzkommission, bevor er 2016 in den Gemeinderat gewählt wurde und sogleich das Amt des Gemeindeammanns übernahm. Er engagierte sich intensiv in der Umsetzungskommission der Gemeindefusion und wurde per 1. Januar 2023 zum ersten Vizepräsidenten der neuen Gemeinde Herznach-Ueken gewählt. Insgesamt kann Robert Schmid auf 9,5 Jahre Gemeinderatstätigkeit zurückblicken.
Die Gemeinde würdigte seine ruhige, überlegte Art und sein grosses Engagement, gerade in der intensiven Phase der Gemeindefusion. Als Dank erhielt er gemeinsam mit seiner Frau Susanne einen kulinarischen und kulturellen Gutschein sowie einen Gutschein für einen gemeinsamen Ausflug mit der «alten Garde».
In seinen Dankesworten bedankte sich Robert Schmid für das Vertrauen, das ihm entgegengebracht wurde und bei früheren Gemeinderatskolleginnen und -kollegen beider Gemeinden sowie bei seiner Frau und der Familie.
Abschied von Stephan Gemmet als Gemeindepräsident
Auch Stephan Gemmet wurde verabschiedet. Er war seit 2014 Mitglied des Gemeinderats. Am 1. Januar 2022 wurde er zum Gemeindeammann von Herznach gewählt und prägte das Fusionsjahr 2022 wesentlich mit. Die damit verbundenen zahlreichen Sitzungen, Reglementanpassungen und Zusammenführungsarbeiten verlangten viel Einsatz.
Per 1. Januar 2023 wurde er zum ersten Gemeindepräsidenten von Herznach-Ueken gewählt. Während seiner Amtszeit führte er zahlreiche Gespräche und Sitzungen und setzte mit seiner umsichtigen, humorvollen Art wichtige Akzente im neuen Gremium.
Als Dank erhielt er einen Gutschein für einen Aufenthalt im Wallis sowie ebenfalls einen Ausflugsgutschein mit der «alten Garde».
In seinem Schlusswort bedankte sich Stephan Gemmet bei allen Behördenmitgliedern und Mitarbeitenden für die Unterstützung im Hintergrund, bei der Bevölkerung für den offenen Austausch und das ihm entgegengebrachte Vertrauen und bei seiner Frau Andrea für ihre stetige Rückendeckung.
Dank und Ausblick
Die Gemeinde dankt allen verabschiedeten Mitgliedern herzlich für ihr langjähriges Engagement und ihren Beitrag zur positiven Entwicklung von Herznach-Ueken. Zudem wurden die besten Wünsche an die neue Gemeindepräsidentin Doris Frey ausgesprochen, die ihr Amt mit grosser Vorfreude und viel Engagement ab 1. Januar 2026 übernimmt.