(mav) Den Auftakt der Ausstellungs-Tournee durch den Jurapark Aargau machte am vergangenen Samstag die Gemeinde Hellikon, wo die Ausstellung rund einen Monat lang gastiert. Die Vernissage mit Kurzführung und Apéro lockte über 30 Natur-Neugierige zur Besichtigung und einem Naturrundgang durchs Dorf.
Die mobile Wanderausstellung tourt durch den ganzen Kanton Aargau und macht vom 3. bis zum 30. August Halt in Hellikon. Die Gemeinden Schupfart und Hellikon als Gastgeberinnen und das Naturama Aargau organisierten zusammen mit den beiden lokalen Naturschutzvereinen und dem Jurapark Aargau eine Vernissage für die Bevölkerung. Die Organisatoren vermittelten dabei die Bedeutung dieses Natur-Netzwerks. Dies erfolgte über die einzelnen Ausstellungsmodule, die je einer Artengemeinschaft eines bestimmten Lebensraumtyps gewidmet sind.
Auf einem kleinen Dorfrundgang boten mehrere Naturaufwertungen in und am Rand der Siedlung direkten Anschauungsunterricht für die vorgestellten Module der Ausstellung. Anhand der Bedürfnisse einer Fledermaus, die von ihrem Schlafplatz im Dorfzentrum in ihre Jagdgebiete fliegt, haben die Besuchenden mehr über das Zusammenspiel von Nachtdunkelheit, Leitstrukturen und Vernetzungselementen in der Natur erfahren. Der anschliessende Apéro bot Gelegenheit zum Austausch und für weitergehende Fragen zum komplexen Thema.
Ausstellung als Zugang zum sperrigen Thema
Ökologische Infrastruktur als komplexes Fachthema wird auf diese Weise auch für die breite Bevölkerung zugänglich: Die mobile Ausstellung bringt die Natur zu den Menschen. Schutz und Förderung der Biodiversität geht alle etwas an, denn sie ist die Lebensgrundlage auch der Menschen. Die schweizweite Planung und der Aufbau der Ökologischen Infrastruktur bis 2040 soll diese sicherstellen – so sieht es der Aktionsplan zur Biodiversitätsstrategie des Bundes vor. Das ambitionierte Ziel lässt sich jedoch nur erreichen, wenn das Bewusstsein in der Öffentlichkeit vorhanden ist und unterschiedliche Gruppen von Engagierten ihre Verantwortung für die Biodiversität gemeinsam wahrnehmen.
Hilfestellungen für das eigene Handeln
Die mobile Ausstellung, die das Naturama Aargau im Auftrag des Departements Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) konzipiert und realisiert hat, ist in ihrer Art und Weise einmalig. Sie wagt es, mit einem komplexen Begriff und einem ziemlich anspruchsvollen Thema Passanten im öffentlichen Raum anzuregen. In einer attraktiven Aufmachung präsentieren sechs lebensgrosse Module die charakteristischen Naturräume im Aargau. Sie machen den Fachbegriff «Ökologische Infrastruktur» verständlich und greifbar. Im Fokus sind unter anderem Wälder, Fliessgewässer und Tiere wie Wildbienen oder Igel. Vorbeispazierende Leute haben die Möglichkeit, nach eigenem Interesse in die einheimischen Landschaften einzutauchen und dazu Informationen auf- und mitzunehmen.
Die Ökologische Infrastruktur zählt auf die Partizipation von Unternehmen, Privatpersonen, öffentlichen Institutionen, Vereinen und vielen weiteren Akteuren, die mit ihrem Wirken raumrelevant tätig sind. Die Ausstellung bietet dafür konkrete Beispiele und Anleitungen, die mittels QR-Code gescannt werden können. Die Ausstellung ist frei zugänglich und kann kostenlos besichtigt werden. Die Wanderausstellung tourt nach der Etappe in Hellikon weiter durch den Jurapark Aargau - Ende August bis Mitte September gastiert sie in Gansingen und dann bis Ende September in Küttigen.