(ha) Zum festlichen Gottesdienst für die Einheit der Christen versammelten sich am am vergangenen Sonntag zahlreiche Gläubige aus allen vier Orten entlang des Möhlinbachs. Vertreten waren die drei Landeskirchen ebenso wie ihre offiziellen Delegationen – ein sichtbares Zeichen der gelebten Ökumene im Tal.
Der Kirchenchor Wegenstetten-Hellikon gestaltete den Gottesdienst mit schwungvollen und ausdrucksstarken Liedern unter der engagierten und fachkundigen Leitung von Katharina Wunderlin. Tief berührend war der innige Gesang des armenisch-apostolischen Diakons Serope Devletoglu, der Gebete aus der ältesten christlichen Kirche überhaupt vortrug: einen Hymnus an das Licht, das Vaterunser sowie ein Gebet für die Verstorbenen und Kranken, in besonderer Verbundenheit mit den Betroffenen in Crans-Montana.
In der Predigt sprach Hannah Audebert vom Geschenk einer lebendigen Ökumene, wie sie im Wegenstetter Tal erfahrbar wird. Der Ausdruck „Licht vom Licht“ beschreibe Christus in poetischer Verdichtung. Wie eine Kerze an einer anderen entzündet wird, so entstehe auch Glaube immer wieder neu im „Beispiel“ anderer Glaubender.
Diese Erfahrung fand ihren symbolischen Höhepunkt, als die Gemeinde mit brennenden Kerzen in den Händen das grosse Glaubensbekenntnis sprach und das Licht anschliessend als Zeichen des Friedens einander weitergab. Der Gottesdienst machte spürbar: Glaube braucht Gemeinschaft – und er trägt die Kraft in sich, immer wieder neu aufzuerstehen, wie es die Geschichte der armenischen Kirche eindrücklich bezeugt.“
Bei einem von der christkatholischen Kirche offerierten Apéro fand der Gottesdienst eine angenehme Fortsetzung.