(dh) Keine Bühne, sondern der blanke Boden vom Gastgeber des Familienunternehmens Suter Reinigung AG genügte den Tanzformationen ihre Geschichten zu erzählen.
Nach einem Apéro und dem Vorstellen der Firma, die schon in 2. Generation besteht, war das Parkett frei für die ungewöhnlichen Tanzcombos. Würde es für das Publikum funktionieren, zwei Männerpaare in der klassischen Rollenverteilung? Es hat, auch weil das Publikum sich darauf eingelassen hat.
La Rue Serendip erzählte in ca. 20 Minuten wie sich ein zwischenmenschlicher Konflikt aufbauen kann, weil zwei Personen ein Buch gleichzeitig lesen wollen oder ist es weil die Aufmerksamkeit durch eine Person mehr dem Buch gewidmet ist? Mit einer Prise Humor und Interaktion mit dem Publikum wurde die Lösung durch Verwendung eines Mixes aus Tanzelementen wie Akrobatik, Synchrontanzen und auch Paartanz mit sinnlichen und ungestümen Tänzen herbeigeführt.
Company Idem inszenierte eine Geschichte, die viel Spielraum für Interpretation liess. Ein offensichtlich lebloser Mann wurde hereingetragen und mitten im Raum auf den Boden gelegt. Der Träger wirkte ratlos oder doch wissend und suchte Rückmeldung im Publikum. Nur mit seinen Füssen bewegte er dann den Mann am Boden. Die Berührung gab den Impuls zur Bewegung und warder Kontakt weg, verharrte der Mann in der Bewegung. Irgendwann wurde dieser Bewegungsablauf zum Tanz und der leblose Mann kehrte ins Leben zurück, wurde aktiv und der Tanz harmonisierte sich. Das Publikum wurde nach und nach an die Hand genommen und trat in den Kreis und am Ende hatten alle Kontakt miteinander.
Ein wunderschöner Abschluss, miteinander verbunden zu sein gleichgültig, welche Widersprüche, Uneinigkeiten oder Konflikte da sind. Am Ende sind wir eine Gemeinschaft, im heimischen Wohnzimmer sowie auf dem grossen Parkett der Gesellschaft.