Bereits 60 Jahre sind es her, seitdem im Fricktal engagierte Lourdespilger einen eigenen Verein gründeten. Damit wurde eine Verbindung zum grossen Marienwallfahrtsort in Lourdes am Fusse der französischen Pyrenäen hergestellt. Sichtbare Zeichen dieser Marienverehrung sind zahlreiche Lourdes-Grotten, welche damals zur Marienverehrung in verschiedenen Fricktaler Pfarreien erstellt wurden. Am letzten Sonntag feierten die Vereinsmitglieder den grossen «runden Geburtstag» ihres Vereins.
STEFAN TREIER
Der Vorstand lud die Vereinsmitglieder zu einem Festgottesdienst in die Pfarrkirche St. Wendelin in Gipf-Oberfrick ein. Eine grosse Zahl Vereinsangehöriger wollte sich diese einmalige Gelegenheit des Wiedersehens mit einstigen Pilgergefährtinnen und -Gefährten von Lourdes-Wallfahrten nicht entgehen lassen und fand sich in Gipf-Oberfrick ein. Vertraute Gesichter und Freunde begegneten sich in Frohmut wieder und feierten zusammen das 60-jährige Bestehen ihres Vereins. Anstelle des verhinderten Präses Pfarrer Fabian Schneider stand der einheimische Pfarrer Leo Stocker der Messfeier vor. Er hielt zudem die beachtete Festpredigt.
Aargauer Loudespilgervereine als Ehrengäste
Als Ehrengäste nahmen Fahnendelegationen der Lourdespilgervereine Baden und Freiamt, der beiden Aargauer Schwester-Vereine, teil. Zusammen mit einer Gastgeber-Delegation, sowie dem Priester und den Ministranten, zogen sie feierlich in die Oberfricker Kirche ein.
Gemeindeleiter Martin Linzmeier als Gastgeber empfand es als Ehre, die Mitglieder des Lourdespilgervereins Fricktal in seiner Pfarrei begrüssen zu dürfen. Lourdes erinnert immer wieder an Hoffnung, die Gott uns durch Maria gibt. «Dieses Vertrauen dürfen wir heute zusammen feiern», so der Gemeindeleiter.
Namens des Vorstandes begrüsste Präsidentin Monika Broquet-Wülser die Anwesenden und bedankte sich bei allen, welche zum Gelingen des heutigen Festtages in Gipf-Oberfrick beigetragen hatten. Es ist nicht selbstverständlich, dass sich an einem Sonntagnachmittag so viele Menschen für eine Jubiläumsfeier zusammenfinden.
Eingangs des Gottesdienstes wurde zahlreichen Vereinsmitgliedern gedacht, welche in den letzten Jahren verstorben sind. Bei den meisten von ihnen handelt es sich um solche, welche während Jahren dem Verein die Treue hielten und regelmässige Wallfahrten zur Madonna von Lourdes unternahmen. Einige von ihnen waren betagt und gesundheitlich geschwächt, so, dass sie die Corona-Erkrankung der letzten Jahre leider nicht überstanden.
Heilige Messe mit Zither- und Orgelklängen
Der Festgottesdienst fand eine feierliche Umrahmung durch harmonische Klänge der Zithergruppe «Echo vom Thiersteinberg» unter der Leitung von Gerhard Schreiber sowie durch Orgelspiel, vorgetragen von Organistin Charlotte Moor.
«Heute ist ein Tag der Freude und auch der Dankbarkeit», so Pfarrer Leo Stocker einleitend. Für erhaltene Gnaden gelte es zu danken, wie auch für Hoffnung und Zuversicht, welche vielen Kranken durch die Gottesmutter von Lourdes geschenkt werde. Man spürt in Lourdes, dass an diesem Ort Grosses geschehen ist. Kranken und leidenden Menschen kommt dort der erste Platz zu. Lourdes ist eng mit dem Hochfest «Maria Empfängnis» verbunden. Am 8. Dezember 1854 hat Papst Pius IX das Dogma der «Unbefleckten Empfängnis» verkündet. Bereits gut drei Jahre später erschien die hl. Gottesmutter dem Mädchen Bernadette. Sie verlangte den Bau einer Kapelle, sich im dort entstandenen Quellwasser zu waschen und umzukehren. Am Schluss verkündete sie Bernadette auf deren Fragen hin «ich bin die Unbefleckte Empfängnis». Dadurch erfuhr die Menschheit die Bestätigung des kurz zuvor päpstlich verkündeten Dogmas.
60 Jahr-Feier Lourdespilgerverein Fricktal am 10. Dezember
«Bernadette wusste, dass sie auf dieser Welt das Glück nicht finden wird. Sie erfüllte jedoch die ihr von Gott übertragene Sendung für alle Menschen, welche zu dieser Quelle gekommen sind», hielt Pfarrer Stocker fest, und weiter «Bernadette hielt Maria die Treue trotz aller Anfeindungen. Für uns geht es letztlich darum, unsere Berufung als Getaufte zu erkennen. Wir sind eingeladen, die Liebe zu Gott auch anderen zu bezeugen» so Pfarrer Leo Stocker. Vom einfachen Mädchen Bernadette von Lourdes können wir die wahren christlichen Werte der Demut lernen. Sie tat alles, wozu Maria sie aufrief. «Lourdes wurde für alle zu einem Ort der Hoffnung und des Vertrauens, welche sich an der Grotte zum stillen Gebet einfinden» – eine wirklich frohe Festtags-Botschaft von Pfarrer Stocker an die Mitglieder des jubilierenden Fricktaler Lourdespilgervereins.
Gemütlicher Austausch – Pflege von Erinnerungen
Im Anschluss an den Festgottesdienst lud der Vereinsvorstand die Festgemeinschaft zu einem Apéro in den Pfarrsaal ein, wo Gelegenheit zu frohem Wiedersehen und gemütlichem Austausch bestand. Es zeigte sich, dass die gemeinsame Verbindung zu Lourdes auch dann standhält, wenn nicht jedes Jahr eine Pilgerfahrt nach Frankreich möglich ist. Dafür bietet das Fricktal bekanntlich seine ansehnlichen Lourdesgrotten zu Besuchen an.