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Vier Geschwister Keller mit Mutter und Grossmutter 1912 vor dem Elternhaus an der Schmittehalde. Foto: zVg

Waisenkinder unterstützen: Geschwister-Keller-Stiftung in Frick wird 25 Jahre alt

Die Geschwister-Keller-Stiftung für Waisenkinder mit Sitz in Frick konnte in den 25 Jahren ihres Bestehens mit drei Millionen Franken Waisenkinder unterstützen.

HEINZ SCHMID

Mathilde Schneider-Keller verfügte testamentarisch, dass ihr Vermögen für Waisenkinder zu verwenden sei. Die Lehrerin für Mathilde Schneider-Keller (1905-1996). Foto: zVgHauswirtschaft entstammte einem alten Fricker Geschlecht, war kinderlos verwitwet und lebte mit ihren ledigen Geschwistern an der Widengasse.
Am 9. November 1998, auf den Tag genau zwei Jahre nach dem Tod von Mathilde Schneider, wurde in ihrem Sinne die Geschwister-Keller-Stiftung für Waisenkinder gegründet. Die finanziellen Mittel der Stiftung stammen vor allem aus Baulandverkäufen am Frickberg.
Mathilde Schneider-Keller hatte den früheren Fricker Gemeindeschreiber Peter Schmid als Willensvollstrecker eingesetzt, der dann auch das Präsidium der Stiftung übernahm. Weitere ehrenamtlich tätige Gründungsmitglieder waren Martha Fricker-Widmann aus der Verwandtschaft der Stifterfamilie, Dr. Benno Studer für die rechtlichen Belange und der damalige Gemeindeschreiber Heinz Schmid für die Administration.

Beachtlicher Leistungsausweis
Seit der Gründung der Stiftung vor 25 Jahren hat der Stiftungsrat rund 300 Eingaben von 140 verschiedenen Gesuchstellern behandelt. Er konnte mit Beiträgen von insgesamt 3 150 000 Franken Projekte für Waisenkinder in 45 Staaten fördern. Dem Stiftungszweck entsprechend handelt es sich dabei vor allem um Bau- und Unterhaltsbeiträge für Waisenhäuser. Unzählige notleidende Waisen- und Strassenkinder finden darin nebst Schutz vor Ausbeutung ein betreutes Zuhause, gesunde Ernährung und Bildung.
Die Stiftung unterstützt Projekte, die seriös organisiert und nachhaltig sind. Partner sind deshalb meist Hilfswerke, Stiftungen und Organisationen, welche die örtlichen Verhältnisse kennen und für die korrekte Verwendung der bewilligten Beiträge Gewähr bieten. Baubeiträge werden nur bewilligt, wenn auch die Betriebsführung gesichert ist.

Das Waisenhaus «Casa Keller» in El Laurel (Ecuador).  Foto: zVgEin Musterbeispiel: Das Waisenhaus «Casa Keller» in El Laurel (Ecuador)
Eines der grossen Bauprojekte der Stiftung ist die 2001 eröffnete «Casa Keller» in der ecuadorianischen Pfarrei El Laurel von Pater Lothar Zagst, der zuvor im Fricktal als erster Jugendseelsorger wirkte. Der aus Stuttgart stammende, 2016 verstorbene Monsignore kümmerte sich nicht nur um kirchliche Belange. Er stand rund um die Uhr im Einsatz für das Wohlergehen der Bevölkerung in den 31 Dörfern seiner Pfarrei im Hinterland der Millionenstadt Guayaquil. Mit Hilfe der Stiftung konnte er das Wohnheim mit Schule für 60 Waisenkinder bauen, dank anderweitiger Unterstützung ausserdem ein medizinisches Ambulatorium mit Geburtenabteilung, eine Nähschule mit Atelier, eine Schreinerei, eine mechanische Werkstätte und ein Lagerhaus für die Reis produzierenden Kleinbauern.

Waisenhäuser Buenaventura (Kolumbien) und Guayaquil (Ecuador)
Einige Projekte konnten in Zusammenarbeit mit der Vereinigung Don Bosco Jugendhilfe Weltweit Waisenkinder in Ecuaor. Foto: zVgder Salesianer verwirklicht werden. Die zwei grössten Waisenhäuser sind dabei in Buenaventura, einer wichtigen Hafenstadt von Kolumbien, und in Guayaquil (Ecuador) entstanden mit dem Ziel, verlassenen Kindern und Jugendlichen eine sichere Unterkunft mit schulischer und beruflicher Ausbildung zu bieten.

Hilfe für Ukraine-Waisen
Aktuell gilt ein besonderes Augenmerk den Kriegswaisen in und aus der Ukraine. Unterstützung erhalten nebst dem 2007 von der Stiftung mitfinanzierten Waisenhaus in Vilshany auch Organisationen, die ukrainischen Waisenkindern in angrenzenden Ländern Aufnahme bieten.
Hilfeleistungen für Waisenkinder in der Schweiz sind dem Stiftungsrat ein ganz besonderes Anliegen, obwohl es hier auf Grund der Gesellschafts- und Sozialstruktur keine Waisenhäuser im herkömmlichen Sinn mehr gibt. Dennoch kann immer wieder Hilfe geboten werden, um Einzelschicksale durch individuelle Förderung zu erleichtern, wenn diese nicht aus öffentlichen Mitteln finanzierbar ist.

Führungswechsel im Stiftungsrat
Mit Peter Schmid (Präsident) und Heinz Schmid (Vizepräsident) treten die letzten Gründungsmitglieder der Stiftung zurück. Dem neuen Stiftungsrat gehören an: Mirjam Müller-Schmid (Wittnau) als Präsidentin und Urs Treier (Kaisten/Gipf-Oberfrick) als Vizepräsident. Das neue Führungsduo hat ebenfalls die Gemeindeschreiber-Ausbildung absolviert und verfügt über Berufserfahrung im Sozialbereich. Den Stiftungsrat ergänzen weiterhin Susanne Weiss-Waldmeier, Frick (Administration), Christoph Zehnder, Gipf-Oberfrick (Finanzen), und Gabriela Reimann-Böller, Wölflinswil.
Wegen ihres weltweiten Einsatzes untersteht die Geschwister-Keller-Stiftung für Waisenkinder der Stiftungsaufsicht im Eidgenössischen Departement des Innern. Auf kantonaler Ebene ist die Stiftung als gemeinnützig anerkannt, weshalb Zuwendungen steuerlich absetzbar sind. Spendenkonto: CH36 0076 1016 0932 0925 2 zG Geschwister Keller Stiftung, 5070 Frick. Für weitergehende Auskünfte steht Christoph Zehnder (Rüetschi Zehnder AG, Hauptstrasse 43, 5070 Frick, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein., 062 871 93 57) gerne zur Verfügung.

Bilder:
1. Vier Geschwister Keller mit Mutter und Grossmutter 1912 vor dem Elternhaus an der Schmittehalde.
2. Mathilde Schneider-Keller (1905-1996). 
3. Waisenhaus in Ecuador.
4. Waisenkinder in Ecuador. 
Fotos: zVg