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Spielgruppe in der kantonalen Unterkunft Frick. Foto: zVg
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Viel Engagement und grosse Freude − Spielgruppe in der kantonalen Unterkunft Frick

(ks) Seit August 2025 gibt es in der kantonalen Unterkunft Frick eine Spielgruppe für die Kleinsten, die mit ihren Familien hier untergebracht sind. Sie wurde vom «Verein Spielgruppe im Asylzentrum» ins Leben gerufen. Die Integrationsfachstelle «mit.dabei-Fricktal» finanziert die Spielgruppe durch direkte Projektgelder mit. Alle sind überzeugt, damit etwas Wertvolles geleistet zu haben.

Spielgruppe in der kantonalen Unterkunft Frick. Foto: zVg«Guten Morgen Illya! Hallo Azad! Hallo Olena! Guten Morgen *», begrüsst die Projektleiterin Iris Kuhn die Flüchtlingskinder in der Spielgruppe herzlich. Sie verabschieden sich von ihren Eltern beim Eingang des Spielgruppenraumes und widmen sich der Spielküche, dem Malen, dem Legobauen. Eine Spielgruppenleiterin begleitet sie aufmerksam. Für zwei Stunden entfliehen rund 15 Kinder, die mit ihren Familien in der Asylunterkunft Schutz gefunden haben, ihrem tristen Alltag. Sie kommen aus Kriegs- und Krisengebieten der Welt. Der zugeteilte Raum ist klein, aber zweckmässig ausgestattet. Die Kinder haben Spass an der Spielgruppe, die Eltern sind dankbar für das Angebot, die Unterkunftsleitung unterstützt das Projekt und die Projektleitung will es weiterführen.

Es brauchte mehr
Romy Geissberger besucht die Unterkunft Frick als Mütter- und Väterberaterin regelmässig seit August 2023. Sie begleitet die Familien beratend und beantwortet den Eltern auch Fragen zur Entwicklung der Kinder. Schnell wurde klar, dass es besonders für die kleineren Kinder – im Vorschulalter – kaum Möglichkeiten gab, sich ausserhalb ihres Wohncontainers zu entfalten. Sie wandte sich an die Pflegefachfrau Iris Kuhn, die bereits eine Spielgruppe in den Asylunterkünften Untersiggenthal und Aarau gegründet hat und mit viel Herzblut leitet. Um eine Spielgruppe in der kantonalen Unterkunft Frick aufzubauen, eine Anschubfinanzierung zu sichern und eine Spielgruppenleiterin anzustellen, gründeten Romy Geissberger, Iris Kuhn und ihr Mann René Kuhn kurzerhand einen Verein.
Im August 2025 startete die Spielgruppe in der kantonalen Unterkunft Frick. Davor musste der «Verein Spielgruppe im Asylzentrum» rund 5000 Schweizer Franken aufbringen, damit die Gründer eine ausgebildete Spielgruppenleiterin anstellen konnten. Lange war es unklar, ob die Spielgruppe in der kantonalen Unterkunft Frick im August 2025 eröffnet wird. Romy Geissberger sowie Iris und René Kuhn, die den Verein leiten, sind sehr dankbar für die finanzielle Unterstützung von den Stiftungen Mercator, AKB Lebensraum Aargau und Roki. Darüber hinaus wird die Spielgruppe durch Privatspenden und Mitgliederbeiträge finanziert. Die Einrichtung und das Spielmaterial stammen ausschliesslich aus privaten Spenden. Die Regionale Integrationsfachstelle «mit.dabei-Fricktal» unterstützte sie mit einem Maximalbetrag aus der direkten Projektförderung.

Ein Ort zum Spielen und Lernen
Diana Bromann leitet seit Projektstart die Spielgruppe in der Unterkunft Frick und sorgt dafür, dass die Kinder im Alter von zwei bis fünf Jahren ein kindgerechtes und entwicklungsförderndes Angebot erfahren. Sie setzt das Spielgruppenkonzept des Vereins um. Das Ziel ist, durch Spiel, Bewegung, Werken, Malen, Singen, Zuhören usw. die motorischen, sprachlichen, geistigen und sozialen Fähigkeiten der Kinder zu erweitern.
Die Spielgruppe findet in einem Container statt. Die ganze Unterkunft besteht aus Containern. Rund 180 Personen sind darin untergebracht. Pro Familie steht in der Regel ein Wohncontainer zur Verfügung, in denen sie monatelang bleiben. Der Kanton Aargau befindet sich seit drei Jahren in einer Notlage im Asylwesen. Die regulären Unterkünfte sind überlastet, sodass weitere Notunterkünfte im Kanton belegt werden müssen. Es kommt wegen der Notlage vor, dass die Aufenthaltsdauer in Notunterkünften länger ist als üblich.
Bei schönem Wetter dürfen die Kinder auf ein freies Gelände in der Nähe des Spielgruppencontainers ausweichen. «Haben die Kinder mal Heimweh, können sie kurz bei ihrer Mutter verweilen und dann zurückkommen», erzählt Iris Kuhn. Irina K., aus der Ukraine, begleitet ihren älteren Sohn in die Spielgruppe und ist sehr dankbar für das Projekt: «So haben Kinder wenigstens diesen Ort, wo sie spielen und lernen können».

Es brauchte öfters
Schnell stellten alle Beteiligten fest, dass das Angebot der Spielgruppe einmal in der Woche nicht ausreichend ist. Mit den gesicherten Finanzen konnte Iris Kuhn eine zusätzliche Spielgruppenleiterin anstellen. Seit Anfang November 2025 leitet Edith Mäder-Steinacher die Spielgruppe am Montagnachmittag. Die Spielgruppenleiterinnen stehen in einem bezahlten Arbeitsverhältnis. Iris Kuhn, ihr Mann und Romy Geissberger engagieren sich unentgeltlich.
Zehra Kaplan setzt sich für die Spielgruppe nicht nur als Zentrumsleiterin und Mutter ein, ihre Arbeit ist mehr als ein Beruf: Sie weiss aus eigener Kindheit, was ein Spielraum im Asylzentrum bedeuten kann. Einst war sie selbst eines dieser Kinder, erzählt sie. Heute freut sie sich, Kindern in einer schwierigen Lebenssituation etwas Stabilität und Freude zu ermöglichen. «Das Schönste ist, die Kinder haben hier Spielen gelernt», ist sich Marie Schnoz, Stellvertreterin Zentrumsleiterin der Unterkunft sicher. «Ansonsten bleiben sie den ganzen Tag am Handy, und das ist traurig».

Iris Kuhn hat in der Spielgruppe der kantonalen Unterkunft Frick folgendes beobachtet: Kinder suchen den Kontakt zu den Bezugspersonen, sie interagieren mit anderen Kindern, können sich in etwas vertiefen und haben sichtlich Freude.

* Namen geändert.

Bilder: Spielgruppe in der kantonalen Unterkunft Frick. Fotos: zVg