Ein Produkt der  
Die grösste Wochenzeitung im Fricktal
fricktal info
Verlag: 
Mobus AG, 4332 Stein
  Inserate: 
Texte:
inserat@fricktal.info
redaktion@fricktal.info
Fricktalwetter
Überwiegend bewölkt
8.5 °C Luftfeuchtigkeit: 85%

Samstag
8.8 °C | 22.1 °C

Sonntag
10.4 °C | 16 °C

Marie Delorme, Traversflöte, und Thys Grobelnik, Cembalo und Orgel. Foto: zVg

„La Flute Galante“ - Bettagskonzert in der Katholischen Kirche St. Peter und Paul in Frick

(eing.) Sehr besonders und selten gespielt – das ist die Musik mit Stücken aus der Vorklassik, die am 17.September, 17 Uhr anlässlich des diesjährigen Bettagskonzerts in der Katholischen Kirche Peter und Paul in Frick zu hören ist. Ein Jubiläumskonzert ausserdem – denn es findet in diesem Jahr zum 15. Mal in Folge statt.

Das Programm gestalten die europaweit bekannten Künstler Marie Delorme, Traversflöte und Thys Grobelnik, Cembalo und Orgel.
Die Zeit der Vorklassik, etwa zwischen 1740 und 1760, wird auch als Galante Zeit bezeichnet. Sie lag zwischen dem Spätbarock und der Wiener Klassik. Die Komponisten damals fanden den Musikstil des Barocks etwas zu pompös und wollten dem empfindsame, ästhetische, stürmische oder auch melancholische Klänge entgegensetzen.
Neben bekannten Komponisten dieser Zeit wie die Bachsöhne Carl-Philipp und Emanuel gehörten dazu auch Franz Xaver Richter (1709-1789), Johann Philipp Kirnberger (1721-1783) und Johann Christian Fischer (1733-1800). Unter dem Motto „La Flute Galante“ sind von den drei Letztgenannten am Konzertnachmittag Sonaten und Soli zu hören,
Organist Thys Grobelnik wird mit eigenen Improvisationen im Galanten Stil diesen Nachmittag zusätzlich bereichern.
Die Musik verspricht ein absoluter Hörgenuss zu werden. Im Solo für Traversflöte (von Kirnberger) umschmeicheln Galanterie, bezwingende Liebenswürdigkeit und Melancholie virtuos die Ohren. Oftmals lehnte sich Kirnberger in seinen Kompositionen an Bach an.
In der Sonate Nr. 4 (von Franz Xaver Richter) unterstreichen die warmen tiefen Klänge des Cembalo und die Nachdenklichkeit der Traversflöte den hohen Anspruch des Stücks. Richters Kompositionen sind von höchster Qualität. Einen Namen machte er sich vor allem mit seiner Kirchenmusik. Ab 1747 gehörte er der bekannten Mannheimer Kapelle des Kurfürsten Karl Theodor an. Richter verstand es hervorragend, spätbarocke Einflüsse mit klassischen Elementen zu einer modernen Satztechnik sowie subtiler Dynamik zu vereinen.
Johann Christian Fischer war weit bekannt für seine grossartige Art, Oboe zu spielen. Seine sehr anspruchsvolle Sonata II zeigt deutliche italienische Einflüsse, sie ist stürmisch, lebensfroh aber auch leise.
Fischer komponierte nicht nur für unterschiedliche Instrumente, er verfasste auch mehrere Lehrbücher.Marie Delorme und Thys Grobelnik gehören dem Ensemble „Les Esprits Libres“ an, Grobelnik seit 2018 als Leiter.
Bereits mit sechs Jahren begann Thys Grobelnik seine musikalische Ausbildung. Mit 12 Jahren entdeckte er seine grosse Liebe für das Cembalo.
Er studierte in Österreich und in der Schweiz (Basel), ist tätig in diversen Ensembles und Orchestern, ist als Solist sowie Dirigent europaweit unterwegs, komponierte bisher 150 Kantaten, Messen, Concerti und Stücke für das Cembalo.
Er forscht, publiziert, gehört seit 2023 als Professor für Cembalo und Aufführungspraxis der Gustav-Mahler Universität in Klagenfurt an.
Die Flötistin und Toningenieurin Marie Delorme tritt mit Renaissance-, Barock-, Folk- und irischer Musik auf. Sie studierte in Genf, Basel und Paris, produziert Hörbücher, macht Radiosendungen und Soundtracks für Theater. Sie war Mitbegründerin verschiedener Ensembles, hat Verpflichtungen in Frankreich und der Schweiz, unterrichtet Musik und Tonaufnahme an der Musikschule in Ferrette. Foto: zVg